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Kippen wegwerfen wird teurer: NRW-Umweltministerin schlägt Strafe von 100 Euro vor

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 12.04.2019 Gerhard Voogt
Das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln kann in Zukunft teurer werden. © Oliver Berg/dpa Das achtlose Wegwerfen von Zigarettenstummeln kann in Zukunft teurer werden.

Raucher, die ihre Zigarettenkippe auf die Straße werfen, müssen künftig mit drastischeren Strafen rechnen. Die NRW-Landesregierung erarbeitet derzeit einen neuen Entwurf für den „Bußgeldkatalog Umwelt“. Bislang ist darin ein Richtwert von 25 Euro vorgesehen. Wie das NRW-Umweltministerium mitteilte, soll die Strafe auf 100 Euro angehoben werden. „Der öffentliche Raum ist kein Aschenbecher “, sagte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.

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Viele Raucher wüssten nicht, dass ein Zigarettenstummel zwischen 500 und 1000 Liter Wasser verunreinigen könne, sagte die CDU-Politikerin. „Und wird ein Stummel auf der Straße weggeworfen, kann es fast zwölf Jahre dauern, bis er zerfällt“, so Heinen-Esser.

Kinder verschluckten mehr als 8000 Mal Kippen

Ziel des Bußgeldkatalogs ist es, eine landeseinheitliche Praxis beim Ahnden von Ordnungswidrigkeiten im Umweltbereich herbeizuführen. „Angesichts der Verschmutzung öffentlicher Plätze, Straßen und Gehwege durch achtlos weggeworfene Zigarettenstummel sehe ich die Kommunen in der Pflicht, diese unzulässige Abfallentsorgung zu ahnden“, sagte die Ministerin. Die Höhe der Strafandrohung ist für die Kommunen aber nicht bindend.

Besonders gefährlich sind Zigarettenstummel auf Kinderspielplätzen, da sie Arsen, Kupfer, Blei und andere Chemikalien enthalten. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen mit Sitz in Bonn teilte auf Anfrage mit, dass international mehr als 8000 Fälle bekanntgeworden sind, in den Kinder die Kippen verschluckt hatten. „Weggeworfene Filter, die in hoher Konzentration giftige Substanzen aufweisen, können insbesondere bei Kleinkindern zu Vergiftungen führen“, warnt André Stinka, umweltpolitischer Sprecher der SPD im Landtag. „Daher halten wir es für angebracht, für das Wegwerfen von Kippen an Kinderspielplätzen höhere Strafen festzulegen.“

Müll durch Filter soll um die Hälfte reduziert werden

Norwich Rüße, umweltpolitischer Sprecher der Grünen, forderte die Kommunen auf, gegen achtlose Raucher konsequenter vorzugehen: „Es braucht keine neuen Regeln, die vorhandenen müssen nur konsequenter durchgesetzt werden.“ Da die Kommunen selbst über die Höhe des Bußgeldes entscheiden könnten, variiere dies stark.

Der neue Richtlinienvorschlag der EU zur „Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt“ sieht vor, dass der Verkauf von Einweg-Kunststoffartikeln wie Teller, Besteck, Strohhalme oder Wattestäbchen aus Plastik bis 2021 verboten wird. Ziel ist auch die Reduzierung von Abfällen aus Tabakprodukten. So soll der Müll durch kunststoffhaltige Zigarettenfilter bis 2025 um 50 Prozent und bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden. Nach dem Gesetzentwurf der EU sollen die Mitgliedsstaaten dafür sorgen, dass die Tabakunternehmen die Kosten für die Sammlung der Zigarettenkippen und ihre Entsorgung übernehmen.

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