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Darum schneiden sich Frauen im Iran die Haare ab

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 22.09.2022 RP ONLINE

Düsseldorf. Weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß trug, wurde Mahsa Amini von der iranischen Sittenpolizei festgenommen. Sie starb im Polizeigewahrsam. Landesweit kommt es nun zu Protesten. Warum sich Frauen dabei die Haare abschneiden.

Nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini kam es zu weltweiten Protesten, wie hier in New York. Die Demonstranten protestieren gegen das Regime von Präsident Ebrahim Raisi und die strengen Kleidungsvorschriften, unter denen besonders die Frauen im Iran leiden. © STEPHANIE KEITH Nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini kam es zu weltweiten Protesten, wie hier in New York. Die Demonstranten protestieren gegen das Regime von Präsident Ebrahim Raisi und die strengen Kleidungsvorschriften, unter denen besonders die Frauen im Iran leiden.

Sie protestieren, verbrennen ihre Kopftücher oder schneiden sich die Haare ab: Nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini wehren sich im Iran Tausende Frauen gegen die strengen Kleidungsvorschriften. Weltweit gehen Szenen viral, in denen sich die mutigen Iranerinnen ihre langen, dunklen Haare abschneiden. Mit Messern und Scheren, ohne Spiegel oder Bürste, denn die Optik ist nebensächlich. Viel wichtiger ist die Botschaft, die sie damit senden: „Wir fürchten uns nicht, wir sind alle zusammen“. Es ist ein solidarischer Akt gegenüber Mahsa Amini, die von der Sittenpolizei festgenommen wurde und danach verstarb.

Weil die junge Frau ihren Hijab nicht ordnungsgemäß trug und ihr Haar zu sehen war, nahm die Polizei sie am 13. September 2022 fest und brachte sie auf die Wache. Was dort passierte, bleibt unklar. Bekannt ist, dass Amini nach ihrer Verhaftung ins Koma fiel und verstarb. Die offizielle Erklärung lautet, dass sie plötzlich gesundheitliche Probleme bekommen habe. Daran glauben weder ihre Angehörigen, noch die Frauen im Iran. Viel wahrscheinlicher ist, dass Mahsa Amini von der Sittenpolizei gefoltert oder misshandelt wurde und an den Folgen verstarb. Die Familie der 22-Jährigen machte den Vorfall öffentlich und im ganzen Land gingen Frauen auf die Straße. Auch Prominente wie die Schauspielerin Anahita Hemmati schlossen sich dem Protest an, schnitten sich aus Solidarität ihre Haare ab und veröffentlichten Videos davon in den sozialen Netzwerken. Bei den Protesten, die in 15 iranischen Städten stattfanden, soll die Polizei Tränengas eingesetzt und auf die Demonstranten geschossen haben. Internationale Politiker und Menschenrechtsorganisationen zeigten sich besorgt über die aktuelle Situation im Iran. Auch weltweit kam es zu Demonstrationen, unter anderem in Berlin, Istanbul und New York.

Im arabischen Kulturkreis haben Haare eine große Bedeutung und werden als Symbol der Weiblichkeit gesehen. Die seit 1979 geltenden Kleidungsvorschriften schreiben Frauen deshalb vor, ihr Haar zu bedecken. Um die Durchsetzung der strengen Regeln zu gewährleisten, setzt die Regierung eine Moral- bzw. Sittenpolizei ein. Frauen werden dabei besonders hart bestraft und vom iranischen Rechtssystem systematisch benachteiligt. Im Erbrecht oder vor Gericht zählen ihre Stimmen nur halb so viel wie die der Männer.

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