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In Bonn vor Gericht: Als Polizei seine Suzuki einkassiert, dreht Biker komplett durch

EXPRESS-Logo EXPRESS 17.04.2020 express
Der Suzuki-Fahrer steht bald in Bonn vor Gericht. © picture alliance/dpa (Symbolfoto) Der Suzuki-Fahrer steht bald in Bonn vor Gericht.

Immer wieder ratterte der Mann mit seiner Suzuki durch die Wohnsiedlung an der Adalbert-Stifter-Straße in Siegburg, ließ den Motor grundlos aufheulen, machte Vollbremsungen. Was die Nachbarschaft am meisten aufbrachte: Der 40-Jährige tauchte mit Vorliebe dort auf, wo Kinder spielten.

Wiederholt gab es Beschwerden und Bitten, diese krachend lauten Auftritte zu unterlassen. Nicht zuletzt auch, weil der Mann gar keine Fahrerlaubnis hatte, sie war ihm längst schon entzogen worden. An Allerheiligen 2019 kam es schließlich zum Polizeieinsatz. Dabei beschlagnahmten die Ordnungshüter das nicht angemeldete Motorrad.

Biker bewaffnete sich mit einem Messer

Mit fast tödlichen Folgen für zwei Männer: Denn der 40-Jährige bewaffnete sich daraufhin mit einem Messer und suchte nach dem angeblichen Verräter - und stach schließlich zwei Mal wahllos zu.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat den gebürtigen Brasilianer wegen zweifachen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung sowie Sachbeschädigung angeklagt, wie Gerichtssprecher Tobias Gülich mitteilte. Bei der Tat soll der 40-Jährige sich allerdings im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit befunden haben.

Biker trat die Wohnungstür der Nachbarn ein

Laut Anklage hatte der bewaffnete Mann zunächst eine Wohnungstür in einem Mehrfamilienhaus eingetreten: Als der 59-jährige Mieter, den er wohl im Verdacht hatte, ihn angezeigt zu haben, nicht da war, wollte er das Haus wieder verlassen. Dabei traf er noch im Hausflur auf einen 67-Jährigen, den er nicht kennt, und stach laut Anklage ohne weitere Vorwarnung in Richtung Herz, um ihn zu töten. Dem Mann gelang es noch, seinen Brustkorb mit dem linken Arm zu schützen. Dabei wurde der Oberarm komplett durchstochen, dann erlitt er noch weitere Stiche in Brustkorb und Wirbelsäule.

Suzuki-Fahrer perforiert Nachbarn die Lunge

Ein 23-Jähriger, der zu Hilfe eilen wollte, wurde selber zur Zielscheibe des Angeklagten: Er bekam einen Messerstich in den Oberkörper, der ihm die Lunge perforierte. Erst als ein 40-Jähriger dem Wütenden androhte, mit einem faustgroßen Stein nach ihm zu werfen, soll er geflüchtet sein. Beide Opfer überlebten schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, das Attentat. Beide wohnen nicht in der Siedlung und sollen, laut Polizei, auch nicht die Anzeigenerstatter gewesen sein.

Messerstecher aus Niederkassel gefasst (hier lesen Sie mehr)

Der justizbekannte Angeklagte, der länger bereits unter Betreuung steht, wurde schließlich in seiner Wohnung im Nachbarhaus festgenommen. Dabei soll er nach Polizeiangaben „einen sehr berauschten und stark verwirrten Eindruck“ gemacht haben, auch konnte er nicht vernommen werden. Seit dem Tattag ist der 40-Jährige vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Der Prozess vor dem Bonner Schwurgericht ist noch nicht terminiert. (ucs)

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