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Ersatz am Stadtrand?: Weiter Streit um Pendler-Parkplätze in Wiesdorf

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 16.06.2020 Thomas Käding
Die Ausweich-Haltestellen für Busse auf der Rathenaustraße würde die CDU gern zu Pendlerparkplätzen machen. © Ralf Krieger Die Ausweich-Haltestellen für Busse auf der Rathenaustraße würde die CDU gern zu Pendlerparkplätzen machen.

Die Bauphase wird schwierig. Das zeigt sich an vielen Punkten rund um den Bahnhof Mitte. Bis das neue Gleis für den Rhein-Ruhr-Express da ist, gibt es ein paar empfindliche Einschränkungen, vor allem für Pendler, die in Leverkusen-Mitte vom Auto in die Bahn umsteigen. Vor einigen Monaten wurden die Parkplätze südlich des Bahnhofs gesperrt, weil dort Material gelagert wird und Platz sein muss für die Vorbereitung des Gleisbaus. Dieses wird auf der Westseite des Bahndamms gelegt.

Über die Frage, wie man jetzt Ersatz schaffen kann für den Park-&-Ride-Platz in Wiesdorf, streiten CDU-Fraktion und die Straßenverkehrsbehörde. Sie hält nichts von der CDU-Idee, die provisorischen Bushaltestellen an der Rathenaustraße zu Parkstreifen für Pendler zu machen, solange die Bahn baut. Und das kommt so: Im Amt geht man davon aus, dass die Streifen demnächst wieder für die Busse gebraucht werden, mit denen der Ersatzverkehr für die S 6 abgewickelt wird, die wegen der Verlegung des RRX-Gleises 14 Monate lang nicht fahren kann.

Kein Normalzustand

Die Situation in den vorigen Osterferien sei kein Maßstab: In dieser Zeit wurden die Ersatzbusse für die Bahn kaum genutzt, weil durch die Corona-Schutzbestimmungen viele Berufspendler daheim blieben, um zu arbeiten, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung zum CDU-Antrag. Die beiden Ferienwochen im April spiegelten „nicht den Normalzustand“ – und die nächsten von der Bahn angekündigten Sperrungen der S-Bahn-Strecke dauerten sehr lange und forderten viele Ersatzbusse.

Gut möglich, dass die Bahn dann viel mehr Busse braucht, um die Pendler von A nach B zu bringen. Ebenfalls denkbar sei, dass die provisorischen Haltestellen für andere gebraucht werden: für Flixbus. Bei so vielen Unsicherheiten könne man die Bushaltestellen nicht einziehen und den Autofahrern zur Verfügung stellen. Erst recht, weil dort eine Busspur aufgemalt werden soll, und zwar schon in den kommenden Wochen.

Und dann sind da ja auch noch die Kolonie-Bewohner: Dort hat es schon für Ärger gesorgt, dass sieben Stellplätze für Leihautos an die Friedlieb-Ferdinand-Runge Straße verlegt wurden. Weitere Parkplätze für Fremde würden sich in der Kolonie auswirken, befürchtet man in der Stadtverwaltung. Schließlich ist da noch die Grundsatzdebatte darüber, wo Pendlerparkplätze überhaupt hingehören. An den Stadtrand, heißt es in der Stadtverwaltung. An die Bahnhöfe, sagt die CDU.

Dieser Streit wird nun im Fall Wiesdorf weitergeführt: Nach Meinung der Verwaltung „erscheinen P+R-Plätze mitten im Stadtzentrum aus verkehrspolitischer Sicht nicht zielführend, da sie Verkehr aus dem Umland in die Stadtmitte anziehen“. Und im vor der Corona-Zwangspause von den Politikern abgenickten „Mobilitätskonzept 2030+“ steht, dass P+R-Plätze „am Stadtrand sinnvoll verortet“ sind, betont die Verwaltung. „Dort sollen Pendler auf entsprechende Parkplätze mit gutem ÖPNV-Angebot und umsteigefreier Anbindung an die Bahnhöfe und Nahverkehrsknotenpunkte gelenkt werden.“

Eine Aussage, über die schon häufig heftig gestritten wurde.

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