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Berlin: Razzien gegen vietnamesische Schleuser - mehrere Festnahmen

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 03.03.2020 Thomas Heise

Die Bundespolizei hat nach Informationen von SPIEGEL TV mehr als 30 Objekte durchsucht, es gab mehrere Festnahmen. Banden sollen über längere Zeit Vietnamesen illegal nach Deutschland gebracht haben.

© Karl-Josef Hildenbrand/ DPA

Seit dem frühen Morgen geht die Bundespolizei mit Durchsuchungen von mehr als 30 Objekten und Festnahmen gegen ein international agierendes Netzwerk vietnamesischer Schleuserbanden vor.

Nach Informationen von SPIEGEL TV und rbb24 Recherche laufen die Razzien in sieben Bundesländern, darunter Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Der Schwerpunkt der Aktion liegt in Berlin. Rund 500 Beamte sind im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft Berlin führt das zugrunde liegende Ermittlungsverfahren seit Juni 2019. Es geht um den Verdacht des banden- und gewerbsmäßigen Einschleusens von vietnamesischen Staatsangehörigen. Angestoßen wurde das Verfahren durch die Bundespolizeiinspektion Halle. Mindestens 155 Vietnamesen sollen demnach nach Deutschland eingeschleust worden sein.

Fünf Haftbefehle vollstreckt, weitere Personen vorläufig festgenommen

In Deutschland angekommen, werden die Menschen zunächst in Wohnungen, sogenannten Safe Houses, untergebracht. Für viele der Geschleusten führt der Weg dann weiter nach Westdeutschland, Frankreich, Holland oder Großbritannien.

Dort müssen sie oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in Nagelstudios, Restaurants, Bordellen oder illegalen Cannabis-Plantagen arbeiten, um ihre Schulden abzuzahlen. Pro Schleusung kassieren die Schlepper nach Angaben der Bundespolizei zwischen 5000 und 20.000 US-Dollar von ihren Landsleuten.

Die Beamten durchsuchen nun Wohnungen in Berlin Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg, darüber hinaus Gewerbeimmobilen wie Nagelstudios und Restaurants. Bislang haben die Ermittler Haftbefehle gegen fünf Beschuldigte vollstreckt, weitere Personen wurden vorläufig festgenommen. Die Ermittler sicherten umfangreiches Beweismaterial, darunter Computer, Datenträger und weitere Unterlagen.

Gegen die Hauptbeschuldigten wurde auch in der Slowakei, Polen und weiteren osteuropäischen Ländern ermittelt.

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