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Armut in Deutschland: Alleinerziehende sind besonders häufig arm

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 02.08.2018
Illustration alleinerziehende Mutter: Eine Mutter schaukelt ihr Kind auf einem kleinen Spielplatz. (Symbolbild) © Foto: Christian Charisius/dpa Eine Mutter schaukelt ihr Kind auf einem kleinen Spielplatz. (Symbolbild)

Alleinerziehende haben überdurchschnittlich häufig wenig Geld. Viele von ihnen können unerwartete Ausgaben von etwa tausend Euro nicht stemmen.

Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich häufig armutsgefährdet. "Finanziell stehen sie nach wie vor oftmals schlechter da als Menschen, die in anderen Familienformen leben", sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Georg Thiel, am Donnerstag in Berlin. Die Armutsgefährdungsquote für Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten lag 2016 bei 33 Prozent. Damit ist sie zwar in den vergangenen Jahren leicht gesunken (2011 waren es noch 37 Prozent), im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt (16 Prozent) ist sie aber immer noch deutlich überhöht:. In Haushalten, in denen zwei Erwachsene mit Kindern leben, waren 2016 sogar nur 11 Prozent von Armut bedroht.

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Als armutsgefährdet gelten Personen, denen weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens zur Verfügung stehen.

Dieser statistische Wert hat für die Betroffenen ganz konkrete Auswirkungen: 39 Prozent der Alleinerziehenden noch nicht einmal eine einwöchige Urlaubsreise mit ihren Kindern leisten. Im Vergleich dazu müssen von der der Gesamtbevölkerung nur 19 Prozent ihren Urlaub unfreiwillig zu Hause verbringen.

Darüber hinaus hatten knapp zwei Drittel der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten (63 Prozent) nicht die finanziellen Mittel, unerwartete Ausgaben von etwa tausend Euro zu bestreiten. Das sind mehr als doppelt so viele als im Bevölkerungsdurchschnitt, wo die Quote bei 30 Prozent liegt.

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland anderthalb Millionen Familien mit einem alleinerziehenden Elternteil. Das waren 200.000 mehr als vor 20 Jahren. Damit hatte knapp jede fünfte Familie mit mindestens einem minderjährigen Kind im Jahr 2017 eine alleinerziehende Mutter oder einen alleinerziehenden Vater. (AFP, dpa, Tsp)

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