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Corona: Großfamilie verweigert Impfung, es endet in Tragödie

EXPRESS-Logo EXPRESS 02.01.2022 Jan Voß (jv)
Die Eltern kamen zunächst auf eine Intensivstation (hier ein Symbolfoto). © picture alliance/dpa Die Eltern kamen zunächst auf eine Intensivstation (hier ein Symbolfoto).

Es ist eine Familie-Tragödie, die sich im baden-württembergischen Neuenbürg abgespielt hat. Innerhalb von nur wenigen Tagen sterben die Eltern und der älteste Sohn einer Großfamilie an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung. Traurig: Das Todesdrama hätte vermutlich verhindert werden können.

Der Schock über den plötzlichen Tod sitzt tief. Innerhalb von nur zwölf Tagen haben fünf Schwestern, vier von ihnen sind noch minderjährig, ihre beiden Eltern und ihren älteren Bruder verloren. Alle drei starben an den Folgen einer Corona-Infektion, alle drei waren nicht geimpft.

Alles ging unfassbar schnell. „Wir konnten uns nicht mal verabschieden“, bedauert der 39-jährige Sohn. Er stammt aus der ersten Ehe des verstorbenen Vaters.

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Am schlimmsten trifft der Trauerfall jedoch seine vier jüngeren Stiefschwestern. Sie sind vorerst bei einer Tante untergekommen. Eine Dauerlösung sei das zwar nicht, doch der Weg zurück in das Elternhaus sei derzeit keine Option. „Meine Schwestern sind so traumatisiert, dass sie da keinen Fuß mehr reinsetzen wollen“, erklärt der 39-Jährige gegenüber der „Bild“.


Video: Mehr als 600 000 Menschen bekommen Corona-Impfung (glomex)

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Doch die Tante hat selbst Kinder. „Ich habe Angst, dass das Jugendamt sagt, dass die Wohnbedingungen für sie zu schlecht sind. Ich will aber nicht, dass meine Schwestern ins Heim müssen“, sagt der Stiefbruder Luciano. Er und die älteste Tochter der Familie wollen nun das Sorgerecht beantragen.

Auch er erklärt, bis vor kurzem noch nicht geimpft gewesen zu sein. Nach dem tragischen Schicksalsschlag hat er das nun sofort nachgeholt. „Es war ein Fehler, dass unsere Familie das nicht vorher getan hat“, gesteht er sich ein.

Corona-Drama: Zuerst starb der Sohn, wenig später seine Eltern

Die Tragödie hätte mit einer Impfung möglicherweise verhindert werden können. Ende November 2021 infizierte sich zunächst der Sohn der Familie in Neuenbürg. Der Krankheitsverlauf wies schnell schwere Symptome auf, der 30-Jährige bekam schlecht Luft und hatte hohes Fieber. Statt ins Krankenhaus zu fahren, legte er sich schlafen und glaubte, die Symptome auskurieren zu können.

Wenige Tage später erlag er der Krankheit.

Vater und Mutter wurde ebenfalls schwer krank, Ärzte kämpften auf der Intensivstation um ihr Leben. Doch etwa zehn Tage nach dem Tod ihres Sohnes sterben auch sie an den Folgen von Covid-19. (jv)

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