Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Aktionstag zu COPD in Leverkusen: Wenn das Atmen zur Qual wird

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 15.05.2018 ksta
Josef Brandl, Claudia Münks-Lederer, Oliver Heider, Gerd Wiegand und Elke Dubbel wollen über die Krankheit aufklären. © Britta Berg Josef Brandl, Claudia Münks-Lederer, Oliver Heider, Gerd Wiegand und Elke Dubbel wollen über die Krankheit aufklären.

Josef Brandl hat seinen Lebensspender immer am Gürtel. Die Maschine, die ihn am Atmen hält, heißt Lungenfunktionsgerät. Der 65-Jährige trägt es rund um die Uhr. Husten, Atemnot, Sauerstoffmangel: Schon kleine Belastungen werden für Brandl zur Qual.

Die Lunge macht nicht mehr mit. Doch Brandl will es immer wieder wissen.

Wie vor zwei Jahren. Da hat er es bis auf dem Kölner Dom geschafft. Gut 150 Meter, 533 Stufen. Eine Stunde hat er gebraucht, reine Gehzeit, die Pausen alle 20 Stufen nicht mitgerechnet. Ärzte und Therapeuten waren an seiner Seite. Die T-Shirts erinnern ihn bis heute an den Tag. „Jupp op Jöck“ steht drauf. „Das war ein Riesen-Event“, sagt Brandl, „das nimmt mir keiner mehr“.

COPD ist unheilbar

Trotz der Lebensumstände hat Brandl den Spaß am Leben nicht verloren. COPD heißt die Krankheit, lässt die Atemwege einengen, die Lunge bei jedem Luftholen aufblähen. Normales Atmen ist nicht mehr möglich. Nie mehr. Die COPD ist unheilbar. Und in den meisten Fällen Folge jahrzehntelangen Rauchens.

Heute ist Brandl Vorsitzender der „Selbsthilfegruppe Atmen“, in der sich 47 Betroffene regelmäßig treffen. Brandl ist es auch, der den „5. Leverkusener COPD-Tag“ maßgeblich plant, bei dem über die weitgehend unbekannte Krankheit informiert werden soll. Denn das ist dringend nötig. „COPD ist immer noch in der Schmuddelecke“, sagt Dr. Claudia Münks-Lederer, Chefärztin am St. Remigius Krankenhaus in Opladen.

Viele Betroffenen schämten sich, weil die Krankheit eben untrennbar mit dem Rauchen verbunden wird, der Hauptursache. Trotzdem sei es wichtig, den Patienten nicht die Schuld für ihren Gesundheitszustand zu geben, sagt Münks-Lederer.

COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease, zu deutsch: Chronisch einengende Lungenerkrankung) ist die einzige der fünf Volkskrankheiten, die in Deutschland noch wächst.

„COPD ist mehr als eine Bronchitis“

Rund 15 Prozent der über 40-Jährigen sind betroffen, bei den über 70-Jährigen knapp 20 Prozent. „COPD ist mehr als eine Bronchitis“, sagt Münks-Lederer. Es ist ernster. Oft so ernst wie bei Elke Dubbel. Neun Jahre ist das jetzt her, da gaben ihr die Ärzte noch ein halbes Jahr. Länger hätte ihre Lunge nicht mitgemacht.

Drachenfels erklimmen

Die Krankheit hat sie da schon 15 Jahre mit sich herumgeschleppt, das Atmen fiel ihr immer schwerer, eines Tages fiel sie ins Koma. Doch Elke Dubbel überlebte. Mit einer neuen, gesunden Lunge. Die 62-Jährige ist geheilt, muss aber in größeren Menschenmengen Mundschutz tragen, weil sie sich leicht mit kleinsten Krankheiten ansteckt.

Unterdessen plant Brandl bereits sein nächstes Projekt, zwei Jahre nach der Dombesteigung. Der Drachenfels soll es diesmal sein. 321 Meter hoch, zweimal der Kölner Dom. Und Brandl will den Gipfel wieder zu Fuß erreichen.

Alles rund um COPD

Der 5. Leverkusener COPD-Tag findet am 26. Mai im Forum Leverkusen statt. Von 10 bis 16 Uhr gibt es Vorträge zu Atem- und Inhalationstherapie, Rehabilitation sowie die Bereiche Sport und Singen mit COPD. Auftreten wird auch der Chor „Pneumissimo“ von Menschen mit eingeschränkter Lungenfunktion. Organisiert wird der Tag von der „Selbsthilfegruppe Atmen“. (hol)

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger
Kölner Stadt-Anzeiger
| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon