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Kreis Euskirchen nach der Flut: Auf 4,4 Millionen Euro Kosten für die Kreisstraßen

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 13.09.2021 Tom Steinicke, Stephan Everling, Michael Greuel, Sarah Herpertz, Ramona Hammes, Jennifer Seidel, Marco Führer
Nach der Flut: Sanierung der Kreisstraße 51 zwischen Palmersheim und Schornbusch (Archivbild) © Johannes Bühl Nach der Flut: Sanierung der Kreisstraße 51 zwischen Palmersheim und Schornbusch (Archivbild)

Bei dem schweren Unwetter sind im Kreis nach ersten Erkenntnissen der Behörden mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Die Aufräumarbeiten sind nach wie vor in vollem Gange.

Für Betroffene der Flutkatastrophe hat die Bezirksregierung Köln eine Hotline eingerichtet. Unter 0221/1472206 können sich besorgte Angehörige melden, die jemanden vermissen.

  • Montag, 13. September

4,4 Millionen Euro Schaden an Straßen nach Flutkatastrophe im Kreis Euskirchen –  Arbeiten verzögern sich

Auf 4,4 Millionen Euro belaufen sich im schlimmsten Fall die Kosten für die hochwasserbedingten Sanierungsarbeiten an Kreisstraßen. Auf diese Summe schätzt die Kreisverwaltung Euskirchen die Schäden an den zwölf Streckenabschnitten, die nach der Flut gesperrt werden mussten. Mittlerweile sind nach Angaben des Kreises wieder alle Straßen frei.

Ein vollumfängliches Abarbeiten mit eigenem Personal sei wegen des dringenden Handlungsbedarfs und im Sinne der Gefahrenabwehr nicht möglich gewesen, hieß es jetzt im Mobilitätsausschuss. Deshalb habe man auch Direktaufträge an mehrere Bauunternehmen erteilt. Dies erfolgte jeweils unter der Voraussetzung, dass die Firmen unmittelbar mit der Abarbeitung beginnen konnten.

K 73-Sanierung beginnt

Der Kreisbauhof konzentrierte sich neben der Schadensbeseitigung auf die Instandsetzung der Entwässerungsanlagen, sodass eine Funktionstüchtigkeit für folgende Regenereignisse sichergestellt ist.

Durch die Reparaturen der betroffenen Straßen haben sich eigentlich geplante Bauvorhaben, wie etwa an der Kreisstraße 73 bei Frauenkron, verzögert. Die Verwaltung geht davon aus, dass man etwa zwei Monate im Verzug ist. Die Sanierungsarbeiten in Frauenkron sollen nun starten.

Nicht auszuschließen sei, dass personell nachgebessert werden müsse, wenn Mitarbeiter der Abteilung Tiefbau und Abfall auch weiterhin im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe eingesetzt würden, heißt aus dem Kreishaus. (tom)

Gemeinde Kall fragt Lage bei Flutopfern ab

Kall. Die Gemeinde Kall will, wie andere Kommunen auch, mithilfe eines Fragebogens abfragen, wie die Situation der Flutopfer zwei Monate nach der Katastrophe ist. Gefragt wird beispielsweise, ob eine Wohnung mit Strom und Heizung zur Verfügung steht. „Wir können ja nur helfen, wenn wir über die Probleme auch in Kenntnis gesetzt werden“, betont Bürgermeister Hermann-Josef Esser.

Die Gemeinde bittet alle Haushalte, die von der Hochwasserkatastrophe betroffen sind, den Fragebogen auszufüllen. „Wichtig ist dabei, dass man uns mitteilt, ob wir die eingereichten Daten verwenden dürfen, damit wir die Betroffenen unmittelbar über Hilfsangebote oder weitere Informationen in Kenntnis setzen können“, so Esser. Eine solche Einwilligung sei schon aufgrund der Datenschutzgrundverordnung nötig.

Wenn keine Hilfe benötigt werde, würden die Daten nur anonymisiert für die Bewertung der aktuellen Situation ausgewertet.

Den Fragebogen kann man im Rathaus abholen oder von der Website der Gemeinde herunterladen. Ausgefüllt muss er dann bis Freitag, 1. Oktober, im Rathaus abgegeben oder per E-Mail eingeschickt werden. (wki)

www.kall.de

Bibliothek in Kall öffnet wieder – Zugang nur über Rathaus möglich

Kall. Die Bibliothek Kall ist ab sofort wieder geöffnet. Da ein Zugang derzeit aber nur über das Rathaus möglich ist, werden die Öffnungszeiten vorerst an die der Verwaltung angepasst. Flutopfer erhalten eine kostenlose Jahresmitgliedschaft.

Der Zugang zum Haus der Begegnung und damit zur Bibliothek ist derzeit nur über das Rathaus möglich, da die Eingänge zum Haus der Begegnung nicht passierbar sind. Das Rathaus ist nur über eine Treppe zur ersten Etage hinter dem Gebäude erreichbar. Weil das Außenrückgabegerät durch die Flut komplett zerstört wurde, ist bis auf Weiteres eine Rückgabe der Medien außerhalb der Öffnungszeiten nicht möglich. Die Bibliothek ist montags von 12 bis 16 Uhr, dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 13 Uhr und donnerstags von 12 bis 18 Uhr geöffnet. In der Bibliothek gelten nach wie vor Maskenpflicht und die allgemeingültigen Hygiene- und Infektionsschutzregeln.

Da auch der Aufzug von der Flut zerstört wurde, ist die Bibliothek derzeit nicht barrierefrei erreichbar. Wer auf einen barrierefreien Zugang angewiesen ist, soll sich frühzeitig bei den Mitarbeitern der Bibliothek melden, um einen Termin zur Abholung zu vereinbaren. Jeder, der persönlich vom Hochwasser betroffen ist, erhält eine kostenlose Jahresmitgliedschaft für die Bibliothek. Dafür muss beim nächsten Besuch ein Nachweis über die Betroffenheit vorgelegt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Gemeinde Kall. (wki)

Spendenausgabe in Weilerswist geschlossen

Weilerswist. Nach acht Wochen hat die Spendenausgabe im Forum der Weilerswister Gesamtschule am Sonntag geschlossen. Die restlichen Kleider, Spielsachen, Teller und Tassen wurden bereits abgeholt oder weggebracht. Sie gingen unter anderem an das Longericher Krankenhaus, in dem Obdachlose nach der Behandlung neue Kleider bekommen sollen, an die Katholische Kirche in Vingst und die Diakonie in Euskirchen. „Für uns fühlt sich das jetzt richtig an zu schließen“, erzählt Mareike Weyer, die die Spendenkammer mit knapp 80 Helfern nach der Flut aufgebaut hatte. „Jetzt freue ich mich noch mal auf ein freies Wochenende“, sagt sie.

Ende August war aus der Spendenkammer für Flutbetroffene ein Spendentrödel geworden. Auch wer nicht vom Hochwasser betroffen war, konnte sich etwas aussuchen und gegen eine Spende mitnehmen. 5000 Euro sind so zusammengekommen, die auf das Spendenkonto der Gemeinde zugunsten der Flutopfer gehen.

Etwa 60 Tonnen Spenden waren in der Gesamtschule angeliefert worden. „Manche Leute kamen jeden Tag hierher, um etwas mitzunehmen. Insgesamt bis zu 60 am Tag“, erzählt Weyer. Einige seien auch noch mal gekommen, um sich zu verabschieden. „Wir danken allen Menschen, dass sie so viel gespendet haben. Und wir sind auch froh, dass die Betroffenen unsere Hilfe so gut angenommen haben“, so Weyer.

Großspenden wird die Weilerswister Dorfvereinsgemeinschaft unter der Leitung von Weyers Ehemann noch bis Ende des Jahres per E-Mail vermitteln. Gesucht und vermittelt werden zum Beispiel Möbel und Waschmaschinen.

flutopferhilfe@dvg-weilerswist.de

Sonntag, 12. September

Das Eifelbad in Bad Münstereifel ist ab Montag, 13. September, wieder geöffnet. Badegäste müssen negativ getestet, vollständig geimpft oder genesen sein und die jeweilige Bescheinigung mit Ausweis an der Kasse vorzeigen.

Das Eifelbad ist ab sofort Montag bis Freitag von 11.30 bis 21 Uhr und an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. In den Ferien kann dort täglich von 10 bis 21 Uhr geschwommen werden. Das Seniorenschwimmen findet montags von 10 bis 12 Uhr statt, sofern kein Feiertag ist.

Im Eingangsbereich und in den Umkleiden (dunkler Fliesenbereich) müssen Masken getragen und 1,50 Meter Abstand eingehalten werden. Ab dem hellen Fliesenbereich, in den Duschen und der Schwimmhalle besteht keine Maskenpflicht, die Abstandsregel gilt aber auch hier. Für das Bad gelten die bekannten Tarife. Die Sauna steht aktuell kostenfrei zur Verfügung. Kartenzahlungen sind wegen technischer Probleme zurzeit nicht möglich. (eb)

  • Donnerstag, 9. September

In den kommenden Wochen werden Mitarbeiter von e-regio in die vom Hochwasser betroffenen Straßenzüge kommen, um die Gashausanschlüsse zu prüfen. Rund 13.500 betroffene Gebäude sucht das Unternehmen in Bad Münstereifel, Euskirchen, Hellenthal, Kall, Mechernich, Nettersheim, Schleiden, Weilerswist und Zülpich auf. „Dies ist eine Sicherheitsmaßnahme“, so ein Unternehmenssprecher. In der Regel gehe keine unmittelbare Gefahr von den Gasanschlüssen aus, da Gasleitungen und Bauteile wie Zähler, Gasdruckregler und Absperrungen gasdicht ausgeführt seien, heißt es weiter.

Das Unternehmen ist aber gesetzlich dazu verpflichtet, jeden einzelnen von der Überschwemmung betroffenen Anschluss auf Unversehrtheit und ordnungsgemäße Funktion hin zu überprüfen und die betroffenen Gasdruckregler und -zähler auszutauschen. Bisher, so das Unternehmen nach eigenen Angaben, seien bereits etwa 3000 Anschlüsse überprüft worden.

E-regio weist darauf hin, dass sich die Prüfer als solche ausweisen können und lediglich Zutritt zum Hausanschlussraum sowie zum Heizungsraum benötigen. Die Überprüfung ist kostenfrei. Sollte der Techniker niemanden antreffen, werden Benachrichtigungen mit weiteren Informationen im Briefkasten hinterlassen. Aufgrund der Vielzahl der zu überprüfenden Gas-Hausanschlüssen kann e-regio keine festen Termine vereinbaren. Die Arbeiten sollen bis spätestens November abgeschlossen sein. (jes)

  • Dienstag, 7. Septmber

Bad Münstereifel. Die Öffnungszeiten und das Angebot des Versorgungszentrums in der Mimi-Renno-Halle und der Heinz-Gerlach-Halle sind von der Stadt Bad Münstereifel angepasst worden.

  • So besteht momentan kein Bedarf an Übernachtungen in der Mimi-Renno-Halle mehr. Wer von Wohnungslosigkeit betroffen ist, soll sich während der Servicezeiten des Rathauses telefonisch an das Sozialbüro (02253/505-150) wenden. Die Duschen in der Mimi-Renno-Halle sind täglich von 7 bis 9 Uhr und von 18 bis 20 Uhr geöffnet.
  • Auch ein Verpflegungsangebot ist im Versorgungszentrum nicht mehr notwendig, weil im Stadtgebiet wieder Nahversorger geöffnet haben. Eine Grundversorgung in der Kernstadt bleibt noch bis Samstag, 11. September, bestehen.
  • Die Materialausgabe befindet sich seit Montag im Eifelbad. Dort können sich Bürger montags bis freitags von 7.30 bis 11 Uhr melden, wenn sie etwas benötigen.
  • Das Krisentelefon, erreichbar unter 02253/505-233, ist jetzt montags bis donnerstags von 8.30 bis 16 Uhr und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr erreichbar.
  • Mit ihren Anliegen können sich die Bürger aber auch per E-Mail an die Stadt wenden. (ets)

katastrophenhilfe@bad-muenstereifel.de

  • Montag, 6. September

Energieversorger e-regio unterstützt Kommunen  nach der Flut beim Wiederaufbau

Egal, ob für überflutete Sportplätze, Schäden an Kitas und Schulen oder Soforthilfen für Menschen und Unternehmen – insgesamt 165.000 Euro spendet der Versorger e-regio den flutbetroffenen Kommunen im Kreis, um zu helfen. Für die Planung eines nachhaltigen Wiederaufbaus stellt der Energiedienstleister zudem jeder Bürgermeisterin und jedem Bürgermeister einen persönlichen Ansprechpartner zur Seite, heißt es in einer Pressemeldung der e-regio.

Einzelne Kommunen erhalten demnach schnell und unbürokratisch bis zu 15.000 Euro von dem Energiedienstleister. „Mit unseren Spenden und viel Tatkraft möchten wir dazu beitragen, dass die Menschen neuen Mut bekommen und wieder mehr Normalität erleben können“, sagt Stefan Dott, e-regio-Geschäftsführer.

Auch betroffene Kunden des Energieversorgers erhalten Unterstützung: Hier kümmert sich die e-regio um individuelle Lösungen, um die Übergangszeit bis zur Auszahlung von staatlichen Hilfsmitteln oder Versicherungsleistungen zu überbrücken. Auch wer noch Probleme mit der Versorgung hat, erhält beim Kundenservice unter 0 22 51/70 80 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr Hilfe. Persönliche Beratung ist außerdem im Kundencenter in Euskirchen-Kuchenheim von 8 bis 16 Uhr möglich.

Center Kall weiter geschlossen

Das Kundencenter in Kall bleibt dagegen aufgrund von Flutschäden weiterhin geschlossen. Die e-regio arbeitet aber bereits an einer Möglichkeit, um Kunden auch hier wieder vor Ort zu beraten, wie es in der Pressemeldung heißt.

Nach wie vor kämpft der Energieversorger mit den Folgen der Flut. Die Schäden seien teils so erheblich, dass es noch in Monaten zu Reparaturen an der Infrastruktur kommen könne. Dennoch gebe es Fortschritte, etwa in den Teilen Bad Münstereifels, die die e-regio beliefert. Hier werden sukzessive die Gasanschlüsse des Versorgers wieder ans Netz geschaltet, heißt es in der Pressemeldung. (enp)

  • Montag, 30. August

Kreis Euskirchen hebt Katastrophenfall auf – Landrat: „Es gibt noch viel zu tun“

Der Katastrophenfall im Kreis Euskirchen ist aufgehoben. Der Krisenstab des Kreises mit Landrat Markus Ramers hatte ihn am 15. Juli um 4.06 Uhr ausgerufen. Dem voraus ging die Feststellung des Bestehens einer Großschadenslage am 14. Juli um 19.15 Uhr.

Die Kriterien eines Katastrophenfalls seien nicht länger gegeben, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung des Kreises. Aufgabenbereiche, die sich nun als Folge der Hochwasserlage ergeben – wie beispielsweise die Entsorgung des Sperrmülls, die Kontaminierung der Böden, Fragen des Hochwasserschutzes oder auch etwaige gesundheitliche Folgen für die Bevölkerung – gehören nach Angaben von Ramers zu den Kernaufgaben der Kreisverwaltung und können in den Regelstrukturen weiterbearbeitet werden.

Daher habe der Krisenstab des Kreises beschlossen, dass der Katastrophenfall mit Ablauf des 29. August um 24 Uhr aufgehoben werde, heißt es in der Mitteilung weiter. Mit der Entscheidung geht aber nicht einher, dass der Krisenstab seine Arbeit einstellt. Er bleibt wegen des Fortbestandes der pandemischen Lage aktiv.

„Die Aufhebung des Katastrophenfalls bedeutet nicht, dass wir alles überstanden haben. Es gibt noch viel zu tun“, so Ramers: „Selbstverständlich werden wir die Menschen und Kommunen im Kreis auch weiterhin unterstützen. Jetzt rückt vor allem der Wiederaufbau in den Fokus und hieran werden wir mit ganzer Kraft arbeiten.“

Der Kreis war nach eigenen Angaben die letzte Gebietskörperschaft in Nordrhein-Westfalen, die den Katastrophenfall in Folge des Hochwasser-Ereignisses aufrechterhalten hatte. (Tom Steinicke)

  • Donnerstag, 18. August

Die US-Band Metallica will die Einnahmen aus einer Neuveröffentlichung des Kult-Songs „Enter Sandman“ an die Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen spenden. Das bestätigte eine Sprecherin der Plattenfirma Universal Music am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Das Sammlerstück soll am 20. August erscheinen. Zuvor hatte das Musikmagazin „Rolling Stone“ berichtet.

Wie die Universal-Sprecherin sagte, sollen die Einnahmen über die Metallica-eigene Stiftung All Within My Hands komplett an die Opfer der Flutkatastrophe weitergegeben werden. Zum 30. Geburtstag des sogenannten Schwarzen Albums der Heavy Metal-Band werden auch diverse Coverversionen veröffentlicht, deren Erträge laut der Stiftung für wohltätige Zwecke verwendet werden sollen.

Die Single für die Hochwasseropfer wird nach Angaben von Universal Music als Schallplatte und in zwei verschiedenen CD-Formaten veröffentlicht.

  • Donnerstag, 12. August

Innenstadt-Dialog in Euskirchen am Freitag (13. August) zum Wiederaufbau

Zum ersten Innenstadt-Dialog nach der Hochwasserkatastrophe laden die Stadt und der Stadtmarketingverein Zeus die Gewerbetreibenden aus der Euskirchener Innenstadt ein. Auch Bürgermeister Sacha Reichelt nimmt an der Online-Veranstaltung teil, die an diesem Freitag um 17 Uhr beginnt.

Der Wiederaufbau der Innenstadt werde für alle Beteiligten ein Kraftakt, den man nur gemeinsam bewältigen könne, so die Verwaltung. Sie strebt einen Austausch mit den Händlern an und will ihnen die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen und einen Blick in die Zukunft wagen. Wer sich beteiligen will, muss eine E-Mail (info@z-eu-s.de) an Zeus schreiben, um per Link die Zugangsdaten zur Teilnahme an der Zoom-Konferenz zu erhalten.

Abkochgebot für Bad Münstereifel-Rodert aufgehoben

Das Abkochgebot von Trinkwasser in Bad Münstereifel wurde für den Ort Rodert aufgehoben. Laut Kreisverwaltung sei die Qualität unbedenklich. Damit müssen nur noch die Kernstadt, Arloff, Kalkar, Kirspenich, Iversheim, Eichen, Houverath, Lanzerath, Limbach, Maulbach, Scheuren und Wald das Trinkwasser weiter abkochen.

Baulärm und Straßenabsperrungen am Freitag wegen Wegearbeiten in Nettersheim

Im Bereich Werkhäuser/Kaninhecke/Steinrütsch werden am heutigen Freitag von 6 bis 19 Uhr Wegearbeiten wegen des Hochwassers durchgeführt. Das teilt die Gemeinde mit. Eine Beeinträchtigung in diesem Bereich durch Schwerlasttransporte und Baumaschinen sei nicht zu vermeiden. Der Bauabschnitt ist für die Zeit der Arbeiten gesperrt.

Weiter komme es auch zu Beeinträchtigungen im Bereich Pflanzgarten und Blankenheimer Straße, so die Verwaltung. Noch nicht abzuschätzen sei, inwiefern der Bauabschnitt ab Samstagmorgen wieder begeh- oder befahrbar sei. Die Gemeinde bittet alle Bürgerinnen und Bürger von Nettersheim um Verständnis. 

Alternativen für Mülltonnen in Kall

Da neue Abfalltonnen aktuell nicht lieferbar sind, stellt die Gemeinde folgende Alternativen zur Verfügung: Für Restmüll können neutrale Abfallsäcke genutzt werden, für Biomüll Papiersäcke und Kartons, für die Blaue Tonne Kartons, Bündel und Papiersäcke, für die Gelbe Tonne, falls möglich, durchsichtige Müllbeutel. Auch kleine Beutel sind zugelassen.

Dringend benötigt: Rotary-Club Euskirchen spendet 100 Waschmaschinen

Waschmaschinen sind seit der Flutkatastrophe Mangelware. Den Rotary-Clubs Euskirchen und Euskirchen-Burgfey ist es nach eigenen Angaben gelungen, 100 Waschmaschinen zu besorgen, die Familien in den am ärgsten betroffenen Gebieten zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Spende sei Teil der gemeinsamen Hilfsaktion „Hochwasser“, mit der die Rotarier bedürftige Familien unterstützen, „die alles verloren haben und außer der staatlichen Soforthilfe keine Entschädigung erhalten“, heißt es in einer Pressemitteilung weiter.

Möglich geworden sei die Aktion auch durch die Verhandlungen der Kommerner Firma Euronics XXL Urfey. Der Elektrohändler habe günstige Konditionen erreicht. Und dank der Schenker Deutschland AG, so die Rotarier, stehen die Waschmaschinen nun in einer Lagerhalle im Euskirchen, von wo aus sie zu den Familien gebracht werden sollen.

Ersatz für verloren gegangene Mülltonnen erst ab Oktober

Wie der Kreis mitteilt, können Ersatztonnen für die beim Hochwasser verloren gegangenen Müllbehälter erst Anfang Oktober geliefert werden. Ausgenommen sind Papiertonnen, diese sind bereits jetzt lieferbar.

  • Mittwoch, 11. August

16:45 Uhr: Bundeswehr hilft weiter im Kreis Euskirchen

Die Bundeswehr wird in den von der Hochwasserkatastrophe hart getroffenen Kommunen auch weiterhin bei der Beseitigung der Schäden helfen. Das teilte die NRW-Staatskanzlei in Düsseldorf am Mittwoch mit. Am Dienstag hat demnach ein mehr als 400 Kräfte umfassender Einsatzverband den entsprechenden Einsatzauftrag erhalten, seitdem sind die ersten Soldatinnen und Soldaten in den Kommunen unterwegs. Im Kreis Euskirchen hilft die Bundeswehr in Bad Münstereifel, Euskirchen, Schleiden, Kall und Zülpich. Der Einsatz ist zunächst bis zum 24. August geplant. 

16:30 Uhr: Fluthilfe darf nicht gepfändet werden

Die vom Land Nordrhein-Westfalen ausgezahlte Hochwasser-Soforthilfe darf nicht gepfändet werden. Das hat das Amtsgericht Euskirchen nun in einem Beschluss entschieden. Der Beschluss gilt kreisweit und selbst dann, wenn der auf Pfändungsschutzkonten ausgezahlte Betrag den gesetzlich festgelegten Sockelbetrag von 1252,64 Euro übersteigt. Allerdings müssen Betroffene einen Antrag auf Pfändungsfreiheit beim zuständigen Amtsgericht stellen.

Hilfe soll Belastung mindern

Das Amtsgericht begründet den Beschluss damit, dass die Soforthilfe zweckgebunden ist. Sie soll die finanzielle Belastung der Menschen mindern, die Schäden durch die Hochwasserkatastrophe am 14. und 15. Juli erlitten haben. Außerdem argumentiert das Amtsgericht: Die vom Bundesgerichtshof für die Corona-Hilfen aufgestellten Grundsätze müssten auch für den Fall der Hochwasser-Soforthilfe gelten. Für die Corona-Hilfen hatte der Bundesgerichtshof bereits am 10. März entschieden, dass diese von der Pfändung ausgenommen sind. Hintergrund der Entscheidung war der Fall eines Schuldners, der vor dem Amtsgericht Euskirchen geklagt hatte. Die von ihm beantragte Hochwasser-Soforthilfe wurde zunächst nicht auf sein Konto ausgezahlt. Das Amtsgericht entschied zu seinen Gunsten. Das pfändungsfreie Guthaben des Schuldners wurde um 3500 Euro erhöht.

Viele Schuldner betroffen

Ein Einzelfall war das allerdings nicht. Das bestätigt Monika Schiffer von der Verbraucherzentrale Euskirchen: „In den vergangenen Tagen hatten wir einige Anfragen von Verbrauchern, auf deren Konto die Fluthilfe von der Bank nicht ausgezahlt werden konnte.“ Auch typische Anlaufstellen für die Schuldnerberatung wie die Caritas hätten ihr von vielen Anfragen berichtet. Die Verbraucherzentrale bietet Betroffenen einen Musterantrag für Vollstreckungsschutz an, der für die Pfändungsfreiheit der Soforthilfe notwendig ist. „Die Soforthilfe ist keine offiziell bestätigte Sozialhilfe“, erläutert Schiffer. Es sei sehr wichtig, den Antrag zu stellen. „Erreicht das Geld das Konto und wird gepfändet, ist es in der Regel weg. Das lässt sich nur schwer rückgängig machen.“

Weil die Euskirchener Außenstelle selbst durch die Flut beschädigt wurde, ist sie nur über die Zentrale der Verbraucherzentrale unter Tel. 02211/33995845 zu erreichen. Anrufer können sich dort mit den Mitarbeitern der Außenstelle verbinden lassen. Auch per Mail kann die Außenstelle der Verbraucherzentrale kontaktiert werden.

euskirchen@verbraucherzentrale.nrw

16:15 Uhr.; Fußballverband Mittelrhein ruchtet Hilfe ein

Der Fußballverband Mittelrhein hat zur Unterstützung der von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Vereine und Menschen eine zentrale Anlaufstelle und ein Spendenkonto eingerichtet. Wer Hilfe und Beratung zu finanziellen oder organisatorischen Themen benötigt oder aber selbst Hilfe anbieten kann, findet auf der Homepage alle Informationen. Die Anlaufstelle ist per E-Mail erreichbar.

  • Dienstag, 10. August

17:04 Uhr: Keine Ermittlungen gegen Landrat

Man habe weiterhin keine konkreten Anhaltspunkte dafür, dass es strafbare Pflichtverletzungen während der Hochwasserkatastrophe im Kreis Euskirchen gegeben habe, sagte Dr. Sebastian Buß, Pressesprecher der Bonner Staatsanwaltschaft, am Dienstag. Entsprechend prüfe man weiterhin den Anfangsverdacht und habe bisher kein mögliches Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Eine mögliche Pflichtverletzung sei beispielsweise, dass man wegen der Wassermassen zu spät gehandelt oder gewarnt habe. Bei der Staatsanwaltschaft Bonn waren nach der Hochwasserkatastrophe Anzeigen eingegangen.

Ein Berufssoldat aus Stotzheim erstattete Strafanzeige gegen den Euskirchener Landrat als Chef der Kreisverwaltung wegen „Sachbeschädigung an nicht frei zugänglichen Orten“. Auch gegen den Betreiber der Steinbachtalsperre, das Euskirchener Energieunternehmen e-regio, wurde wegen einer möglichen Pflichtverletzung Anzeige erstattet.

 16:30 Uhr: Straßenlampen leuchten wieder

Der Netzbetreiber Westnetz verkündet einen Teilerfolg nach der Flutkatastrophe: Die Straßenbeleuchtung ist im von Westnetz betriebenen Gebiet nahezu vollständig funktionsfähig. Weiterhin bittet Westnetz alle Anwohner, bei denen die Energieversorgung bis zum Hausanschlusskasten noch nicht erfolgt ist, sich unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/4112244 zu melden. Ähnlich positive Nachrichten verkündet Netcologne: Die Reparaturarbeiten am eigenen Netz sind nahezu abgeschlossen. Nur noch 150 Kunden der Netcologne im Kreis sind laut Pressesprecherin Verena Gummich ohne funktionierenden Internet-Anschluss. Für den Übergang stellt der Anbieter LTE-Lösungen bereit.

Turnhalle bis auf Weiteres geschlossen

In der Bleibachhalle, die der SV Frauenberg in Eigenleistung  neben dem Sportplatz  gebaut und 2017 einweiht hat, hat das Hochwasser  hohen Sachschaden angerichtet. Ebenfalls betroffen sind das Sportlerheim und das Umkleidegebäude.

Stiftung des 1. FC Köln hilft

Die Stiftung des 1. FC Köln hilft den vom Hochwasser betroffenen Familien bei der Ausstattung schulpflichtiger Kinder mit Schulranzen, Federmäppchen, Stiften und allgemeinem Schulbedarf. Dazu muss ein Antrag auf der folgenden Webseite gestellt werden.

fc.de/de/fc-info/news/detailseite/details/fc-stiftung-​spendet-schulausstattung/

  • Montag, 9. August

Die Fluten vom 14. Juli haben auch vor den Handwerksbetrieben nicht halt gemacht. Wie viele Unternehmen betroffen sind und wie hoch die Schäden sind, vermag die Handwerkskammer Aachen noch nicht beziffern. 188 Betriebe haben bis zum 3. August im Rahmen einer Umfrage der Kammer mitgeteilt, dass sie von der Katastrophe betroffen seien. „Viele betroffene Betriebe konnten noch gar nicht antworten, da die Aufräum- und Sicherungsarbeiten, der Wiederaufbau ihrer Betriebe und der privaten Wohnung oder schlichtweg lebenssichernde Arbeiten an erster Stelle stehen. Außerdem funktionieren bei einigen auch E-Mail oder Telefon noch nicht“, so Kammerpräsident Marco Herwartz.

Auf Basis einer Recherche der betroffenen Straßenzüge in den überfluteten Orten und anhand der Rückmeldungen schätzt die Kammer, dass 904 Handwerksbetriebe betroffen sein könnten. „Das wären über fünf Prozent aller Mitgliedsbetriebe. Wir hoffen inständig, dass es nicht so viele sein werden. Dieses Hochwasser hat sehr viel Leid und Schaden angerichtet“, so Hauptgeschäftsführer Peter Deckers. Anhand der Rückmeldungen aus der Befragung zeichne sich ab, dass rund ein Drittel der Betriebe „extrem“ und weitere 30 Prozent „schwer“ geschädigt sind. Demzufolge melden auch fast 46 Prozent, nicht arbeitsfähig zu sein, und bei knapp 19 Prozent ist die Produktion oder Dienstleistung stark eingeschränkt.

Die geschätzten Einzelschäden reichen von 1000 Euro bis 3,4 Millionen Euro. Viele Betriebe melden, sie noch gar nicht beziffern zu können. „Insofern ist die Summe der bisherig genannten Einzelschadenssummen der Betriebe von rund 19,1 Millionen Euro ganz sicher nur die Spitze des Eisbergs“, so Deckers. Fast 43 Prozent der antwortenden betroffenen Betriebe geben an, dass ihre Schäden nicht durch eine Versicherung abgedeckt sind.

Zahlreiche Hinweise für betroffene Unternehmen hat die Kammer zusammengefasst. (eb)

www.hwk-aachen.de/hochwasser

 Sonntag, 8. August

Zukunft der Steinbachtalsperre ungewiss

Wie geht es nach der Flutkatastrophe mit der Steinbachtalsperre weiter? Bei einer Pressekonferenz stellte Petra Kalkbrenner, Vorsitzende der Verbandsversammlung des Wasserversorgungsverband Euskirchen-Swisttal (WES) und Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal, die Zukunft der Steinbachtalsperre in ihrer bisherigen Form als Brauchwasserspeicher infrage.

Abkochgebot in weiteren Teilen Bad Münstereifels aufgehoben

Der Kreis Euskirchen hat das Abkochgebot von Trinkwasser am Freitagnachmittag in weiteren Ortschaften von Bad Münstereifel aufgehoben. Weiterhin besteht das Gebot in der Kernstadt von Bad Münstereifel selbst sowie in den Ortschaften Arloff, Iversheim, Kalkar, Kirspenich, Rodert, Eichen, Houverath, Lanzerath, Limbach, Maulbach, Scheuren und Wald. Bad Münstereifel ist die letzte Stadt im Kreis, in der das Abkochgebot besteht.

Spendennachweise vereinfacht

Das Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen informiert, dass für Spenden im Rahmen der Unwetterkatastrophe ein vereinfachtes Nachweisverfahren gegenüber den Finanzbehörden Anwendung finden soll. Das bedeutet, dass Spenden in der Steuererklärung nicht mit einer amtlichen Zuwendungsbestätigung, umgangssprachlich Spendenbescheinigung, nachgewiesen werden müssen. Stattdessen genügt zum Beispiel der Bareinzahlungsbeleg oder eine Buchungsbestätigung des Kreditinstituts. Voraussetzung für den vereinfachten Nachweis ist die Einzahlung auf einem für diesen Katastrophenfall eingerichteten Sonderkonto einer inländischen, juristischen Person des öffentlichen Rechts, einer inländischen Dienststelle oder eines inländischen, amtlich anerkannten Verbandes der freien Wohlfahrtspflege.

  • Freitag, 6. August

Bauschutt-Lagerplatz für Betroffene in Bad Münstereifel

Auf dem Sportplatz Iversheim wird ab Montag, 9. August, ein Bauschutt-Lagerplatz   ausschließlich  für vom Hochwasser betroffene Hauseigentümer eingerichtet. Der Bauschutt sollte sortiert werden nach Beton, Ziegeln und Putz, Fliesen und Keramik, sulfathaltigen Baustoffen, Gasbeton und Gipsputz sowie Bimsstein und Leichtbausteine, wie die Stadtverwaltung mitteilt.

Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr, samstags  7 bis 15 Uhr. Zunächst ist der Betrieb der Fläche für drei Wochen geplant.

Die Mülllagerplätze in Arloff – Thonwerke sowie die Alte Müllkippe –, Schönau und Eicherscheid wurden nach Mitteilung der Stadt geschlossen. Dort dürfen keine weiteren Abfälle abgekippt werden.

B258 soll bis Sonntag wieder instandgesetzt sein

Der obere Abschnitt der B258 von Blankenheim bis zur Landesgrenze soll laut Gemeindeverwaltung planmäßig bis Sonntag, 8. August,  instandgesetzt sein. Damit könne dann von Blankenheim bis zum Abzweig Ripsdorf gefahren werden. Der Auftrag zur Instandsetzung der Brücke bei Ahrhütte in Richtung Dollendorf   sei in dieser Woche vergeben worden. Ab Montag, 9. August, soll es einen Schnellbus vom Bahnhof Blankenheim-Wald bis Euskirchen geben, so die Verwaltung. Damit dauere die Fahrt etwa 40 Minuten.

  • Donnerstag, 5. August

Schulstart am 18. August bis auf „ganz, ganz wenige Fälle“ gewiss

10.42 Uhr: Trotz der teils verheerenden Flutschäden soll die Schule in NRW nach Worten der Landesbildungsministerin Yvonne Gebauer regulär beginnen. „Wir gehen davon aus, dass der Schulstart gelingen kann“, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag bei einem Besuch von zwei von der Hochwasserkatastrophe getroffenen Schulen in Rheinbach und Euskirchen. Man müsse sicherlich noch mit Einschränkungen rechnen. Mehr als 150 Schadensmeldungen mit unterschiedlichem Ausmaß seien im Ministerium angekommen, sagte Gebauer. In „ganz, ganz wenigen Fällen“ sei der Schulstart am 18. August noch unklar.

Die Schadenshöhe könne man noch nicht beziffern. Mit dem Soforthilfeprogramm des Landes NRW, der Schulsozialarbeit und dem schulpsychologischen Dienst wolle man Schulen in betroffenen Regionen helfen. Gebauer hatte am Donnerstagmorgen zunächst eine Schule in Rheinbach im Rhein-Sieg-Kreis besucht, um sich ein Bild zu machen. „Mein erster Eindruck war schon sehr beklemmend“. Der Parkettboden musste wegen des hochstehenden Wassers entfernt werden. Allerdings seien dort viele Klassenräume auch unbeschadet geblieben.

Nach den Sommerferien beginnt die Schule der Bildungsministerin zufolge im vollen Präsenzbetrieb „so normal wie möglich“. Maske müsse wegen der Corona-Pandemie weiter im Unterricht und im Gebäude getragen werden, draußen auf dem Schulhof dürfe man diese abnehmen.

  • Mittwoch, 4. August

Nöthener Straße in Bad Münstereifel am Donnerstag gesperrt

Die Nöthener Straße in Bad Münstereifel ist morgen, Donnerstag, ganztägig ab 6 Uhr gesperrt. Grund dafür sind Arbeiten im Erftbett sowie die Sicherung der Werkbrücke. Der Pkw-Anlieger-Verkehr bis 7,5 Tonnen kann über die Willy-Brandt-Straße/Ashfordstraße/Sebastian-Kneipp-Promenade umgeleitet werden. Autofahrer der Autobahn 1 sowie der Schwerlastverkehr werden gebeten die Abfahrt Wißkirchen zu nutzen.

  • Dienstag, 3. August

Kreis warnt vor Gewittern und Starkregen

11.59 Uhr: Über die Nina Warnapp informiert der Kreis Euskirchen über vereinzelte Gewitter und Starkregenfälle im Kreisgebiet. Es sei mit Niederschlägen von 20 bis 35 Liter pro Quadratmeter in mehreren Stunden zu rechnen, wie der Deutschem Wetterdienst mitteilt. Vereinzelt bestände auch das Potenzial für Starkregen mit bis zu zehn bis 15 Liter pro Quadratmeter in kürzerer Zeit. In der Nacht zum Mittwoch sollen die Regenfälle wieder abklingen.

Der Wetterdienst weist darauf hin, dass die kommenden Regenfälle nicht vergleichbar seien mit den Unwetterereignissen vom 14. Juli. Dennoch werden die Bürger gebeten, aufgrund der Beschädigungen von Straßen, Gehwegen und Abwassersystemen achtsam zu sein.

  • Montag, 2. August

Keine Gefahr mehr durch Treibgut

Der Wasserverband Eifel-Rur hebt die Warnung zum Befahren des Rursees mit Wassersportfahrzeugen wieder auf. Grund für die Warnung war, dass der Verband Gefahren durch Treibgut befürchtete. Das Treibgut, das durch das Hochwasser in die Talsperre gelangt ist, hat sich mittlerweile größtenteils in den Uferböschungen abgelagert.

Der Verband rät auch Badegästen zur Vorsicht. Das Baden im Rursee ist nur an eigens dafür ausgewiesenen Badestellen erlaubt. Möglich ist das Baden nur an dem Badestrand Eschauel und der Neuen Mitte Woffelsbach. Die Überwachung der Gewässergüte an den beiden Standorten liegt in der Zuständigkeit der Gesundheitsämter der Kreise Düren und Euskirchen. Der Wasserverband bittet Besucher, sich entsprechend bei den beiden Gesundheitsämtern zu informieren, ob ein Bad im Rursee ungefährlich ist.

Der Wasserverband Eifel-Rur betont, dass für den Wassersport generell das Prinzip der eigenverantwortlichen Entscheidung gilt – und nicht nur im Zusammenhang mit den hochwasserbedingten Einträgen im Rursee. (eb) 

Laschet will Insolvenzordnung nach Hochwasserkatastrophe ändern

17.38 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich für eine Sonderregelung der Insolvenzordnung zugunsten der Hochwasseropfer ausgesprochen. Wer seine Zahlungsfähigkeit infolge der Unwetterkatastrophe kurzfristig verloren habe, sollte nicht zum Insolvenzrichter gehen müssen, sagte Laschet am Montag bei einem Besuch in der hochwassergeschädigten Eifel-Gemeinde Schleiden im Kreis Euskirchen. Er wolle eine entsprechende Rechtsveränderung bei der Bundesregierung erwirken, kündigte der CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat der Union an. Demnach sollte die Pflicht zur Anmeldung der Insolvenz ausgesetzt werden „bis die unmittelbare Not überwunden ist“.

Laschet will Fluthilfe-Wiederaufbaufonds per Bundesgesetz regeln

17.41 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will nach der Flutkatastrophe den Wiederaufbaufonds per Bundesgesetz regeln. „Damit ist nämlich verlässlich für alle, die jetzt auf Geld warten, gesichert, dass dieses Geld auch kommt“, sagte der Unions-Kanzlerkandidat am Montag im vom Hochwasser besonders betroffenen Schleiden. „Ein anderer Weg wäre eine lockere Vereinbarung der 16 Länder.

Aber für diese Region ist es wichtig, dass es per Bundesgesetz sehr schnell gelöst wird.“

Den politischen Beschluss zum Wiederaufbaufonds soll die Ministerpräsidenten-Konferenz am 10. August fassen, schlug Laschet als Zeitplan vor. Die Schätzung der Schäden solle bis zu diesem Zeitpunkt möglichst abgeschlossen sein. Die Bundesregierung könne dann das Gesetz vorbereiten - ähnlich wie es bei der Flut in Ostdeutschland vor einigen Jahren bereits erprobt worden sei. Es sei „denkbar“, dass der Bundestag dieses Gesetz dann bereits am 7. September beschließen könne. Anschließend könne es dann eine Sondersitzung des Bundesrates geben, „so dass wir innerhalb der nächsten fünf Wochen eine verbindliche Klarheit hätten, dass dieser Wiederaufbaufonds a) kommt, b) finanziert ist und c) dann auch sehr unbürokratisch bei den Menschen ankommt“.

Abkochgebot weiter gelockert

16.43 Uhr: Das Abkochgebot für den Kreis wurde weiter gelockert. Auch in allen Ortslagen in Weilerswist ist das Wasser nun wieder ohne zusätzliches Abkochen trinkbar. Nur in den bekannten Ortslagen in Bad Münstereifel gilt weiterhin das Abkochgebot. Der Kreis weist darauf hin, dass trotz Entwarnung in den entsprechenden Orten ohne Abkochgebot eine 15-minütige Spülung der Leitungen vor dem Trinkwasserkonsum zu empfehlen ist." (enp)

Polizei kontrolliert Schrottsammler

12.30 Uhr: Nach wie vor ist die Polizei im Kreis Euskirchen Tag und Nacht verstärkt im Einsatz, auch, um das Hab und Gut der vom Hochwasser betroffenen Bürger zu sichern. Im Rahmen dieses Schutzes fielen Polizeibeamten am Freitagabend zwei Männer (17, 29) in einem weißen Kastenwagen auf.

Bei einer Kontrolle des Fahrzeugs fanden die Beamten sowohl eine größere Menge Bargeld, als auch mehrere Elektrogeräte ohne Besitznachweis. Die Polizei konnte nicht ausschließen, dass der Schrott ohne Einverständnis der Eigentümer aus den von den Unwetterfluten betroffenen Katastrophengebieten entwendet wurde. Die Kontrollen werden fortgesetzt.

  • Sonntag, 1. August

NRW-Ministerpräsident Laschet besucht Schleiden

Nachdem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag (2. August) das stark vom Hochwasser getroffene Swisttal im Rhein-Sieg-Kreis besucht hat, reist Laschet nach Schleiden im Kreis Euskirchen weiter.

Auf dem Programm stehen dort der Besuch einer Pappenfabrik und eines Kindergartens. Zudem wird der Ministerpräsident die Gedenkstätte Vogelsang besuchen und sich über das enorme Müllaufkommen nach der Unwetterkatastrophe informieren. 

Vom Hochwasser zerstörte Brücke ist gesprengt

18.20 Uhr: Die durch die Hochwasserkatastrophe von vor gut zwei Wochen stark beschädigte Eisenbahnbrücke über die Erft, ist am Sonntag gesprengt worden, die Menschen können in ihre Häuser zurückkehren. Zuvor mussten rund 2000 Menschen am Sonntagmorgen in Kreuzweingarten, Kirspenich und Arloff ihre Häuser verlassen. Sie wurden in Sammelstellen betreut. Um 9 Uhr starteten die entsprechenden Evakuierungen. Ursprünglich war die Sprengung für Samstag vorgesehen.

Mit Bergepanzern wurde die Reste der Brücke aus der Erft gezogen. Die Maßnahme ist vor dem nächsten Niederschlag notwendig geworden, um die erftabwärts gelegene Kläranlage zu schützen. Durch die Brücke hätte es zu Stauungen von Wasser kommen können.

Abkochgebot für die Stadt Euskirchen aufgehoben

15.05 Uhr: Wie die E-regio und der Kreis mitteilen, ist das Abkochgebot für das gesamte Stadtgebiet Euskirchen aufgehoben. Damit müssen nur noch Bad Münstereifel mit der Kernstadt sowie die Stadtteile Arloff, Berresheim, Effelsberg, Eichen, Eicherscheid, Ellesheim, Esch, Eschweiler, Hilterscheid, Holzem, Honerath, Houverath, Hummerzheim, Hünkhoven, Iversheim, Kalkar, Kirspenich, Langscheid, Lanzerath, Lethert, Limbach, Mahlberg, Maulbach, Mutscheid, Neichen, Nitterscheid, Odesheim, Ohlerath, Reckerscheid, Rodert, Rupprath, Sasserath, Scheuerheck, Scheuren, Schönau, Soller, Wald und Willerscheid und die Gemeinde Weilerswist mit den Ortslagen Neukirchen, Müggenhausen und Schwarzmaar das Wasser abkochen. Alle weiteren Kommunen können nach wie vor das Wasser aus den Leitungen ohne zusätzliches Abkochen trinken.

Ausgabestelle Schleiden zieht um

14.27 Uhr: An einem neuen Ort ist in der Zukunft die Ausgabestelle für Spenden und Lebensmittel in der Stadt Schleiden zu finden. Von der Realschule ist die Stelle in das ehemalige Ladenlokal des „Hair Killer“ Am Markt 17 gezogen. Ab Montag ist sie geöffnet täglich von 8 bis 10 Uhr sowie von 15 bis 18.30 Uhr. Telefonisch ist die Station unter 0151/64944027 erreichbar.

Weiterhin ist die Ausgabestelle in Gemünd im alten Rewe „Böser Wolf“, Urftseestraße 1, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet für die Ausgabe von Kleidung, Baby- und Hygieneartikeln. Darüber hinaus sind auch in den Pfarrheimen in Gemünd und Olef Ausgabestellen aktiv. Außerdem stehen Nahrungsmitteln, Kleidung, Baby- und Hygieneartikel in vielen Dorfgemeinschaftshäusern bereit. (sev)

Nachsprengung an der Eisenbahnbrücke bei Kirspenich erforderlich

12.58 Uhr: Mit etwa einstündiger Verzögerung, es dauerte länger als geplant, bis alle Bewohner aus Kreuzweingarten evakuiert waren, wurden die Schienen gesprengt. Die Sprengung war nötig, weil die Erft in diesem Bereich ein zweites Flussbett gebildet hat, das die Kläranlage unterspült. Um zu verhindern, dass die Kläranlage den Hang herabstürzt, entschieden man sich dazu, die Schienen zu sprengen. Eine Trennung der Gleise mit einem Schneidbrenner war nach Angaben des THW nicht möglich, weil das Metal zu sehr unter Spannung stand. „Das wäre viel zu gefährlich“, sagte Dirk Preehl vom THW. Etwa 2000 Menschen aus Kreuzweingarten, Arloff und Kirpspenich mussten am Sonntagvormittag ihre Häuser und Wohnungen verlassen. In den nächsten Stunden wird ein Bergepanzer der Bundeswehr die zerstörte Brücke aus der Erft herausziehen. Dann wird der Erftverband als Betreiber der Kläranlage dafür sorgen, dass der Hang stabilisiert wird. (tom)

  • Freitag, 30. Juli

Hilfe für Schwangere und Familien

17:13:Euskirchen/Mechernich. Die Schwangerschaftsberatungsstelle donum vitae bietet kostenfreie Beratungsgespräche zur emotionalen Verarbeitung der Flutkatastrophe in ihren Räumen in Mechernich, Zum Markt 12, und in Euskirchen, Sebastianusstraße 20, an.

Zudem stehen Spendengelder für Schwangere und Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr, die vom Hochwasser stark betroffen sind, zur Verfügung. Kontakt entsteht unter Tel. 0 24 43/ 91 22 38 oder per E-Mail. (eb)

info@donum-vitae-eu.de

Verleih von Bautrocknern im Euskirchener Stadtgebiet

16.36 Uhr: Die bisher bekannten Anlaufstellen in der Kernstadt und den Außenbezirken, die auch zum Verleih von Bautrocknern genutzt wurden, werden zum Wochenende geschlossen, teilt die Stadt mit. Nach Absprache mit den bisher bestehenden Infopunkten bestehe kein weiterer Bedarf, so die Stadt. Somit werden ab Samstag nur noch zwei zentrale Anlaufstellen in der Kernstadt betrieben.

Die erste Anlaufstelle befindet sich auf dem ehemaligen Gelände des Wasserversorgungsverbandes auf der Roitzheimer Straße 5-7. Hier können sich Euskirchener Bürgerinnen und Bürger ab sofort Bautrockner und Stromerzeuger ausleihen. Pro Haushalt können nur jeweils drei Geräte ausgegeben werden, da die Mengen begrenzt sind. Vor Ort wird ein unentgeltlicher Mietvertrag über den Verleih geschlossen. Dafür muss der Personalausweis mitgebracht werden. Die Ausgabestelle ist täglich außer sonntags von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Zusätzlich zu den Bautrocknern und Stromerzeugern werden dort Wasser und andere Hilfsgüter ausgegeben.

Die zweite Anlaufstelle befindet sich an der Kaplan-Kellermann-Realschule an der Stettiner Straße 31. An dieser Anlaufstelle kann man täglich zwischen 7 und 21 Uhr die Duschen nutzen, seine Wäsche an einem Waschmobil waschen und sein Mobiltelefon aufladen. Auch hier kann man Wasser abholen.

  • Donnerstag, 29. Juli

Querdenker bietet Bad Münstereifel Spenden an

20.20 Uhr: Hat der den Querdenkern zugehörige Sinsheimer Arzt Bodo Schiffmann der Stadt Bad Münstereifel Spendengeld angeboten? Im Internet kursiert ein Video, in dem Schiffmann behauptet, mit „dem Bürgermeister“ gesprochen zu haben.

Stadtsprecherin Marita Hochgürtel bestätigt, dass es einen Kontakt zwischen Schiffmann und dem Rathaus gegeben habe. Die Verwaltung habe den Vorschlag gemacht, dass sich Schiffmann direkt an betroffene Bürger wenden soll. Eine Anlaufstelle könnte deshalb die Bürgerstiftung Bad Münstereifel ein. Zur Stiftung habe Schiffmann bislang aber keinen Kontakt aufgenommen, wie deren Vorsitzender Peter Greven auf Anfrage mitteilte.

An die Stiftung sind seit dem Hochwasser vor zwei Wochen eine Million Euro an Spendengeldern geflossen. Unter anderem zahlt die Bürgerstiftung Zuschläge für die Soforthilfe. (ets)

Bautrockner für den Kreis Euskirchen

19.21 Uhr: Fünf große Lkw mit 164 Bautrocknern haben polnische Feuerwehrleute in den Kreis Düren gebracht. Von dort aus werden die Geräte in die vom Hochwasser betroffenen Regionen verteilt. Auch der Kreis Euskirchen wird Geräte erhalten, um sie an Betroffene zu verteilen. Wie viele das sein werden, sei noch nicht bekannt, teilt das Innenministerium NRW mit, das die Aktion koordiniert. „Wir hoffen sehr, dass wir mit diesen Geräten etwas Entlastung und Unterstützung bringen können“, sagte der polnische Generalkonsul Jakub Wawrzyniak.

Der Rotary-Club Euskirchen und der Rotary-Club Euskirchen-Burgfey haben ebenfalls 100 Bautrockner als Sofortmaßnahme gespendet für die vom Hochwasser am schlimmsten betroffenen Regionen. Die Leihgeräte sollen Wohnungen in Arloff, Iversheim, Bad Münstereifel, Schweinheim, Weilerswist und Schleiden wieder bewohnbar machen, so die Verantwortlichen. (jes)

Wasser in Kall und Schleiden muss nicht mehr abgekocht werden

16.53 Uhr: Das Wasser in Kall und Schleiden ist nun wieder ohne Abkochen trinkbar, wie das Kreisgesundheitsamt in einer Pressemitteilung bekannt gibt. Unverändert gilt das auch für Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Mechernich, Nettersheim und Zülpich.

Weiterhin das Wasser abkochen müssen Bad Münstereifel mit der Kernstadt und den Orten Arloff, Berresheim, Effelsberg, Eichen, Eicherscheid, Ellesheim, Esch, Eschweiler, Hilterscheid, Holzem, Honerath, Houverath, Hummerzheim, Hünkhoven, Iversheim, Kalkar, Kirspenich, Langscheid, Lanzerath, Lethert, Limbach, Mahlberg, Maulbach, Mutscheid, Neichen, Nitterscheid, Odesheim, Ohlerath, Reckerscheid, Rodert, Rupperath, Sasserath, Scheuerheck, Scheuren, Schönau, Soller, Wald und Willerscheid.

Nach wie vor gechlort

In der Stadt Euskirchen müssen die Kernstadt sowie die Ortsteile Billig, Dom-Esch, Flamersheim, Großbüllesheim, Kessenich, Kirchheim, Kleinbüllesheim, Kreuzweingarten, Rheder, Kuchenheim, Niederkastenholz, Palmersheim, Roitzheim, Schweinheim, Stotzheim, Weidesheim und Wüschheim unverändert das Wasser abkochen.

In Weilerswist gilt dies für die Bewohner von Müggenhausen, Neukirchen und Schwarzmaar.

Nach wie vor wird das Wasser im Kreis innerhalb der gesetzlichen Vorgaben gechlort. Die Dosierung wird jedoch kontinuierlich reduziert, wie es in der Pressemitteilung heißt.

Bewohner von Ortschaften, in denen das Abkochgebot aufgehoben wurde, ist zu empfehlen, mit einer mindestens 15-minütigen Spülung des Systems letzte Reste des eventuell beeinträchtigten Wassers ablaufen zu lassen. Bei Warmwasserspeichern ist das Vorgehen mit Warmwasser empfohlen. (enp)

Aufräumarbeiten nach Flut: Entsorgungsbetriebe legen Zusatzschichten ein

13.18 Uhr: Die Aufräumarbeiten im Kreis Euskirchen dauern an. Mit zusätzlichen Schichten versuchen Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens Schönemarkers das erhöhte Müllaufkommen zu bewältigen. Aus diesem Grund erfolgt am kommenden Samstag, 31. Juli, eine weitere Sonderabfuhr in Blankenheim, Dahlem, Mechernich und Weilerswist. Anwohner können dort ihren Sperrmüll an die Straße stellen.

Zusätzlich werde laut Aussage des Unternehmens auch Restmüll in Säcken, nicht in Tonnen, mitgenommen. In Hellenthal erfolgt in der nächsten Woche die geplante Papiersammlung. Das Unternehmen bittet aber um Verständnis, wenn es durch die Hilfe für die vom Hochwasser betroffenen Haushalte auch in anderen Regionen teilweise zu Verzögerungen bei den regulären Abfuhrterminen komme.

Bereits am Samstag waren 43 Fahrzeuge von Schönemarkers in Bad Münstereifel, Euskirchen, Kall, Schleiden und Zülpich im Sondereinsatz. Insgesamt seien 750 Tonnen Sperr- und Restmüll gesammelt worden, so das Unternehmen. 

  • Mittwoch, 28. Juli

Penny-Filiale in Weilerswist öffnet ab Donnerstag

17.30 Uhr: Durch das Hochwasser wurden auch viele Supermärkte, Discounter und weitere Einkaufsmöglichkeiten im Kreis zerstört. Nach Aussage eines Sprechers des Discounter Penny, öffne die Filiale in Weilerswist voraussichtlich ab Donnerstag wieder. Die Penny-Filialen in Euskirchen und Mechernich seien bereits wieder geöffnet.

In Kall sind der Optiker Kohl und der Imbiss  im Rewe-Center, Bahnhofstraße 31, seit einigen Tagen wieder eröffnet. Die Bäckerei-Milz verkauft seit Mittwoch wieder Backwaren in ihrer Filiale.

Verbraucherzentrale in Euskirchen wieder erreichbar

15 Uhr: Die Verbraucherzentrale in Euskirchen ist wieder erreichbar. Nachdem beim Hochwasser auch die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Euskirchen, Wilhelmstraße 37, durch Überflutungen komplett zerstört wurde, können sich Ratsuchende ab sofort wieder unter der gewohnten Telefonnummer 02251/5064501 zu den üblichen Zeiten, montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 14 bis 18 Uhr, melden. Anfragen können zudem jederzeit über das Kontaktformular auf der Homepage oder per E-Mail an euskirchen@verbraucherzentrale.nrw gestellt werden.

Betroffene von Starkregen und Hochwasser erhalten zudem Hilfestellungen von der Verbraucherzentrale NRW per E-Mail an service@verbraucherzentrale.nrw oder werktags von 9 bis 15 Uhr unter 0211/33995845.

Keine Vermissten mehr nach Flutkatastrophe

13.30 Uhr: Zwei Wochen nach der Flutkatastrophe im Rheinland gibt es im Kreis Euskirchen keine Vermissten mehr im Zusammenhang mit dem Hochwasser. Dies hatte Landesinnenminister Herbert Reul im Landes-Innenausschuss verkündet. Die Euskirchener Polizei bestätigte diese Aussage. Die Zahl der Toten, die im Kreis Euskirchen in direktem Zusammenhang mit dem Unglück zu verzeichnen sind, bleibt aber bei 26. Wie die Polizei mitteilt, handelte es sich bei dem Vermissten um die bislang nicht identifizierte Person.

Förderung für Vereine – Initiative „Neustart miteinander“

13.15 Uhr: Das Land NRW fördert Vereine mit der Initiative „Neustart miteinander“. Die Euskirchener CDU-Landtagsabgeordneten Klaus Voussem und Dr. Ralf Nolten dazu: „Um den Vereinen wieder Planungssicherheit, Motivation und Grundlage zu geben, hat die NRW-Koalition im Juni 2021 beschlossen, dass eingetragene Vereine eine einmalige finanzielle Unterstützung erhalten können, um damit eine öffentlich zugängliche Veranstaltung – Nachbarschaftsfest, Dorfkirmes, Karnevalssitzung, Sportfest, etc. – auszurichten. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt dabei 50 Prozent der Veranstaltungskosten, maximal 5.000 Euro.“

Das Programm soll laut der Abgeordneten auch als Hoffnungsfunke nach der Flutkatastrophe fungieren: „Uns ist bewusst, dass vielen Menschen gerade in unserem Kreis Euskirchen im Augenblick nicht der Sinn nach Feiern und Geselligkeit ist, dass die Auswirkungen der Flutkatastrophe noch auf Wochen alle Kräfte in Anspruch nehmen werden. Aber es gibt ein Morgen in unseren zerstörten Städten und Dörfern.“

Die Stadt Bad Münstereifel gibt am Freitag, 30. Juli, 18 Uhr, in einer außerplanmäßigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses einen finanziellen Lagebericht zur Unwettersituation. Bei der Sitzung, die trotz der Corona-Pandemie im Rats- und Bürgersaal im Rathaus stattfindet, wird der Ausschuss außerdem über besondere haushaltsrechtliche Verfahrensweisen aufgrund der Unwetterkatastrophe informiert. Auf der Tagesordnung steht diesbezüglich ein Erlass der ersten Nachtragssatzung der Haushaltssatzung für 2021.

Ein Überlick über die aktuelle Trinkwasserlage

12 Uhr: Die Lage um das Trinkwasser entspannt sich weiter in Kall und Schleiden, so heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. In Kall ist das Abkochgebot nun nur noch in Golbach und Straßbüsch gegeben. Trinkwasserproben aus allen anderen Ortslagen in Kall zeigen eine unbedenkliche Wasserqualität. In Schleiden sind nur noch die Ortslagen Broich und Wintzen vom Abkochgebot betroffen.

Nach wie vor abkochen müssen in Bad Münstereifel die Kernstadt, Arloff, Berresheim, Effelsberg, Eichen, Eicherscheid, Ellesheim, Esch, Eschweiler, Hilterscheid, Holzem, Honerath, Houverath, Hummerzheim, Hünkhoven, Iversheim, Kalkar, Kirspenich, Langscheid, Lanzerath, Lethert, Limbach, Mahlberg, Maulbach, Mutscheid, Neichen, Nitterscheid, Odesheim, Ohlerath, Reckerscheid, Rodert, Rupperath, Sasserath, Scheuerheck, Scheuren, Schönau, Soller, Wald und Willerscheid.

In Euskirchen gilt das Abkochgebot unverändert für die Kernstadt sowie für die Stadtteile Billig, Dom-Esch, Flamersheim, Großbüllesheim, Kessenich, Kirchheim, Kleinbüllesheim, Kreuzweingarten, Rheder, Kuchenheim, Niederkastenholz, Palmersheim, Roitzheim, Schweinheim, Stotzheim, Weidesheim und Wüschheim.

In Weilerswist sind weiterhin die Kernstadt und alle Ortsteile vom Abkochgebot betroffen.

Für Zülpich gilt das Abkochgebot in der Kernstadt, in Oberelvenich, Niederelvenich, Mülheim, Wichterich, Nemmenich, Bessenich, Rövenich und Weiler in der Ebene.

In Blankenheim, Dahlem, Hellenthal, Mechernich und Nettersheim waren die Trinkwasserproben unbedenklich. Das Wasser kann ohne zusätzliches Abkochen konsumiert werden.

Der Kreis empfiehlt Anwohnern in den betroffenen Orten, das Wasser einmalig sprudelnd aufzukochen und dann über zehn Minuten langsam abkühlen zu lassen.

  • Dienstag, 27. Juli

IHK bietet Beratung für betroffene Unternehmer an

16.38 Uhr: Die Berater der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen sind derzeit in den vom Hochwasser betroffenen Gebiete unterwegs, um Unternehmer bei akuten Fragen zur aktuellen Situation zu unterstützen.

Der mobile Beratungsservice ist unter anderem am Donnerstag, 29. Juli, in Bad Münstereifel  unterwegs und wird zusätzlich zur telefonischen Beratung und der Beratung per Mail angeboten. Die Experten informieren beispielsweise über finanzielle und materielle Hilfen oder beantworten Fragen zur derzeitigen Situation von Auszubildenden. Betroffene Unternehmen können außerdem einen persönlichen Vor-Ort-Termin mit ihrem IHK-Berater vereinbaren. Ansprechpartner ist Philipp Piecha per E-Mail philipp.piecha@aachen.ihk.de oder unter 0241/44 60 270.

Der Kreis hat für vom Hochwasser betroffene Unternehmen eine Krisenhotline eingerichtet. Die Kreiswirtschaftsförderung ist von montags bis donnerstags von 8 bis 15.30 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 13 Uhr per E-Mail wirtschaftsfoerderung@kreis-euskirchen.de erreichbar oder unter 0163/71 57 066.

  • Montag, 26. Juli

Müllannahmestelle wurde verlegt

17.07 Uhr: Aus logistischen Gründen wurde die Müllannahmestelle zum ehemaligen DHL-Gelände, Albert-Latz-Straße, verlegt. Die Stadtverwaltung bittet, die ehemalige belgische Kaserne nicht mehr anzufahren. Verderbliche Lebensmittel können in einer geschlossenen Tüte dort ebenfalls abgegeben werden.

Bürger, die eine Mülltonne gefunden haben oder ihre eigene vermissen, können sich bei der Stadt Euskirchen unter 02251/14280 oder 02251/14457 melden.

Anwohner, bei denen noch Müll in der Straße steht, können sich per E-Mail melden (sperrmuell@feuerwehr-euskirchen.de).

KSK Euskirchen mit mobiler Geschäftstelle vor Ort

16.21 Uhr: Die Kreissparkasse Euskirchen ist mit der Mobilen Geschäftsstelle noch bis einschließlich Samstag, 30. Juli, in Kall auf dem Parkplatz von Möbel Brucker vor Ort. Täglich von 9.30 bis 16 Uhr können Kunden sich dort mit Bargeld versorgen oder einfache Services nutzen. Weitere Einsatzorte sind laut Kreissparkasse in Planung und werden kurzfristig bekannt gegeben.

Trinkwasserqualität im Kreis entspannt sich

16.18 Uhr: Die Trinkwasserqualität im Kreis Euskirchen hat sich laut Kreissprecher Wolfgang Andres weiter entspannt. So müssen in Bad Münstereifel die Orte Gilsdorf, Hohn und Kolvenbach das Wasser nicht mehr abkochen. 

In den Euskirchener Ortsteile Elsig, Euenheim, Frauenberg, Oberwichterich und Wißkirchen ist ein Abkochen auch nicht mehr erforderlich, genau wie im gesamten Stadtgebiet von Mechernich.

In den Zülpicher Ortsteilen Dürscheven, Enzen, Ülpenich, Linzenich, Lövenich, Sinzenich, Schwerfen, Merzenich, Hoven, Floren und Irnich muss das Wasser ebenfalls nicht mehr abgekocht werden.

Trinkwasser teilweise abkochen

15.12 Uhr: Nach wie vor kann das Trinkwasser im Kreis Euskirchen nach dem Unwetter bakterielle Verunreinigungen aufweisen. Die Kreisverwaltung Euskirchen teilte zwar mit, dass zwischenzeitlich die Schäden an den Wasserleitungen weitestgehend repariert werden konnten und Bundeswehr sowie Bundespolizei in besonders betroffenen Gebieten begonnen haben, eine Ersatzwasserversorgung und -verteilung aufzubauen. Dennoch müsse in einigen  Ortschaften weiterhin das Wasser abgekocht werden. In einzelnen Orten könnte ein leichter Chlorgeruch wahrgenommen werden, so die Verwaltung. Das Wasser könne wie beschrieben genutzt werden.

Folgende Orte müssen das Wasser abkochen: Großteil des Stadtgebiets von Bad Münstereifel (ausgenommene Orte unter „Unbedenklich“), der Kernort Kall sowie Golbach und Strassbüsch, in den Mechernicher Ortsteilen Obergartzem, Satzvey, Firmenich, Kommern, Kommern-Süd, Antweiler, Wachendorf, Lessenich, Gehn, Katzvey und Schaven, in den Schleidener Ortsteilen Broich, Gemünd, Wintzen, Nierfeld und Wolfgarten, im Kernort Weilerswist sowie allen Ortsteilen und in der Zülpicher Kernstadt sowie den Ortsteilen Oberelvenich, Niederelvenich, Mülheim, Wichterich, Dürscheven, Enzen, Ülpenich, Linzenich, Lövenich, Nemmenich, Bessenich, Rövenich, Sinzenich, Schwerfen, Weiler i.d. Ebene, Merzenich, Hoven, Floren und Irnich.

In Euskirchen, im Versorgungsgebiet von e-regio, wurde in Teilen des Trinkwassernetzes eine bakterielle Verunreinigung festgestellt. Im Versorgungsgebiet des Verbandswasserwerks kann eine Beeinträchtigung des Trinkwassers nicht ausgeschlossen werden. Deswegen muss im gesamten Stadtgebiet Euskirchen sowie allen Ortsteilen das Trinkwasser abgekocht werden.

Ein Abkochen des Trinkwassers ist aufgrund der Qualität unbedenklich in folgenden Städten und Gemeinden: den Bad Münstereifeler Ortschaften Nöthen, Gilsdorf, Hohn, Kolvenbach, Bergrath, Witscheiderhof und Weißer Stein, sowie Blankenheim, Dahlem, Hellenthal und Nettersheim.

Maßnahmen, wenn Abkochen erforderlich: Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und langsam über mindestens zehn Minuten abkühlen lassen. Die Temperaturen einer Kaffeemaschine sind nicht ausreichend hoch. Waschmaschinen und Spülmaschinen sollten bei höchst möglicher Temperatur genutzt werden. Abgekochtes oder abgepacktes Wasser sollte für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden genutzt werden.

  • Sonntag, 25. Juli

Einrichtungen der Stiftung betroffen

17:10 Uhr: Nicole Nettersheim, Leitung Unternehmenskommunikation der Stiftung Marien-Hospital Euskirchen, widerspricht Gerüchten, wonach die Einrichtung Theodor-Roevenich-Haus schließen müsse. „Tatsache ist, dass die Einrichtung von den Wassermassen stark getroffen wurde“, sagt Nettersheim auf Anfrage. Das Theodor-Roevenich-Haus ist eine Pflegeeinrichtung für bis zu 91 Senioren am Tuchmacherweg in Euskirchen. In den vergangenen Tagen seien alle betroffenen Gebäude von einem Gutachter begangen worden. Die Ergebnisse stünden jedoch noch aus, so die Pressesprecherin: „Wir bitten um Verständnis, dass bis dahin alle Aussagen, selbst von unserer Seite aus, rein spekulativer Natur wären.“ Sicher sei: Nach den anstehenden Renovierungs- und Sanierungsarbeiten gehe es wie gewohnt weiter, so Nettersheim.

 

Pröll versteigert seine Trikots für guten Zweck

15:00 Uhr: Der ehemalige Bundesliga-Torhüter Markus Pröll versteigert in den kommenden Wochen über seine Facebook-Seite Originaltrikots, die er im Tausch von seinen Gegenspielern erhalten hat. „Es war noch nie wichtiger zu helfen als zu diesem Zeitpunkt“, sagt der Flamersheimer. Der ehemalige Torhüter des 1. Köln und von Eintracht Frankfurt möchte nicht nur mit seiner Muskelkraft helfen, sondern auch finanziell. „Das Schicksal hat auf brutalste Weise zugeschlagen“, sagt der 41-Jährige.

Bis Dienstag kann noch für das erste Trikot geboten werden – einem Trikot von Oliver Kahn. Der ehemalige Welt-Torhüter trug das Trikot im Spiel seines FC Bayern gegen den FC am 24. Februar 2001. Das Spiel endete 1:1. Das aktuelle Höchstgebot steht bei 1500 Euro für das graue Kahn-Trikot. Insgesamt will Pröll zwischen 40 und 50 Trikots versteigern.

Großes DRK-Logistikzentrum in Zülpich eingerichtet für Sachspenden

13.40 Uhr: Die Landesverbände vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Nordrhein und Rheinland-Pfalz richten in Zülpich im Kreis Euskirchen ein über 10.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum zur Annahme von Groß- und Unternehmensspenden ein. Wie das DRK Nordrhein mitteilt, werden große Sachspenden sowie aus Fluthilfemitteln in zentralen Programmen beschaffte Güter erfasst, angenommen, aufbereitet und vorübergehend eingelagert.

Institutionen und Einrichtungen in den betroffenen Gebieten können die Waren nach Meldung des Bedarfs dann abholen. „Wir werden die koordinierte und an dem Maß der Not orientierte Bereitstellung benötigter Güter – von Waschmaschinen über Möbel bis hin zu Hygienebedarf – zunächst für drei bis sechs Monate sicherstellen“, erklärt Hartmut Krabs-Höhler, Vorstandsvorsitzender des DRK-Landesverbandes Nordrhein. „Wir arbeiten mit einem hauptamtlichen Personalstamm und mehreren Bundesfreiwilligen im Bevölkerungsschutz. Personalbedarfsspitzen werden durch ehrenamtliche Kräfte der umliegenden DRK-Gliederungen, ins-besondere des DRK-Kreisverbandes Euskirchen, und durch strukturiert eingebundene Spontanhelfende abgedeckt.“

In der kommenden Woche wird nach Aussage des DRKs Nordrhein mit der Anlieferung von Großspenden begonnen. Das DRK-Logistikzentrum in dem neu errichteten Objekt der Fiege Healthcare Logistics GmbH ist bereits am Donnerstag, 22. Juli, vom DRK-Nordrhein übernommen worden. Die Annahme von Groß- und Unternehmensspenden wird zunächst durch den Einsatzstab des DRK-Landesverbands Nordrhein gesteuert und ist ab Montag, 26. Juli, unter 0211/3104-328 erreichbar.

  • Samstag, 24. Juli

Angekündigte Unwetter – THW an Steinbachtalsperre vor Ort

Die Steinbachtalsperre ist aktuell entleert. Damit trotz der prognostizierten Wetterlage des Deutschen Wetterdienstes die Standsicherheit der Talsperre gewährleistet ist, bleibt der Grundablass geöffnet. Außerdem werden zwei Einheiten des THW Pumpenkapazitäten bereit halten, damit der Wasserstand unterhalt der kritischen Höhe gehalten wird.

  • Freitag, 23. Juli

Schoeller spendet an Kommunen

19.30 Uhr: Das Unternehmen und die Eigentümer des Schoeller Werks in Hellenthal spenden 50.000 Euro. Das Geld wurde an die von der Hochwasser-Katastrophe schwer getroffenen Kommunen Hellenthal, Schleiden und Kall verteilt. „Wir sind fassungslos über das Ausmaß der Zerstörungen. Die persönlichen Schicksale, die die Menschen hinnehmen mussten, sind kaum in Worte zu fassen. Die Situation in der Eifel versetzt viele Menschen in eine akute Notlage, ganze Wohnungen und Häuser wurden zerstört“, schreibt das Unternehmen auf seiner Facebookseite.

Das Schoeller-Werk in Hellenthal, einer der größten Arbeitgeber im Kreis, zählt dabei selbst zu den Betroffenen. Das Wasser drang in der Flutnacht in nahe der Olef gelegene Produktionsstätten ein und hinterließ Schäden sowie eine dicke Schlammschicht. „Dank dem aufopferungsvollen Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und einer beeindruckenden Zusammenarbeit konnten wir in den letzten Tagen gemeinsam das Werk von den schlimmsten Auswirkungen befreien“, teilt das Unternehmen mit.

Durch die Hilfe der Mitarbeiter, die zum Teil selbst stark von den Auswirkungen des Unwetters betroffen waren, konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben recht schnell zu einem annähernd regulären Produktionsbetrieb zurückkehren. „Wir wünschen allen Betroffenen viel Kraft für die herausfordernde Zeit und danken allen regionalen und überregionalen Helferinnen und Helfern für die faszinierende Solidarität und Unterstützung“, heißt es abschließend.

Bürger sollen am Wochenende Fließgewässer meiden

19.21 Uhr: Für das Wochenende hat der Deutsche Wetterdienst erneut Regen angekündigt. Trotz möglichen Starkregens geben die Betreiber der Talsperren im Kreis aber Entwarnung: Mit einem Überlaufen der Talsperren sei nicht zu rechnen.

„Wir haben die Wasserabgabe aus den Talsperren konstant hoch gehalten, um Platz zu schaffen“, sagt Marcus Seiler, Sprecher des Wasserverbandes Eifel-Rur. Aktuell fasst die Rurtalsperre 181,2 Millionen Kubikmeter Wasser. Am Wochenende soll die Sperre genug Platz haben, um bis zu 20 Millionen weitere Kubikmeter Wasser fassen zu können. Der Wasserpegel sinkt weiter ab. Die Urfttalsperre fasst aktuell 40 Millionen Kubikmeter. Auch hier ist die Tendenz des Wasserpegels sinkend. 16,7 Millionen Kubikmeter Wasser werden derzeit durch die Oleftalsperre gestaut. Der Pegelstand fällt leicht. „Die Oleftalsperre stand nie vor dem Überlaufen. Dort war immer genug Platz“, sagt Seiler.

In der vergangenen Woche hatte eine Falschmeldung dafür gesorgt, dass viele Talbewohner aus Furcht vor einem Überlaufen der Talsperre in die Berge flüchteten. Laut Werner Wamser, stellvertretendem Bürgermeister von Hellenthal, hat sich die Meldung während des Stromausfalls durch Mundpropaganda verbreitet. Auch auf der Internetseite der Stadt Mechernich wurde die Falschmeldung geteilt. An der Steinbachtalsperre hat sich die Lage beruhigt. Die Talsperre sei komplett entleert, teilt E-Regio-Sprecher Sebastian Zimer mit. „Aktuell ist der Wasserzufluss aus dem Steinbach geringer als über das maximale Durchlaufvolumen des Grundablasses wieder dem Bach zugeführt wird.“

Sollte dennoch mehr Wasser zufließen, könne das Stauvolumen der Talsperre genutzt werden „ohne dass eine Gefährdung der Standsicherheit des Dammes eintritt“. Mit THW und Feuerwehr sei zudem vereinbart worden, für den Notfall zusätzliche Pumpkapazitäten vorzuhalten. Anders als in der vergangenen Woche ist der Kreis nicht großflächig von Dauerregen betroffen. „Dieses Mal haben wir vor allem örtlichen Starkregen“, erläutert Seiler. Wie groß die Regenmengen seien und wo es wie viel regne, sei schwer abzuschätzen. „An manchen Stellen können wir eine Gefährdung deshalb nicht ausschließen. Wir appellieren an die Bürger: Meidet die Fließgewässer.“

Warme Duschen für Anwohner der Euskirchener Kernstadt

16.54 Uhr: Anwohner der Euskirchener Kernstadt, die aktuell keine Möglichkeit haben, warm zu duschen, können bis auf Weiteres die Duschen in der Turnhalle der Kaplan-Kellermann-Realschule in der Stettiner Str. 31 nutzen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 7 bis 21 Uhr.

Kreis warnt vor Falschinformationen über kontaminiertes Wasser

16.46 Uhr: Der Kreis weist darauf hin, dass derzeit Informationen kursieren, wonach das Leitungswasser von Öl oder chemischen Stoffen kontaminiert wurde. Hierauf gebe es keinerlei Hinweise, wie der Kreis in einer Pressemitteilung erklärt. In einzelnen Ortslagen sei gegebenenfalls ein leichter Chlorgeruch des Leitungswassers wahrnehmbar. Das Wasser könne trotz Geruch genutzt werden – solange man das Abkochgebot einhalte. Die Desinfektion des Wassers werde laut Kreis ständig überwacht.

Tierheim in Mechernich spendet Futter

16.13 Uhr: Das Tierheim Mechernich-Burgfey gibt kostenlos Futter für die Tiere der vom Hochwasser betroffenen Menschen ab. „Die Hilfsbereitschaft vieler Firmen, Bürger und Tierheimen aus ganz Deutschland ist überwältigend“, teilt Reiner Bauer vom Tierschutzverein Mechernich mit. Das Futter kann täglich ab 14 Uhr beim Tierheim, Feytalstraße 305, abgeholt werden. „Wir möchten hier helfen und es ist reichlich Spendenfutter bei uns angekommen“, so Bauer.

Erft wird grün gefärbt

14.14 Uhr: Die Stadt und das Technische Hilfswerk (THW) färben heute die Erft grün. So soll herausgefunden werden, ob und wie sich der Bachverlauf der Erft durch das Hochwasser verändert hat.

Ein Grund zur Sorge für die Bürger bestehe nicht, sagt Stadtsprecherin Marita Hochgürtel. „Das Färbemittel ist nicht giftig.“ Die Stadt bittet darum, sich nicht beim Notruf zu melden.

Teilweise ist das Erftbett in der Münstereifeler Innenstadt zerstört. Mit dem Färbemittel werde nun überprüft, ob Wasser „unterwegs verloren gehe“, sagt Hochgürtel.

Im Kreis können an mehreren Orten Soforthilfe-Anträge gestellt werden

Von der Flut Betroffene können ab sofort im Kreis an mehreren Stellen Anträge auf Soforthilfe erhalten und einreichen. 

Bürger aus Bad Münstereifel können am Samstag, 24. Juli, in der Rechtspflegeschule der Hermann-Pünder-Str. 2 in der Zeit von 10 bis 12 Uhr Soforthilfe beantragen und sich auszahlen lassen Die Auszahlung erfolgt sofort. Die entsprechenden Anträge erhalten Betroffene vor Ort. Wenn möglich, sollen Ausweisdokumente vorgelegt werden. Die Verwaltung bittet die Bürger, sich bei der Abholung der Soforthilfe an die geltenden Coronaregeln zu halten.

Bürger aus Zülpich können Soforthilfe per E-Mail an stadtkasse@stadt-zuelpich.de, auf dem Postweg oder persönlich im Rathaus zu den üblichen Öffnungszeiten beantragen. Dazu muss lediglich ein Vordruck ausgefüllt werden, der über die Website der Stadt heruntergeladen werden kann.

In Hellenthal können Anträge auf Soforthilfe des Landes NRW sowie die Anträge auf Auszahlung der Spendengelder Samstag und Sonntag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr an der Tourist-Information abgeholt oder ausgefüllt werden. Die Auszahlung erfolgt dann am folgenden Montag.

Blankenheim

Anträge auf finanzielle Hilfen durch das Land NRW und die Gemeinde Blankenheim können Betroffene der Flutkatastrophe an folgende Adresse schicken: hochwasser@blankenheim.de oder postalisch an die Gemeinde Blankenheim, Rathausplatz 16 in 53945 Blankenheim. Über weitere finanzielle Hilfen, wie Kredite durch Banken, informiert die Gemeinde über ihre Website. www.blankenheim.de/de/rathaus/hochwasser

Dahlem

Katastrophen-Opfer können über die Website der Gemeinde das Antragsformular für Soforthilfen herunterladen. www.dahlem.de/RathausInfo_16294

Stadt Euskirchen

Antragsformulare für Soforthilfen des Landes NRW im Rathaus, Kölner Straße 75, im Alten Rathaus Baumstraße 2, sowie an den nachstehenden Anlaufstellen in den Ortsteilen ab Freitag, 23.07.2021, abgeholt werden:

Schweinheim (Dorfgemeinschaftshaus)

Flamersheim (Turnhalle)

Palmersheim (Dorfgemeinschaftshaus)

Euenheim (Feuerwehrgerätehaus)

Wißkirchen (Grundschule)

Kreuzweingarten/Rheder (ehem. Jugendheim)

Roitzheim (Dorfgemeinschaftshaus)

Sowohl im Rathaus als auch in den Anlaufstellen können die Anträge auch unmittelbar abgegeben werden. Von den Anlaufstellen wird jeden Nachmittag eine Abholung zum Rathaus erfolgen.

Da die EDV in der Stadtverwaltung noch nicht wieder funktioniert, erfolgt die Auszahlung der Soforthilfe Anfang der Woche. Eine Barauszahlung ist nur in zwingenden Ausnahmefällen etwa der Verlust der Bankkarte im Rathaus in der Kölner Straße 75 ab Freitag möglich. Die Anträge können im Rathaus abgegeben bzw. im Briefkasten eingeworfen werden.

Kall

In der Gemeinde Kall können Betroffene die Anträge für Soforthilfen im Rathaus abgeben. Dazu soll der Hintereingang vom Parkplatz hinter dem Rathaus aus genutzt werden, der über eine Treppe direkt in die erste Etage führt. Auf der rechten Seite finden die Antragsteller Zimmer 24, dort werden die Anträge entgegengenommen. Die Antragsschreiben können über die unten stehende Website heruntergeladen werden. www.kall.de/aktuelles/wichtige-informationen-fuer-alle-vom-hochwasser-betroffenen-buerger.php

Mechernich

Auf der Homepage der Stadt können Betroffene die Anträge zur Soforthilfe herunterladen. Die Vordrucke sind außerdem bei der Stadtverwaltung erhältlich. Den ausgefüllten und unterschriebenen Antrag können die Betroffenen dann per Post an die Stadt Mechernich, Fachbereich 5, Bergstraße 1, 53894 Mechernich, schicken, im Bürgerservice im Erdgeschoss abgeben oder per E-Mail an die Stadtverwaltung senden. info@mechernich.de

Nettersheim

Den Antrag auf Soforthilfe können Bürger ab sofort und bis zum 31. August bei der Gemeinde Nettersheim stellen. Dazu erforderlich sind neben dem Antragsbogen ein Nachweis über den Hauptwohnsitz in der betroffenen Region und eine Eigenerklärung, dass nach Selbsteinschätzung im Haushalt ein Schaden in Höhe von mindestens 5000 Euro entstanden ist. Den Antrag können Betroffene über die Website herunterladen. www.nettersheim.de/home/news.html

Schleiden

Soforthilfe-Anträge erhalten Schleidener an folgenden Stellen: im Rathaus Schleiden, in der Mensa der Realschule Schleiden (Ruppenberg), im ehemaligen Rewe Gemünd (Urftseestraße 1) sowie an folgenden Essens-Ausgabestellen: Schleiden Im Burggarten, Gemünd Eifel-Ardennen-Platz (OSE), Olef An der Kirche.

Weilerswist

Ab dem heutigen Freitag bis zum 31.08.2021 können Betroffene In Weilerswist die Soforthilfe des Landes NRW zur Unwetterkatastrophe beantragen: im Rathaus Weilerswist in der Bonner Straße 29, 53919 Weilerswist am Freitag, den 23.07.2021 von 9 bis 19 Uhr und ab dem 26.07.2021 montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr. Um lange Wartezeiten zu ersparen, empfiehlt die Gemeinde, sich die Soforthilfe überweisen zu lassen.

Alternativ wird die Soforthilfe per Scheck im Rathaus ausgehändigt. Dafür sollen Antragsteller ihren Ausweis bereithalten und einen eigenen Kugelschreiber mitbringen. Aufgrund der Corona-Situation wird nur eine Person je Haushalt in das Rathaus eingelassen. Es gibt keine Barauszahlung.

Hochwasser ist Infektionsrisiko – Achtung beim Aufräumen – Kreis Euskirchen gibt Tipps

Im Umgang mit dem Hochwasser sollten Helfer und Betroffene beim Aufräumen bestimmte Verhaltensregeln beachten, – insofern das aufgrund der Situation vor Ort möglich ist –, da das Wasser bakteriell verseucht und infektiös sein kann. 

Für Leitungswasser. dass zum Trinken, zum Nahrung zubereiten, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden genutzt wird, gilt im Kreis nach wie vor ein Abkochgebot. Für die Toilettenspülung, Duschen und andere Zwecke gibt es keine Einschränkungen.

Mobile Sparkassen-Filialen in Kall – weitere Orte in Planung

7.40 Uhr: Am heutigen Freitag, 23. Juli, wird eine Mobile Filiale der Sparkasse KölnBonn in Kall stehen, um die Bargeldversorgung für die Anwohner zu erleichtern. Die mobile Filiale wird zwischen 9:30 Uhr und 16 Uhr auf dem Parkplatz von Möbel Brucker stehen. Weitere Einsatzorte sind in Planung.

Die Kölner Sparkasse stellt den Sparkassenbus, der sonst in Köln im Einsatz ist, zur Verfügung. Beim Sondereinsatz der Mobilen Filiale werden auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreissparkasse Euskirchen mit an Bord sein.

  • Donnerstag, 22. Juli

Neue Busverbindung Euskirchen – Bad Münstereifel

18.52 Uhr: Die RVK (Regionalverkehr Köln GmbH) hat nach der Unwetterkatastrophe und Straßensperrungen auf der B51 eine ÖPNV-Verbindung zwischen Bad Münstereifel und Euskirchen-Bahnhof eingerichtet. Der Linienweg soll über Nöthen und von dort aus über die Autobahn nach Euskirchen führen. Das neue Angebot gilt ab Freitag, 23. Juli. Geplant ist zunächst ein 2-Stunden-Takt. Ziel ist die Verdichtung auf einen Stundentakt ab Montag, 26.07.2021. Anfangs- und Endhaltestelle in Euskirchen ist die Haltestelle Hermann-Pünder-Str.

Kreis Euskirchen veröffentlicht Onlinekarte mit Straßensperrungen

16.36 Uhr: Der Kreis Euskirchen hat eine Onlinekarte mit aktuellen Hinweise zu Straßensperrungen veröffentlicht. „Die Navigation vor Ort ist für alle Bürgerinnen und Bürger aktuell eine große Herausforderung“, so der Kreis. Ein Planungsbüro stellt die Karte zur Verfügung, die von allen Beteiligten gepflegt werde, so dass ein möglichst aktueller Stand abgebildet werden könne, sagt der Kreis Euskirchen.

Dennoch sei die Darstellung eine Momentaufnahme und stelle keinen Anspruch auf Richtigkeit beziehungsweise Vollständigkeit dar. „Es wird noch eine Weile dauern, bis wir alle Schäden und die daraus resultierenden Sperrungen ermittelt und eingepflegt haben, da in den stark betroffenen Kommunen die Schadensaufnahme gerade erst beginnt“, teilt der Kreis mit.

https://bit.ly/schadensmelderkreis

THW versucht Abwasserpumpwerk zu ertüchtigen

16.30 Uhr: Wie der Sprecher der Feuerwehr in Erftstadt, Elmar Mettke, informiert, arbeite das THW derzeit daran, dass Abwasserpumpwerk wieder in Gang zu bringen, damit das Wasser, das noch in Häusern steht 

Plünderungen in Weilerswist

16.05 Uhr: Weilerswist. In Weilerswist sowie den Ortsteilen Metternich und Vernich ist es bereits vor Tagen zu Plünderungen gekommen. Am späten Sonntagabend führte das nach Auskunft der Polizei sogar zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung auf der Rheinstraße. Fünf Männer hätten einen nach dem Hochwasser am Straßenrand abgestellten Rasenmäher in ein Fahrzeug geladen.

Dies bemerkten zwei Hausbewohner, die daraufhin mit Holzlatten und einem Baseballschläger auf das Fahrzeug einschlugen. Die Polizei nahm die sieben Personen mit zur Wache nach Köln, alle wurden wieder freigelassen. Es ergaben sich keine Haftgründe.

Die Polizeipräsenz in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten im Kreis wurde seit Wochenbeginn verstärkt. Weilerswists Bürgermeisterin Anne Horst berichtet, dass die Plünderungen dadurch nachgelassen hätten. Die Polizei weist darauf hin, dass Delikte umgehend dem Notruf unter Tel. 110 gemeldet werden sollen. (ets)

Unfall bei Aufräumarbeiten in Kleinvernich

13.23 Uhr: Mehrere Menschen sind bei einem Unfall bei Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in Weilerswist-Kleinvernich im Kreis Euskirchen verletzt worden.

Nach Auskunft der Polizei war es zu dem Notfall gekommen, weil fünf beauftragte Arbeiter vom Niederrhein einen benzinbetriebenen Stromgenerator im Keller des historischen Gebäudes, in dem sich eine Wohnanlage befindet, verwendet hatten. Mehrere Personen hätten Symptome einer Kohlenmonoxidvergiftung aufgewiesen und seien kollabiert.

Homepage des Kreises Euskirchen kann wieder aktualisiert werden

12.30 Uhr: Der Kreis Euskirchen arbeitet weiter im Notbetrieb. Auf der Homepage hat die Verwaltung Informationen zu Hilfen nach der Flutkatastrophe, Müllentsorgung, Straßenverkehrsamt, ÖPNV und Erreichbarkeit weiterer Stellen zusammengestellt.

Fußballkreis setzt Spiele bis auf weiteres aus

11.48 Uhr: Fußballspiele in der Region finden bis auf Weiteres nicht statt. Dies teilte der Fußballkreis Euskirchen dieser Zeitung auf Anfrage mit. Der Spielausschuss muss sich zunächst ein Bild über die aktuelle Lage der Vereine und der Sportanlagen machen. Anfang August wolle man sich zusammensetzen und beratschlagen, meinte Peter Dierichsweiler, Vorsitzender des Spielausschusses.

Dies betrifft zunächst den Bitburger-Kreispokal, dessen Endspiel des Wettbewerbs 2020/21 zwischen Bessenich und Lechenich sowie der Auftakt des Pokals 2021/22 am vergangenen Wochenende vorerst abgesagt wurden. Es ist allerdings nicht unwahrscheinlich, dass auch der Start in die Fußballsaison, der am 15. August stattfinden sollte, verschoben wird.

WDR sendet am Donnerstag live aus Bad Münstereifel

11.40 Uhr: Der WDR zeigt am heutigen Abend, Donnerstag, um 20.25 Uhr „Nach der Flut – Böttinger live vor Ort“. Bettina Böttinger sendet dazu live aus Bad Münstereifel und fragt die Menschen, wie es ihnen nach der Flutkatastrophe geht. Sie spricht mit Menschen, die von der Katastrophe betroffen sind und mit denen, die versuchen zu Helfen und das Chaos zu beseitigen. Außerdem spricht Böttinger mit Hubert Schilles, der auf dem Deich der Steinbachtalsperre mit seinem Bagger das entscheidende Loch buddelte, damit das Wasser abfließen konnte, Ranga Yogeshwar, Traumaexpertin Sandra Sangsari sowie der Bürgermeisterin von Altenahr, Cornelia Weigand.

Marita Hochgürtel, Stadtsprecherin in Bad Münstereifel, bitte die Menschen, für die Sendung nicht live vor Ort zu kommen. „Die Menschen sollen die Sendung bitte im Fernsehen gucken“, sagt sie. „Wir sind hier immer noch im Katastrophengebiet. Die Infrastruktur gibt das nicht her.“

Die Sondersendung „Nach der Flut – Böttinger live vor Ort“ läuft von 20.15 bis 21.15 Uhr im WDR.

Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen richtet kostenlose Telefonberatung für Hilfe bei seelischen Krisen ein

Bürgerinnen und Bürger im Kreis Euskirchen können jetzt kostenlose Beratung bei seelischen Krisen erhalten. Das Gesundheitsamt bietet unter folgender Telefonnummer entsprechende Hilfe an:

02251/ 15 466

Erreichbarkeit:

Montag: 8.30 Uhr - 15.30 Uhr

Dienstag: 8.30 Uhr - 15.30 Uhr

Mittwoch: 13.00 Uhr - 18.00 Uhr

Donnerstag: 8.30 Uhr - 15.30 Uhr

Freitag: 8.30 Uhr - 12.30 Uhr

Hilfe-Hotlines zur Hochwasser-Katastrophe im Kreis Euskirchen:

Die Hotlines des Kreises Euskirchen:

Bürgerfragen 02251 - 15 888

Helfer-Hotline 02251 - 15 910

Vermissten-Hotline 02251 - 1111

Erreichbarkeit Straßenverkehrsamt

Die Zulassungsstellen des SVA des Kreises Euskirchen in Euskirchen und Schleiden haben in dieser Woche ausschließlich für Flutopfer geöffnet. Dafür benötigen Betroffene keinen Termin.

Wer infolge der Flut keine Möglichkeiten oder keine Zeit hat, zur Zulassungsstelle zu kommen, muss sich darüber ebenfalls keine Sorgen machen - die Abmeldung eines Kfz erfolgt rückwirkend zum Tag der Überflutung.

Eine Ausnahmeregelung gilt zudem, wenn ein PKW ein neues Kennzeichen braucht. Die alte Buchstaben- und Ziffernfolge als Kennzeichen darf erhalten bleiben, es muss nicht umgekennzeichnet werden.

Wer infolge des Hochwassers keinerlei Identitätsnachweis mehr vorweisen kann, wird bei glaubwürdiger Erläuterung seiner Identität (Name, Geburtsdatum, Adresse, Kfz-Kennzeichen oder ähnlichem) ebenfalls bedient. 

  • Mittwoch, 21 Juli

Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen ordnet für weitere Orte Abkochgebot für Wasser an

20.31 Uhr: Das Gesundheitsamt des Kreises Euskirchen hat für weitere Orte ein Abkochgebot für Wasser angeordnet. Grund hierfür sind mikrobiologische Abweichungen von der Trinkwasserverordnung. Sollten keine Möglichkeiten zum Abkochen bestehen, sollen sich Bürgerinnen und Bürger an die zentralen Trinkwasserstellen bei der Stadt Euskirchen wenden. Das Leitungswasser ist für die Toilettenbenutzung, zum Duschen und für andere Zwecke ohne Einschränkungen nutzbar.

Betroffen sind nun auch folgende Ortschaften: Kernstadt, Billig, Dom-Esch, Flamersheim, Großbüllesheim, Kessenich, Kirchheim, Kleinbüllesheim, Kreuzweingarten, Rheder, Kuchenheim, Niederkastenholz, Palmersheim, Roitzheim, Schweinheim, Stotzheim, Weidesheim und Wüschheim.

Für den Rest des Kreise gilt bereits ein Abkochgebot, welches weiter bestehen bleibt.

Wieder fast überall Strom in Zülpich

18.51 Uhr: Der Verteilernetzbetreiber Westnetz teilt mit, dass in Zülpich fast alle Kommunen wieder mit Strom versorgt sind. Gleiches gilt auch für Mechernich. In den bisher noch nicht versorgten Kommunen arbeiten die Mitarbeiter von Westnetz weiter daran, die Stationen und Anlagen zu reinigen, prüfen und in Stand zu setzen, so das Unternehmen. Zudem werde die Anzahl der Aggregate nochmals erhöht.

„Weiterhin finden im gesamten Hochwassergebiet Hausanschlussbegehungen durch Westnetz-Teams statt, um sicher zu stellen, dass keine Gefahr für Leib und Leben durch einen elektrischen Schlag oder Brand besteht. Denn um eine Versorgungsleitung in Betrieb nehmen zu können, muss jedes daran angeschlossene Gebäude begangen und auf die Betriebssicherheit der elektrischen Anlage überprüft werden“, so das Unternehmen.

Da oftmals die Klingel nicht funktioniere bittet Westnetz eine Kontaktmöglichkeit, beispielweise eine Telefonnummer, an der Haustür zu platzieren und so die Erreichbarkeit sicher zu stellen. „Aus Sicherheitsgründen bittet die Westnetz keine Hausanlage, die durch Wassereinbruch in Mitleidenschaft gezogen wurde, vor der Überprüfung durch eine Elektrofachkraft anzuschalten“, teilt das Unternehmen mit.

Zülpicher geben Kallern Obdach

17.42 Uhr: Auch das Kaller Rathaus wurde durch das Hochwassers stark beschädigt und konnte den Normalbetrieb noch nicht wiederaufnehmen. Um die Erledigung unaufschiebbarer Angelegenheiten zu ermöglichen, wurden Mitarbeiter von Standes- und Einwohnermeldeamt laut Gemeinde vorübergehend im Zülpicher Rathaus untergebracht.

Termine, auch außerhalb der Öffnungszeiten, können vereinbart werden unter Tel. 02252/ 52-243 (Standesamt) und 02252/ 52-279 (Einwohnermeldeamt).  Die Stadtverwaltung Euskirchen ist nach wie vor telefonisch nicht zu erreichen, so dass der Dienstbetrieb nur sehr eingeschränkt stattfinden kann. Aktuellen Informationen der Stadt werden daher in erster Linie über die städtische Facebookseite verbreitet. Diese ist auch ohne eigenen Account erreichbar.

Im Bürgerbüro können laut Stadt aktuell nur bestellte Ausweisdokumente abgeholt werden. Darüber hinaus können in dringenden Fällen neue Ausweisdokumente beantragt werden, etwa bei Verlust oder Vernichtung durch das Hochwasser.Das Bürgerbüro ist geöffnet Montag 8 bis 19 Uhr, Dienstag und Mittwoch 8 bis 14 , Donnerstag 8 bis 19, Freitag 8 bis 13 Uhr.

facebook.com/Euskirchen.de

Sonderöffnungszeiten des Abfallwirtschaftszentrums

15.20 Uhr: Damit in den betroffenen Regionen im Kreis Euskirchen die Aufräumarbeiten auch am Wochenende weitergehen können, ist das Abfallwirtschaftszentrum in Mechernich, Strempter Heide 1, auch am kommenden Samstag, 24., und Sonntag, 25. Juli, zwischen 8 und 16:30 Uhr geöffnet. Der Kreis Euskirchen weist darauf hin, dass nur eine Annahme von Abfällen aus den Überschwemmungsgebieten erfolgt. Zudem müssen die Menschen mit „erheblichen Wartezeiten“ rechnen, so der Kreis weiter: „Bitte sehen Sie als nicht Geschädigter zur Zeit von Anlieferungen ab.“

Trinkwasser soll weiterhin abgekocht werden

15.17 Uhr: Der Kreis hält weiter an dem Abkochgebot für das Trinkwasser fest. Wie die Stadt Mechernich über die Agentur Profi Press mitteilte, könne das Trinkwasser immer noch bakterielle Verunreinigungen aufweisen. „Für die Zubereitung von Nahrung, zum Zähneputzen und zum Reinigen offener Wunden sollte ausschließlich abgekochtes Leitungswasser verwendet werden“, so der Hinweis. Dafür sollte das Wasser sprudelnd aufgekocht werden und anschließend über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten abgekühlt werden.

Zurzeit werden laut den Verantwortlichen Wasserproben genommen. „Bis zum Ergebnis, voraussichtlich Ende Juli, soll das Wasser zur Sicherheit abgekocht werden“, sagte Betriebsleiter Mario Dittmann von den Stadtwerke Mechernich. Kursierende Meldungen, wonach Leitungswasser von Öl oder chemischen Stoffen kontaminiert sei, dementiert Kreissprecher Wolfgang Andres: „Hierauf gibt es keinerlei Hinweise.“

Polizei korrigiert Zahl der Toten – Plünderer in Euskirchen festgenommen

14.36 Uhr: Die Polizei hat die Zahl der Toten nach der Flutkatastrophe im Kreis Euskirchen korrigiert: Am Dienstag meldeten die Beamten, dass es einen weiteren Todesfall in Bad Münstereifel gab, die Zahl der Toten hätte sich somit auf 27 erhöht. Nun hat die Polizei die Angabe korrigiert, der Todesfall hat sich als falsch herausgestellt, die Zahl wurde auf 26 korrigiert. Die Polizei bittet, den Fehler zu entschuldigen, heißt es in einer Mitteilung. Seit Dienstagabend sind rund 250 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz, um Vermisste zu suchen.

Die Polizei teilt außerdem mit, dass sie einen 37 Jahre alten Einbrecher in der Euskirchener Innenstadt festgenommen hat. Der Mann wurde auf frischer Tat ertappt, wie er sich Zugang zu einem Buchladen machen wollte, zuvor soll er in ein benachbartes Geschäft eingebrochen sein. In einem Rucksack verstaute er laut Polizei Diebesgut.

Hinweise auf Plünderungen und Diebstähle nimmt die Polizei sehr ernst, heißt es in der Mitteilung. Einsatzkräfte führen Tag und Nacht Streife im Katastrophengebiet und sind für Menschen jederzeit ansprechbar.

Zwei Personen aus Euskirchen werden weiter vermisst

13.15 Uhr: Die Kölner Polizei konnte nach intensiver Suche weitere in den Hochwassergebieten vermisste Menschen ausfindig machen. Seit Dienstag seien zehn Menschen ermittelt worden, vier würden weiter vermisst, sagte ein Sprecher. Zwei Vermisste stammten aus dem Rhein-Sieg-Kreis, zwei aus dem Kreis Euskirchen. Am Dienstag hatte die Kölner Polizei die Zahl der Vermissten noch mit 14 angegeben.

Ein Polizeisprecher sagte, inzwischen seien die Handynetze wieder belastbarer, und die Lage sei übersichtlicher geworden. Aber die Suche nach Vermissten sei komplex. Dazu gehöre das Absuchen von Ufern und weggeschwemmten Autos, die Nachfrage im Wohnumfeld oder beim Arbeitgeber. Manchen Menschen hätten nicht gewusst, dass sie gesucht wurden.  

Sportbund des Landes bietet Hilfe an

12.15 Uhr: Der Fußballverband Mittelrhein will sich einen Überblick über die Situation der Sportanlagen in den von der Hochwasserkatastrophe heimgesuchten Gebieten – also auch im Fußballkreis Euskirchen – machen. Die Vereine erreicht momentan eine Umfrage des Fußballverbandes, in der die Vertreter den Zustand der Sportanlagen melden und darüber Auskunft geben sollen, welche Schäden entstanden sind oder auch, ob Sportplätze verfügbar sind. „Die Folgen für den Spielbetrieb auf Verbandsebene sind noch nicht absehbar“, heißt es in dem Schreiben. Zudem wird angekündigt, dass auch der Landessportbund eine ähnliche Umfrage für die nächsten Tage plant.

Da auch der Fußballkreis Euskirchen und dessen Vorstandsmitglieder durch das Hochwasser zum Teil schwere Schäden davongetragen haben, ist eine Aussage, wie es mit dem Bitburger-Kreispokal weitergeht, der am vergangenen Wochenende starten sollte – außerdem stand das Endspiel aus der „Corona-Saison“ 2020/21 zwischen Bessenich und Lechenich auf dem Programm –, oder ob der Saisonstart am 15. August verschoben wird, noch nicht zu beantworten.

Der Landessportbund hat Kontakt mit der Landesregierung aufgenommen, um zeitnah Hilfe sicherzustellen. Neben der finanziellen Hilfe gibt es auch Beratungen zu Versicherungsfragen. Betroffene Vereine können sich entweder telefonisch (02 03/7 38 17 77) oder per E-Mail  melden. Die eingehenden Anfragen werden über ein Ticketsystem erfasst und verarbeitet. (ets)

Kreisverwaltung im Notbetrieb

10.30 Uhr: Die Kreisverwaltung Euskirchen hat einen Notbetrieb eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen den Bürgerinnen und Bürgern telefonisch zur Verfügung, wie der Kreis Euskirchen mitteilt. Auch einzelne Dienstleistungen wie z.B. das An- und Abmelden von Fahrzeugen sind nach Terminvereinbarung möglich. Der Kreis bittet darum, die Anliegen auf das Nötigste zu reduzieren.

  • Dienstag, 20. Juli

Weiteres Todesopfer in Bad Münstereifel gefunden

17.37 Uhr: Die Polizei Köln hat einen weiteren Toten in Bad Münstereifel gefunden. Bisher ist unklar, woher der Mann kommt, da sein Leichnam noch nicht identifiziert werden konnte. Damit steigt die Zahl der Todesopfer nach der Flutkatastrophe im Kreis Euskirchen auf 27.

Vielzahl der Vermisstenmeldungen geklärt

Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen haben die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Die Polizei sucht aktuell noch nach 2 Vermissten aus dem Kreis Euskirchen.

Wasser soll weiter abgekocht werden – Versorgung beeinträchtigt

16.47 Uhr: Noch immer ist nicht im gesamten Kreis die Wasserversorgung gewährleistet: Vor allem Bad Münstereifel kann nicht alle Ortschaften mit Wasser, geschweige denn Trinkwasser versorgen. Informationen vom Kreis und den Versorgern, finden Sie hier.

FDP: Parteien sollen auf Wahlkampf im Kreis verzichten

16.23 Uhr: FDP-Kreisparteichef Frederik Schorn regt an, dass die Parteien auf einen Bundestagswahlkampf im Kreis Euskirchen verzichten oder ihn zumindest stark reduzieren. „Die eingesparten Mittel spenden wir der Fluthilfe“, schlägt Schorn vor. Angesichts des großen menschlichen Leids und des extremen Ausmaßes der Sachschäden im ganzen Kreisgebiet sei aus Sicht der FDP an einen normalen Bundestagswahlkampf nicht zu denken, so Schorn in seinem Vorschlag an die anderen Parteien.

„Weder ist den Bürgerinnen und Bürgern zuzumuten, dass die Parteien jetzt wieder auf Stimmenfang gehen, noch ist unseren Parteimitgliedern zuzumuten, in Kürze wieder Plakate zu hängen. Wir haben Mitglieder, die ihren gesamten Hausstand verloren haben – ich denke, da geht es Ihnen nicht anders.“

Ihm sei bewusst, dass die Praktikabilität des Vorschlags auch von Details abhängt. „Wir haben unsere Plakatbestellung beispielsweise bereits auf Eis gelegt. Auch ist mir klar, dass Sie ihre Vorstände zunächst konsultieren müssen“, so der FDP-Kreischef an die anderen Parteichefs.  Am Ende ergebe so eine Vereinbarung auch nur dann Sinn, wenn sich alle daran hielten:  „In diesem Sinne hoffe ich auf einen offenen Meinungsaustausch und auf ein positives Votum.“

Finanzamt weiterhin nicht erreichbar

16.17 Uhr: Aufgrund der Folgen des Unwetters ist das Finanzamt Euskirchen an der Thomas-Mann-Straße weiterhin für den Publikumsverkehr und telefonisch nicht erreichbar. Wie die Oberfinanzdirektion NRW mitteilt,  können dringende Anliegen oder Fragen zu steuerlichen Angelegenheiten   jederzeit online über das Kontaktformular an das Finanzamt übermittelt werden.

