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Germanwings-Absturz: Lufthansa behauptet: Opfer hatten keine Todesangst

BUNTE.de-Logo BUNTE.de 12.08.2019 Stephanie Heckl
Germanwings © DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images Germanwings

Am 24. März 2015 riss Germanwings-Pilot Andreas Lubitz (†27) bei einem erweiterten Suizid 150 Menschen mit in den Tod, als er einen voll besetzten Airbus 320 absichtlich in den französischen Alpen zerschellen ließ. Die Maschine war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf, als Co-Pilot Lubitz einen Moment, den er alleine im Cockpit zubrachte, nutzte, um das Flugzeug zum Absturz zu bringen.

In diesem Jahr jährte sich der Absturz zum vierten Mal. Doch bis die Angehörigen der Todesopfer nicht mehr von ihrer Trauer geplagt werden, wird es noch lange dauern. Eine Schmerzensgeldklage gegen Lufthansa, Mutterkonzern von Germanwings, dauert an. Seit 2017 klagen fast 200 Angehörige von 42 Todesopfern am Landgericht Essen auf höhere Schmerzensgeldzahlungen. Dazu soll es eine mündliche Verhandlung geben. Ein genauer Termin steht noch aus.

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Doch schon jetzt erreichte die Trauernden ein Brief der Airline, wie „bild.de“ berichtet. Die Aussage des Schreibens macht fassungslos: Demnach hätten die Passagiere nichts von dem Absturz mitbekommen – und somit auch keine Todesangst erleiden müssen.

Die Hinterbliebenen fordern mehr Schmerzensgeld von der Lufthansa

Die Klage der Hinterbliebenen richtet sich gegen die Flugschule der Airline. In dieser hatte Lubitz seine Ausbildung absolviert – und wegen schwerer Depressionen nur mit einer Sondergenehmigung bestanden. Die Kläger werfen der Flugschule Versäumnisse vor. Den Hinterbliebenen geht es nicht nur um eine Erhöhung des Schmerzensgeldes, auch solle geklärt werden, „an welcher Stelle im Weltkonzern der psychisch kranke Copilot durch das Kontrollnetz gefallen ist“, so der Anwalt der Hinterbliebenen, Elmar Giemulla. Und er wirft der Airline vor: „Dass der Pilot zu Beginn seiner Ausbildung unter Depressionen litt, war klar. Er durfte mit Sondergenehmigung fliegen. Doch erneute erforderliche Untersuchungen seiner psychischen Gesundheit sind ausgeblieben.“ Die seien jedoch laut neuer EU-Richtlinie ab April 2013 zwingend notwendig gewesen.

Erste Zahlungen hatte Lufthansa bereits nach dem Unglück geleistet. Nächste Angehörige erhielten pro Person 10.000 Euro Schmerzensgeld. Zudem wurden 25.000 Euro vererbbares Schmerzensgeld für jedes Todesopfer ausgezahlt. Zu wenig nach Meinung der klagenden Verwandten. Laut dem Berliner Anwalt Elmar Giemulla fordern die Angehörigen die Zahlung von weiteren 30.000 Euro, sowie eine Verdopplung des vererbbaren Betrags.

Dass die Airline nun vor Prozessbeginn in einem Schreiben mitteilen ließ, die Opfer des erweiterten Suizids hätten nichts von dem nahenden Absturz mitbekommen, sorgt für Aufregung. Ist dies eine Strategie, um die Höhe der Schmerzensgeldzahlungen zu senken? Deren Höhe richten sich zum Teil danach, wie lange die Opfer leiden mussten.

Opfer-Anwalt und Flugrechtexperte Elmar Giemulla äußerte sich dazu gegenüber „bild.de“: „Aufnahmen des Voice-Recorders bestätigen, dass in den letzten zehn Minuten des Fluges mehrfach gegen die Cockpit-Tür geschlagen wurde. Der ausgesperrte Kapitän hat Einlass verlangt. Zeitweise sank das Flugzeug mit gut 90 km/h, im Landeanflug sind 24 km/h normal. Das ist ein deutlich merkbarer Unterschied.“

Ein Lufthansa-Sprecher hingegen äußerte: „Die Situation an Bord wurde von den Behörden ermittelt. Verfehlungen oder Pflichtverletzungen von flugmedizinischen Sachverständigen wurden nicht festgestellt.“ Voraussichtlich im Herbst soll die Klage vor Gericht verhandelt werden.

Was ihr tun könnt, wenn die Trauer nicht nachlässt, sagt euch ein Psychologe im folgenden Video.

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