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Jugendgottesdienst: Gemeinde und Gemeinschaft einmal anders erleben

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 24.03.2020 Eva Kunkel
Die Steinbücheler jungen Christen bei ihrem Treffen vor der Krise. © Evangelische Gemeinde Steinbüchel Die Steinbücheler jungen Christen bei ihrem Treffen vor der Krise.

Was kann Kirche heute noch sein? Nico Peters, Lara Fiß und Florian Mielchen haben auf diese Frage eine Antwort: Gemeinschaft.

Jugendgottesdienst wegen Corona abgesagt

Die drei engagieren sich seit Jahren in der evangelischen Gemeinde Steinbüchel. Mindestens zwei Mal im Jahr organisieren sie einen Gottesdienst – von Jugendlichen für Jugendliche. Jetzt sollte eigentlich der zweite Jugendgottesdienst „Jugo“ in 2020 stattfinden, diesmal mit dem Thema Himmel. Wegen Corona muss er ausfallen.

Etwa 20 junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren erarbeiten die Jugendgottesdienste. Von der Themenfindung ganz am Anfang, bis zur Musik, der Predigt, Licht, Technik, Sketchen und der Moderation. Alles in Eigenregie, anders als gewohnt. „Der Sonntagsgottesdienst hat immer den gleichen Ablauf. Da gehen junge Leute erfahrungsgemäß nicht so gerne hin, weil sie auch oft die Themen und Gedanken nicht genau verstehen“, sagt Nico Peters. Die Jungen der Gemeinde Steinbüchel versuchen es anders.

Fotostory und Gedankenspiel

Mit Filmen, Lesungen, Fotostorys und Gedankenspielen versuchen sie zum nach- und mitdenken zu animieren. Gottesdienst, ja. Aber ohne den Charakter von Frontalunterricht. „Den Besucher an die Hand nehmen“, nennt es Florian Mielchen. Der 20-Jährige hat die Predigt verfasst. Der Himmel fasziniere die Menschen, aber er sei auch schwierig zu erklären, schreibt er: „Niemand hat eine genaue Adresse und weiß, wie es dort aussieht“.

Tod gehört zum Leben wie Geburt und Taufe

Doch etwas, das vorstellbar und für die Menschen nah sei, sei die Station davor: „Der Tod gehört genauso zum Leben dazu wie die Taufe oder deine Geburt. Es ist nur ein kleiner Moment in deinem ganzen Leben“, so der Predigttext. Es sind solche Fragen die nicht ganz einfach zu beantworten sind. Und die Gespräche, die man sonst so nicht führt, die für Nico Peters den Wert der Gruppe ausmachen. Der 24-jährige Student der Logistik ist katholisch, aber ein Freund nahm ihn mit in die Gemeinde. Das war 2013. Seitdem fährt er mit in die Sommerfreizeiten der Gemeinde und wirkt an den Jugendgottesdiensten mit. Welchen Glauben jemand hat, spielt keine Rolle.

Wert der Freundschaft

Zur Gruppe gehören alle. „Bei uns gibt es keine Grenzen. Wir versuchen, jeden zu integrieren. Ob Leute etwas mit dem Glauben zu tun haben oder nicht, ob sie evangelisch oder katholisch sind“, sagt Lara Fiß, die auch seit 2013 dabei ist und in diesem Jahr beim Jugo die Musik mitgestaltet hat. „Für mich zeigt sich Gott in Freunden, keinem vertraut man stärker und meistens hat man mit ihnen die schönsten Erlebnisse. Der Himmel zeigt sich einfach in ihnen, dass man sich nicht verstellen muss und so sein kann, wie man will“, sagt Mielchen in seiner Predigt.

Mehr Selbstbewusstsein gewonnen

Lara Fiß hat diese Freunde in der Gemeinde gefunden. Man wachse da richtig rein und blühe auf, sagt sie. Durch die Unterstützung der anderen. „Ich war früher schüchtern. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich mal eine eigene Predigt schreibe. Auf keinen Fall. Aber die Gruppe nimmt einem diese Angst. Weil ich weiß, dass sie immer hinter mir steht, komme was wolle“, so die 21-Jährige.

In der Schulzeit hat sie wenig Verständnis für ihren Glauben erfahren. Doch sie mache das auch nicht, um andere zu beeindrucken, sondern für sich selbst.„Ihr sollt die guten Taten nicht tun, damit ihr in den Himmel kommt, sondern ihr sollt sie tun, weil sie gut sind“, schreibt Florian in seiner Predigt.

Auch ältere Generationen ansprechen

Inzwischen bewegen sich die Jugos weg davon, nur die jungen Leute ansprechen zu wollen. Die unterschiedlichen Generationen sollen zusammengebracht werden. „Ich habe noch so viel vor und es gibt auch so viel Himmel hier zu erleben. Denn wie in Himmel so auf Erden oder der Himmel auf Erden“, schreibt Florian Mielchen. Wenn Zusammenkünfte wieder gestattet sind, wollen die Jugos den Gottesdienst nachholen.

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