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Das schmelzende Eis am Mount Everest legt nicht nur die Leichen von Bergsteigern frei, sondern auch uralte Krankheiten

Business Insider Deutschland-Logo Business Insider Deutschland 25.03.2019 Amira Ehrhardt
Elena Mt Everest 08 © Elena Kvochko Elena Mt Everest 08

Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt und daher beliebtes Ziel für Extremsportler und Abenteurer. Mehr als 4.800 Menschen sollen den 8.848 Meter hohen Berg bereits bezwungen haben. Doch der Weg zum höchsten Punkt der Erde forderte von vielen seinen Tribut. Rund 300 Menschen sind bei dem Versuch, den Berg zu besteigen, gestorben. 

Einige der Leichen konnten geborgen werden, doch etwa 200 von ihnen liegen weiterhin unter dem Schnee und Eis begraben und blieben bislang unentdeckt. „Aufgrund der Erderwärmung schmelzen die Eisschicht und die Gletscher schnell und die Leichen, die all die Jahre begraben waren, werden nun freigelegt”, erklärt Ang Tshering Sherpa von der nationalen Bergvereinigung Nepals, wie die BBC berichtete. 

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„Wir haben die Leichen von einigen der Bergsteiger, die in den vergangenen Jahren gestorben sind, bergen können, aber die alten, die vergraben blieben, kommen nun zum Vorschein”, erklärte er weiter. 

Auf der chinesischen, beziehungsweise tibetischen Seite des Berges wurden die Leichen offenbar bereits geborgen, noch bevor die Saison für den Aufstieg im April starten wird. In Nepal wird währenddessen eine Zustimmung der Regierung benötigt, um die toten Alpinisten bergen zu können.

Immer wieder kommen Leichen zum Vorschein

„Wir können bei der Bergung helfen, brauchen dafür aber eine Genehmigung der Regierung”, sagte Damber Parajuli, Vorsitzender des Verbandes für Reiseverantstalter, am vergangenen Donnerstag in Nepal. Diese Angelegenheit müsse oberste Priorität bei der Regierung und den Veranstaltern haben, so Parajuli weiter. 

Die Leichen zu entfernen, ist aufwändig und gefährlich. Daher werden die Toten nur dann geborgen, wenn sie gängige Aufstiegsrouten versperren oder die Familien sich eine Bergung des Leichnams wünschen. 

Immer wieder kommen Leichen oder Leichenteile verunglückter Alpinisten auf dem Berg zum Vorschein. Im Jahr 2017 tauchte beispielsweise die Hand eines toten Bergsteigers in Camp 1 auf. Von ähnlichen Vorfälle wurde und wird immer wieder berichtet. 

„Hände und Beine toter Körper sind in den vergangenen Jahren immer wieder in den Basis-Camps aufgetaucht”, sagte ein Vertreter einer Nichtregierungsorganisation, die in der Region aktiv ist, der BBC. Die Eisschmelze führe dazu, dass immer mehr Leichen auf dem Berg zum Vorschein kommen. 

Schmelzprozess enthüllt möglicherweise Krankheitserreger 

Mehrere Studien haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Eismassen des Mount Everest aufgrund des Klimawandels und der damit verbundenen Erderwärmung stark schmelzen. Für Bergsteiger wird der Aufstieg nicht zuletzt aufgrund von immer mehr und größeren Schmelzwasserseen gefährlicher. 

Auch das Eis selbst hat sich in den vergangenen Jahren erwärmt, zeigt eine Studie der Aberystwyth University in Großbritannien. In den kältesten gemessenen Bereichen beträgt die Temperatur nur noch minus 3,3 Grad Celsius. 

Die Eisschmelze in den verschiedensten Regionen der Erde könnte außerdem dazu führen, dass mit den Leichen auch längst vergessene Krankheiten wieder auftauchen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2015, die in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „PNAS“ veröffentlicht wurde, wurde im Permafrost der Arktis ein 30.000 Jahre alter Virus entdeckt. Das wirft die Sorge auf, dass steigende Temperaturen und die damit verbundenen Schmelzprozessse tödliche, archaische Krankheiten wiederbeleben könnten.

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