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Kanada: In der Wildnis angeschossen: Mann kämpft sich zwei Tage lang durch die Kälte zu seiner Rettung

stern-Logo stern 15.02.2020 rw
Winterliche Landschaft nahe Churchill in Manitoba, Kanada © Picture Alliance/Mike Grandmaison/ Winterliche Landschaft nahe Churchill in Manitoba, Kanada

Ein dreifacher Vater ist in der Wildnis Kanadas von einer Kugel in die Schulter getroffen worden. Zwei Tage kämpfte er sich bei tiefen Minusgraden in die nächste Stadt. Der Gedanke an seine Kinder ließ ihn nicht aufgeben.

Daniel Anowak hatte enormes Glück. Der Vater von drei Töchtern war in der vergangenen Woche im Norden des kanadischen Bundesstaats Manitoba unterwegs, um mithilfe von Fallen Tiere zu fangen. Nachdem er eine Falle in einem Gebüsch aufgestellt hatte, fiel plötzlich ein Schuss, wie Anowak dem kanadischer Sender CBC erzählte.

"Ich wusste nicht, dass ich getroffen wurde, weil ich hinfiel und für zehn bis fünfzehn Sekunden bewusstlos wurde. Als ich aufwachte, stand ich auf und bemerkte, wie Blut aus meiner Wunde kam."

Nur ein Kompass zeigt Anowak den Weg

Anowak berichtete dem Sender, er habe sich zu dem Zeitpunkt mitten in der Wildnis befunden. Niemand sei in der Nähe gewesen, um ihm zu helfen. Er habe auch kein Auto oder Schneemobil gehabt, weshalb er zu Fuß in die nächste Ortschaft Churchill gelaufen sei. Das Einzige, was ihm den Weg gewiesen habe, sei ein Kompass gewesen.

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Trotz der lebensfeindlichen Bedingungen lief Anowak immer weiter. Was ihn angetrieben habe, sei der Gedanke an seine drei Töchter gewesen, erzählte der Vater CBC. "Meine Kinder waren das Einzige, an das ich dachte, während ich lief", sagte er unter Tränen. "Sie ihren Abschluss machen zu sehen, sie heiraten zu sehen und das alles … ich habe nicht aufgehört. Tag und Nacht, ich bin immer weitergelaufen." Eine Polizeisprecherin erklärte, dass Anowak ab und zu hinter Felsen Schutz gesucht habe.

"Bin so froh, dass ich meine Kinder wiedersehen werde"

Obwohl Churchill nur wenige Kilometer von ihm entfernt lag, brauchte Anowak dem Bericht zufolge 50 Stunden bis in die Stadt. Das Gelände in dem Gebiet sei uneben und der Angeschossene durch seine Verletzung und die Kälte benommen gewesen, hieß es. Zu dem Zeitpunkt hätten dort Temperaturen von minus 30 bis 35 Grad Celsius geherrscht. Als er in der Ortschaft angekommen sei, hätten ihn die Menschen dort in warme Mäntel gepackt und anschließend in ein Krankenhaus nach Winnipeg gebracht.

Zusätzlich zu den Schusswunden erlitt Anowak nach Angaben des Senders Erfrierungen an seinen Gliedmaßen. Er bezeichne den Vorfall als "Tragödie", aber sei "so glücklich, am Leben zu sein. Ich bin so froh, dass ich meine Kinder wiedersehen werde", sagte der Gerettete.

Vom Schützen gibt es bislang keine Spur. Die Royal Canadian Mounted Police teilte laut CBC mit, Anowak sei von einer Person auf einem Schneemobil angeschossen worden, die ihn möglicherweise für ein Tier gehalten habe. Die verdächtigte Person sei allein gewesen, habe einen schwarz-blauen Schneeanzug getragen und ein schwarz-blaues Schneemobil gefahren. Die Polizei sucht nach Hinweisen und Zeugen. Anowak hofft, dass der Schütze oder die Schützin sich stellt.

Quellen: CBC (1), CBC (2)

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