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"Ich genieße den Anblick, wie sie stirbt"

WELT-Logo WELT 03.03.2018

Eine 17-Jährige wird von ihrem nach islamischem Recht verheirateten Mann und ihrem Bruder niedergestochen.War es Ehrenmord? Die Familie schickte nach der Tat offenbar ein erschütterndes Handyvideo an den Geliebten des Opfers.

Es ist ein Gewaltakt, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt: Eine junge Frau wird am Dienstagabend von ihrem Ehemann und ihrem Bruder mit einem Messerstich brutal niedergestochen. Sie wird lebensgefährlich verletzt. Die beiden flüchten. Wenig später werden sie in einem Zug im rund 250 Kilometer entfernten Schweinfurt festgenommen.

Die Ermittler gehen von einer Beziehungstat aus, wollten aber aus ermittlungstaktischen Gründen zunächst keine weiteren Informationen veröffentlichen. Die 17-Jährige aus Libyen ist mit dem 34 Jahre alten Syrer nach islamischem Recht verheiratet, nicht aber nach deutschem. Sie beide waren als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Nun wurden neue erschütternde Details zu dem Fall bekannt. Die Polizei teilte am Freitagnachmittag mit, dass sich die 17-Jährige vor der Tat offenbar von ihrem Mann trennen wollte. War es versuchter Ehrenmord? Der kulturell und religiöse Hintergrund spielt bei den Ermittlungen eine große Rolle.

Nach Informationen der "Bild" hatte die junge Frau sich in einen Flüchtling aus dem benachbarten Biberach verliebt. Am Tatabend war die Familie im Elternhaus in Laupheim versammelt. Der 20 Jahre alte Bruder habe nach einem eskalierten Familienstreit seiner Schwester ein Messer in den Oberkörper gerammt und sie so lebensgefährlich verletzt.

Angebliches Handyvideo an Geliebten

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In seiner Samstagsausgabe druckt das Blatt zudem Bilder ab aus einem vorliegenden Handyvideo. Darin soll ein anderer Bruder - nicht der Messerstecher - gesagt haben: "Siehst du, wo ich stehe? Ich genieße den Anblick,wie sie stirbt, und rauche dabei eine Zigarette." Das Video sei demnach im Kinderzimmer der 17-Jährigen aufgenommen und an den Mann aus Biberach geschickt worden.

Das Opfer war am Freitag noch nicht vernehmensfähig, Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben jedoch nicht mehr. Die Kriminalpolizei vernahm weiterhin Freunde und Verwandte der Beteiligten. Der 34 Jahre alte Mann und der 20-jährige Bruder der Schwerverletzten sitzen weiter wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft.

Der 20 Jahre alte Bruder ist offenbar Islamist. Er wurde den Ermittlern zufolge am 26. Februar in einem Verfahren vor dem Amtsgericht Biberach wegen Beihilfe zur Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und uneidlicher Falschaussage aus der Untersuchungshaft entlassen.

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