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Hambacher Forst: Aktivisten zertrampeln Acker: Landwirt flippt aus und landet in U-Haft

EXPRESS-Logo EXPRESS 28.10.2018 Adnan Akyüz
Landwirt Markus Hemmersbach © Markus Hemmersbach Landwirt Markus Hemmersbach

Landwirt Markus Hemmersbach (40) ist fassungslos. Der Acker des Bauern aus Inden wurde von Umwelt-Aktivisten und Polizei zertrampelt – der Weizen auf dem frisch bestellten Feld in der Nähe des Hambacher Forstes ist hinüber. Als Markus Hemmersbach seinen Acker aber verteidigen wollte, wurde er festgenommen.

Bauer Markus Hememrsbach: „Meine ganze Saat ist kaputt“

„Ich bin unbeteiligter Dritter und habe jetzt den Schaden. Ich habe weder was mit Wald noch mit RWE zu tun. Es war gerade alles frisch gesät. Meine ganze Saat ist jetzt kaputt", sagt Landwirt Markus Hemmersbach dem EXPRESS.

Hambacher_Forst_Polizei_27_10_2018 © picture alliance/dpa Hambacher_Forst_Polizei_27_10_2018

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Landwirt erstatte Anzeige

Am Vortag hatte die Polizei eine Gruppe von Aktivisten, die zum Tagebau Inden gelangen wollten, gestoppt. Genau auf Markus Hemmersbachs Feld! Weil sein Acker zuvor auch schon von Aktivisten beschädigt worden war, hatte der Landwirt Anzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung erstattet.

Markus_Hemmersbach_Hambacher_Forst_28_10_2018 (3) © Markus Hemmersbach Markus_Hemmersbach_Hambacher_Forst_28_10_2018 (3)

Mit Traktor auf Aktivisten zugefahren

„Ein Bekannter rief mich an und sagte, dass die wieder auf meinem Acker stehen. Da bin ich mit meinem Traktor bis auf 20 Meter auf sie zugefahren, um sie einzuschüchtern. Da hatten die Polizisten schon ihre Hände an ihren Waffen. Die dachten wohl, dass ich denen etwas antun würde. Dann wurde ich festgenommen“, schildert Bauer Hemmersbach, der seit 1996 seinen Bauernhof in Inden betreibt, den Vorfall.

Markus_Hemmersbach_Hambacher_Forst_28_10_2018 (1) © Markus Hemmersbach Markus_Hemmersbach_Hambacher_Forst_28_10_2018 (1)

Und weiter: „Ich wurde zum Polizeipräsidium Aachen gebracht, wo ich von 15.30 Uhr bis 23 Uhr eingesperrt wurde. Da hat man mir gesagt, dass gegen mich wegen versuchten Mordes und versuchter Körperverletzung ermittelt werde. Dabei habe ich niemandem etwas getan.“

Das sagt die Staatsanwaltschaft Aachen

EXPRESS fragte am Sonntag bei Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts aus Aachen nach. Sie sagt: „Es gibt ein Verfahren gegen den Landwirt, aber nicht wegen versuchten Mordes oder Körperverletzung. Wir prüfen noch, ob es überhaupt eine Straftat gegeben hat. Es ist ja niemand verletzt worden.“

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Das sagen die Aktivisten 

Die Aktivisten von Ende Gelände, die vom Landwirt für den zerstörten Acker verantwortlich gemacht werden, wollen für den angerichteten Schaden aufkommen.

„Ende Gelände“-Sprecherin Karolina Drzewo zum EXPRESS: „Der Landwirt kann gerne auf uns zukommen. Wir kommen gerne für den Schaden auf. Unsere Aktionen sollen auf keinen Fall negative Auswirkungen auf die Landwirte haben.“

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