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Ein Foto geht um die Welt

WELT-Logo WELT 15.06.2020
In den sozialen Netzwerken wird Hutchinson für diese Rettungsaktion als Held gefeiert Quelle: REUTERS © REUTERS In den sozialen Netzwerken wird Hutchinson für diese Rettungsaktion als Held gefeiert Quelle: REUTERS

In London versammelten sich am Samstag zahlreiche Menschen zu einem Gegenprotest gegen eine Anti-Rassismus-Kundgebung. Mehrere hundert Rechtsextreme zogen zum Parlament, um dort Statuen vor möglichen Angriffen zu schützen.

Auf Fernsehbildern waren gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei zu sehen - ein Bild geht seither aber um die Welt: Es zeigt den schwarzen Aktivisten Patrick Hutchinson, wie er einen verletzten Mann, dessen Identität noch unklar ist, aus der teils unübersichtlichen Lage über seine Schulter liegend rettet.

Dem britischen Sender Channel 4 erzählte er in einem Interview, wie brenzlig die Situation war. „Als ich ankam, sah ich, dass ein Mann am Boden lag. Es war sehr hektisch, wie bei einer Flucht. Da waren Leute, die versucht haben, ihn vor weiteren Verletzungen zu schützen. Vergeblich.“

Wieder gehen Tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straßen. Schwerpunkte diesmal: London und Paris. Hier kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Quelle: WELT/ Nadine Jantz © WELT/ Nadine Jantz Wieder gehen Tausende Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straßen. Schwerpunkte diesmal: London und Paris. Hier kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Quelle: WELT/ Nadine Jantz

Sein Leben sei in Gefahr gewesen. Er wusste: Würde er da liegen bleiben, würde er es nicht schaffen. „Also nahm ich ihn hoch, legte ihn über meine Schulter und ging in Richtung Polizei.“ Um ihn herum, das zeigt auch das Foto, versuchten zahlreiche Menschen die Beiden vor weiteren Angriffen zu schützen.

„In diesem Moment denkst du nicht nach, du machst einfach“, sagte Hutchinson rückblickend. In den sozialen Netzwerken wird er für diese Rettungsaktion als Held gefeiert. Das Foto ist zu einem Symbol für Menschlichkeit und Zivilcourage geworden. Doch Hutchinson betonte, dass nicht er alleine das Leben gerettet habe. „Ich bin nur der Typ, der ihn getragen hat.“

Patrick Hutchinson zieht Parallele zum Tod von Floyd

Hutchinson, der laut dem britischen „Guardian“ Personal Trainer und Großvater ist, zog auch einen Vergleich zum Tod von George Floyd. „Wenn die anderen drei Polizisten, die herumstanden, als George Floyd ermordet wurde, darüber nachgedacht hätten, einzugreifen und ihren Kollegen daran zu hindern, das zu tun, was er tat, wie wir, wäre George Floyd heute noch am Leben.“

Wie die Polizei mitteilte, wurden am Samstag mehr als hundert Menschen festgenommen. Sechs Beamte wurden demnach leicht verletzt. Premierminister Boris Johnson verurteilte die Gewalt und sprach von „rassistischem, rücksichtslosem Vorgehen“. Londons Bürgermeister Sadiq Khan twitterte, es sei klar, dass rechtsextreme Gruppen für die Gewalt verantwortlich seien.

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