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Düsseldorferin geht in die Wildnis : Sie sucht Goldgräber-Glück in Papua-Neuguinea

EXPRESS-Logo EXPRESS 15.06.2020 Andrea Kahlmeier
Wie vor 100 Jahren: Ariane Golpira schöpft das Gold aus dem Fluss. © riva-verlag Wie vor 100 Jahren: Ariane Golpira schöpft das Gold aus dem Fluss.

Der Dschungel war ihr Spielplatz. Dort gab es keine Rutschen, aber Lianen, an denen man schaukeln konnte. Als Fünfjährige badete sie im Fluss, trampelte laut auf, um Schlangen und Skorpione zu verscheuchen und lernte von einem Indianerjungen, viele Fische auf einmal zu erledigen.

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Gisa Golpira, heute eine Goldschmiedin in Düsseldorf, denkt noch oft an die ungewöhnlichsten Monate ihrer Kindheit zurück.

Ariane Golpira: Vom Model zur Goldgräberin

Das war in den 80ern, als ihre Mutter beschloss, dem Ruf ihres Herzens und ihrer großen Liebe nach Peru zu folgen, um als Goldgräberin ein neues Leben anzufangen. Anfangs tat sie sich jedoch schwerer als ihre Tochter mit dem Leben am Rande der Zivilisation.

Kein Wunder, Ariane Golpira hatte schließlich eher ein Leben wie aus einem Hochglanzmagazin geführt: Nach einer Ausbildung zur Hotelfachfrau leitete die junge Frau ein kleines Hotel in Düsseldorf und arbeitete als Model.

„Ich verdiente gut und konnte mir alles leisten. Superteure Unterwäsche zum Beispiel.“ Aber mit 30 stellte sie sich die Frage: „Was ist das Leben? Soll das alles gewesen sein? Bist du echt auf der Welt, um als lebendiger Kleiderbügel zu arbeiten?“ Nein.

Gisa bekam Unterricht von ihrer Mutter

Sie lernte Michael kennen und folgte dem Goldgräber zusammen mit Tochter Gisa in die Wildnis. Als Gisa ins Grundschulalter kam, begann Ariane, sie im Urwald zu unterrichten, Addieren, Subtrahieren. „Sie fragte mich selbst auf Kanutouren das Alphabet ab“, so Gisa.

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Doch dass das Dschungelleben nicht ewig andauern würde, war klar. Gisa zog schließlich nach Meerbusch zu ihrem Vater. Ihre Liebe zu Peru, besonders zum Urwald, ist geblieben. „Wenn ich die Schmetterlinge sehe, die Vögel, wenn ich die Geräusche höre und die feuchte Luft rieche, geht mir das Herz auf.“

Ariane Golpira sucht immer noch nach Gold

Ariane und Michael leben mittlerweile in Portugal, brechen aber weiterhin zu monatelangen Goldgräber-Expeditionen nach Papua-Neuguinea auf.

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Auch wenn die Füße schmerzen und die Knochen zeigen, dass sie heute eher „Oldies, but Goldies“ sind. Denn diese Touren sind alles andere als ein kleine Zeltausflug, bei dem einem die Nuggets nur so in den Schoß fallen.

Goldgräber-Ehre: Schürfen statt sprengen

Das ist Knochenarbeit. Die beiden fördern das Gold, das von den Bergen die Flüsse hin-abtreibt, statt es in den Bergen herauszusprengen. Sie halten auch nichts von der Goldgewinnung mit Quecksilber, das das Erbgut schädigt und viele Missbildungen der Kinder zur Folge habe.

Mit einem Lastenhubschrauber, vollgepackt mit Zucker, Reis und Medikamenten, lassen sie sich im Urwald absetzen.

Dann geht es wirklich so los, wie sich das der Laie so vorstellt: Mit Spitzhacke, Schaufel, Pfanne, Zelt und Gewehr. Die rassige Rothaarige und ihr Partner sind oft die ersten Goldgräber, die die Einheimischen je zu Gesicht bekommen haben.

Goldschürfen ist ein echter Knochenjob

Und, wie schöpft man nun das Gold? „Im Grunde genommen ist das wie bei einem Staubsauger: Der Goldbagger steht im Fluss, filtert das Gestein. Gold ist schwer und bleibt hängen, die Steine fließen zurück in den Fluss.“

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Für zwei Hände voll Gold müsse man viele Kubikmeter goldhaltiges Material mit dem Bagger durcharbeiten. Nur fünf Prozent davon könne man als Nugget bezeichnen, erklärt Ariane.

Einige der schönsten „Goldklumpen“ verarbeitet Gisa mittlerweile in Düsseldorf zu Ketten, Ringen und Armbändern. „Die Nuggets meiner Mutter sind das Herz meines Labels“, schwärmt die Goldschmiedin. Denn: „Die Marke Golpira soll auch für die Geschichte von meiner Mama und mir stehen.“ So schließt sich der Kreis ...

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