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Bielefeld: Vater wegen tödlicher Misshandlung seines Babys zu acht Jahren Haft verurteilt

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 27.03.2020 Birte Bredow

Ein Mann misshandelte seine Zwillinge so schwer, dass eines der Babys starb. Das Landgericht Hagen sprach von einem "durchgängigen Martyrium" - und verhängte eine härtere Strafe als die Vorinstanz.

© imago images/ biky

Mehr als vier Jahre nach dem Tod eines Säuglings in Bielefeld hat das Hagener Landgericht den Vater des Kindes zu acht Jahren Haft verurteilt. Der Angeklagte, der bis zur Urteilsverkündung auf freiem Fuß war, sei noch im Gerichtssaal festgenommen worden, teilte ein Gerichtssprecher mit.

Der drei Monate alte Sohn des Angeklagten war im November 2015 gestorben. Bei der Obduktion stellten die Richter damals mehrere Knochenbrüche fest, die auf frische und ältere Misshandlungen schließen ließen. Auch die Zwillingsschwester des Jungen war nach ihrer Geburt mehrmals massiv verletzt worden. Das Mädchen lebt heute in einer Pflegefamilie.

Der 36-jährige Vater der Kinder war in einem ersten Prozess im November 2016 vom Landgericht Bielefeld wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einem Jahr und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gegen diese Entscheidung hatte die Staatsanwaltschaft erfolgreich Revision eingelegt.

Der Angeklagte hatte bei der Polizei angegeben, er habe die Kinder gleichzeitig aus ihrem Bett gehoben. Dabei seien sie ihm aus dem Arm gerutscht und versehentlich hingefallen. Das Gericht sprach in seiner Urteilsbegründung in Hagen nun jedoch von einem "durchgängigen Martyrium der beiden Säuglinge". Derartige Gewalt sei mit Fahrlässigkeit nicht mehr zu erklären. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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