Caritas bleibt trotz großer Schäden erreichbar – Trinkwasserversorgung eingeschränkt

14.38 Uhr: Auch den Caritasverband Euskirchen hat die Flutkatastrophe hart getroffen. Sowohl in der Hauptgeschäftsstelle an der Wilhelmstraße als auch in verschiedenen Einrichtungen des Sozialverbandes hat das Hochwasser erhebliche Schäden verursacht. Wie die Dienste weiterhin zu erreichen sind, lesen Sie hier.

Probleme gibt es bei der Trinkwasserversorgung. Der Wasserverband Oleftal hat für den heutigen Dienstag, den 20.7. gemeldet, dass es in den Ortschaften Broich, Wintzen, Golbach und Straßbüsch zu Beeinträchtigungen in der Trinkwasserversorgung wegen eines Rohrbruchs kommt. Der Verband bemüht sich, die Versorgung schnellstmöglich wiederherzustellen.

Merkel sagt Opfern der Flutkatastrophe schnelle Hilfe zu

14.33 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Menschen in den Hochwasserregionen unbürokratische Soforthilfe zugesagt. Man werde alles daran setzen, „dass das Geld schnell zu den Menschen kommt“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag bei einem Besuch in der stark vom Hochwasser beschädigten Stadt Bad Münstereifel. „Ich hoffe, dass das eine Sache von Tagen ist.“

Merkel ging davon aus, dass die Wiedererrichtung der zerstörten Infrastruktur wie Straßen und Bahnstrecken sowie der Wiederaufbau der Stadt länger als ein paar Monate dauern wird. Es sei sehr klar, „dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden“.

Die Kanzlerin hatte sich zunächst vom Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian über die Lage in Bad Münstereifel unterrichten lassen. Sie sah sich eine Halle mit gespendeten Hilfsgütern an und verschaffte sich dann bei einem Gang durch den Ort einen eigenen Eindruck. Begleitet von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sie auch mit Helfern und Bürgern.  

Kanzlerin Merkel kommt mit Elfjährigem ins Gespräch – Anwohner verteidigt Politiker

Bei ihrem Besuch in Bad Münstereifel ließ sich Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auch ein Notlager für Dinge des täglichen Bedarfs im Stadtteil Arloff zeigen.. Dort unterhielt sich Merkel auch mit dem elfjährigen Kolja. Er und seine Freunde halfen beim Sortieren der Hilfsgüter.

Was die Bundeskanzlerin von dem Elfjährigen im Gespräch wissen wollte? „Ob wir von dem ganzen Regen betroffen waren und wie der aktuelle Stand zu Hause so ist.“ Auf die Frage, wie er die Bundeskanzlerin erlebt habe, antwortete Kolja: „Entspannt.“ 

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Der Anwohner Emanuel Walter aus Bad Münstereifel machte deutlich, in welcher Zwickmühle Politiker aus seiner Sicht derzeit stecken: „Was sollen die Politiker denn machen? Kommen sie, gibt es Kritik, kommen sie nicht, gibt es auch Kritik.“

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Weiterhin 26 Tote, Schleiden besonders betroffen

13.20 Uhr: Der Kölner Polizei sind nach aktuellem Stand nach wie vor 26 Menschen bekannt, die durch das Unwetter im Kreis Euskirchen ihr Leben verloren haben. Darunter sieben aus Schleiden, vier aus Euskirchen, je drei aus Zülpich und Nettersheim, je zwei aus Bad Münstereifel, Hellenthal und Kall und eine Person aus Blankenheim. Es gelten zurzeit noch 19 Menschen aus dem Kreis als vermisst.

Eine Person, dessen Leiche im Euskirchener Kreisgebiet gefunden worden ist, stammt aus dem Rhein-Erft-Kreis. Eine weitere Leiche muss noch identifiziert werden. Meldungen aus den einzelnen Kommunen zu den Todeszahlen können von denen der Polizei abweichen, da es derzeit durch die Folgen des Unwetters noch zu Kommunikationsproblemen kommt.

Kanzlerin Angela Merkel in Bad Münstereifel angekommen

12:23 Uhr: Zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) macht sich Merkel ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zum Auftakt führte die Kanzlerin Gespräche mit dem Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian.

Merkel Lebensmittellage BaMü © dpa Merkel Lebensmittellage BaMü

Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht anschließend mit Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

Merkel war am Wochenende bereits in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet in der Ahreifel gemacht.

Bundeskanzlerin am Mittag in Bad Münstereifel erwartet

07:38 Uhr: Nach Rheinland-Pfalz jetzt Nordrhein-Westfalen:  Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Dienstagmittag kurz vor 12 Uhr im Kreis Euskirchen erwartet.

Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet besucht die Bundeskanzlerin (beide CDU) Bad Münstereifel. Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage massiv betroffen. Merkel spricht mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht.

Einblick in die Hilfe: Freiwillige räumen Schleidener Schulen auf

6.52 Uhr: Die Hilfsbereitschaft für Aufräumarbeiten im Kreis Euskirchen ist nach der Flutkatastrophe ungebrochen. An vielen Orten helfen sich die Menschen gegenseitig. Auch etwa in Schleiden. Dort sind auch die Schulen hart getroffen worden, teilweise gibt es nicht ein einziges Buch mehr.

Hier finden Sie den gesamten Artikel.

  • Montag, 19. Juli

Zahl der Vermissten sinkt weiter – Keine weiteren Todesopfer im Kreis 

17:15 Uhr: Die Zahl der Toten, die bei dem Unwetter im Kreis Euskirchen ums Leben gekommen sind, liegt laut der Polizei Köln weiterhin bei 26 Opfern. Bei der intensiven Suche nach Vermissten haben Einsatzkräfte der Polizei, Rettungs- und Hilfsdienste und der Bundeswehr zwischen Sonntagnachmittag und Montagvormittag keine weiteren Toten im Katastrophengebiet gefunden.

Die Zahl der Vermissten sinkt derweil immer weiter. Das liege vor allem daran, dass das Kommunikationsnetz immer weiter wiederaufgebaut wird und die Beamten die Menschen dadurch erreichen können, so die Polizei Köln. Einen großen Teil der als vermisst gemeldete Menschen haben die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Aktuell sind weiterhin 39 Personen aus dem  Kreis Euskirchen als vermisst erfasst.

Polizei warnt vor Betrugsdelikten

17.10 Uhr: Die Polizei warnt nach der Flutkatastrophe vor Betrugsdelikten und ruft zu erhöhter Vorsicht auf. Aktuell ermitteln Beamte der Bonner Polizei  in drei Fällen, in denen Geschädigte Bautrockner in „Fake-Shops“ bestellt haben. Nachdem die Ware vorab bezahlt wurde, stellten die Betroffenen laut Polizei fest, dass die Firmen nicht existieren.

In einem weiteren Fall bezahlten Betroffene vorab Reparaturen, die eine mutmaßlich betrügerische Elektro-Firma nicht ausführte. Mutmaßliche Betrüger versuchen außerdem, die derzeit hohe Spendenbereitschaft der Bürger auszunutzen. Die Kölner Polizei ermittelt in einem Fall, bei dem Unbekannte auf Facebook ein Foto einer überfluteten Wohnung nutzten, um einen Spendenaufruf zu starten. Ob diesem jemand gefolgt ist, wird ermittelt. Das Posting wurde zwischenzeitlich gelöscht.

Bundeskanzlerin kommt am Dienstag nach Bad Münstereifel

17.04 Uhr: Angela Merkel (CDU) macht sich am Dienstag ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt die Bundeskanzlerin am Mittag nach Bad Münstereifel, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte.

Netzbetreiber nehmen Stromversorgung wieder auf

15.32 Uhr: Die Stromversorger Westnetz arbeitet momentan auf Hochtouren, um in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten auch im Kreis Euskirchen die Stromversorgung wieder herzustellen. Nach Aufhebung der Evakuierung für die Euskirchener Ortsteile Flamersheim, Palmersheim und Schweinheim checken Fachleute von Westnetz mit Teams vor Ort die Anlagen.

Solange diese nicht vollständig zerstört sind, werden die erforderlichen Schritte zur Wiederversorgung eingeleitet. Im nächsten Schritt geht es im gesamten Gebiet um die Anschlüsse der einzelnen Häuser und Wohnung an das nachgelagerte Niederspannungsnetz.

Die aktuelle Situation im Kreis Euskirchen nach Ortschaften

Mechernich: Das vorgelagerte Mittelspannungsnetz ist hier fast vollständig in Betrieb. Im nächsten Schritt wird es um den Wiederanschluss des nachgelagerten Niederspannungsnetz gehen.

Euskirchen: Durch die zerstörte Infrastruktur sind viele Teile noch immer nicht erreichbar. Im Zentrum steht noch immer Wasser, sodass eine konkrete Lageeinschätzung sich nach wie vor als schwierig erweist. Eine vollständige Wiederversorgung ist aktuell weiterhin nicht absehbar.

Bad Münstereifel: In der stark beschädigten Altstadt und in den Ortsteilen Iversheim, Kirspenich und Arloff konnte die Mittelspannung noch nicht wieder vollständig hergestellt werden. Techniker sind aktuell im Einsatz und prüfen die Kabel und die Anlagen vor Ort. In der Altstadt wird ein Großteil der Netzinfrastruktur erneuert werden müssen.

Zülpich: Die Mittelspannung konnte, teilweise unter Zunahme von Aggregaten, nahezu vollständig wieder hergestellt werden. Probleme gibt es aktuell noch in der Ortschaft Mülheim. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vor Ort und arbeiten an der Wiederaufnahme der Versorgung.

Weilerswist: In Weilerswist ist die Netzinfrastruktur weitestgehend in Betrieb. Aktuell wird an der Wiederversorgung von Metternich und Vernich gearbeitet.

Weggespülte Straßen, eingestürzte Brücken: Straßensperrungen in Euskirchen

15.13 Uhr: In Folge des Unwetters sind im Kreis Euskirchen etliche Straßen teilweise oder ganz gesperrt, etwa weil Brücken eingestürzt oder Straßenteile weggebrochenen sind. Hier gibt es eine Übersicht der Sperrungen.

Gemeinsamer Besuch: Seehofer verteidigt Katastrophenschutz, Laschet kündigt Analyse an

14.42 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigte an, dass nach der Bewältigung der akuten Krisenlage die Abläufe im Katastrophenschutz aufgearbeitet würden. Seehofer verteidigte den Katastrophenschutz, die Meldewege rund um die Unwetterkatastrophe hätten nach seiner Information von Seiten des Bundes funktioniert. Auf der Ebene der Bundesländer wolle er sich nicht einmischen.

Ministerpräsident Armin Laschet sagte bei dem gemeinsamen Besuch, die Krisenstäbe der betroffenen Landkreise hätten bereits bei der Warnung des Deutschen Wetterdienstes reagiert, jeweils unterschiedlich nach den örtlichen Gegebenheiten. Es müsse geprüft werden, wo der Katastrophenschutz verbessert werden könne. „Es wird da eine genaue Analyse erforderlich sein“, sagte Laschet, denn es seien teilweise ganz andere Phänomene bei diesem Unwetter aufgetreten, als in den Katastrophenplänen beschrieben. So habe etwa im Rhein-Erft-Kreis eine unterspülte Kiesgrube die Probleme ausgelöst, dies sei nicht Teil der normalen Flutpläne gewesen.

Außerdem wertschätzten der Bundesinnenministers und der Ministerpräsident dein Einsatz eines Mechernichers, der sein Leben riskierte.

Weiterhin Abkochgebot im Kreis, Wasser jedoch grundsätzlich nutzbar

13.12 Uhr: Für den gesamten Kreis Euskirchen gilt weiterhin ein Abkochgebot des Trinkwassers. Wie der Leiter des Kreis Gesundheitsamts, Christian Ramolla, mitteilte, sei das Wasser grundsätzlich überall nutzbar. Da es durch das Unwetter allerdings zu Rohrbrüchen gekommen sei, sei derzeit unklar, ob Oberflächenwasser in das Rohrsystem eingedrungen sei. „Wir können aktuell keine Trinkwasserqualität garantieren“, so Ramolla. In Kall und Gemünd, so Ramolla, könnte es zu einer Kontamination gekommen sein. Da bei der Wasserversorgung allerdings keine klaren kommunalen Grenzen bestehen, können auch weniger stark geschädigte Gebiete betroffen sein. „Das Gebot, Wasser kurz abzukochen ist ein übliches Verfahren bei solchen Überschwemmungskatastrophen“, sagt Ramolla. Zum Duschen und Händewaschen könne das Wasser aber unbedenklich genutzt werden.

Derzeit würden Proben aus den Gebieten genommen werden. Da aber bei manchen Gebieten die Auswertungen noch ausstehen, ist laut Ramolla noch nicht absehbar, wann das Abkochgebot aufgehoben werden kann. Ramolla hofft, dass der Kreis ab Mitte der Woche weitere Informationen geben kann. Weiterhin sagt Ramolla, dass bei allen Einwohnern im Kreis Wasser aus dem Wasserhahn kommen müsste. E-Regio weist zudem darauf hin, dass das Wasser im Bereich des Wasserversorgungsverbands Euskirchen-Swisttal nicht abgestellt wird. Derzeit seien gegenteilige Meldungen im Umlauf.

Amtsgericht Gemünd im Notbetrieb

12.30 Uhr: Auch das Amtsgericht am Marienplatz ist von der Hochwasserkatastrophe schwer getroffen. Direktor Robert Plastrotmann: „Durch einen freiwilligen Arbeitseinsatz der Mitarbeiter konnten erste Schäden beseitigt werden.“ Für unaufschiebbare Angelegenheiten sei eine Eildienst-Geschäftsstelle eingerichtet worden, informiert er. Informationen über die Öffnungszeiten seien im Internet verfügbar. Zudem sei ein Notdienst unter Tel. 0174/2652914 freigeschaltet.

„Ich bin frohen Mutes, dass wir in ein bis zwei Wochen wieder einen Dienstbetrieb in eingeschränktem Umfang aufnehmen können“, sagte er. Allerdings gebe es noch viele Unwägbarkeiten. Bei allem Unglück sei er beeindruckt und dankbar von der Hilfsbereitschaft von Nachbarn und auch Fremden.

Vermissten-Hotline nur für Angehörige

12.03 Uhr: Die Bezirksregierung ruft die Bevölkerung auf, die Hotline für Vermisste nur zu wählen, wenn Anruferinnen und Anrufer direkt betroffen sind. Über die Telefonnummer 0221 / 147 2206 sollen Angehörige Vermisste melden. Aktuell melden sich laut Bezirksregierung so viele Menschen, auch Personen in Sicherheit, so dass die Hotline überlastet ist.

Bezirksregierung gibt Rückkehr von Anwohnerinnen und Anwohnern nach Prüfung der Talsperre frei

10.12 Uhr: Die Bezirksregierung hat die Staumauer an der Steinbachtalsperre geprüft und die Sicherheit festgestellt. Anwohnerinnen und Anwohner aus den von der Evakuierung betroffenen Ortschaften können zurückkehren, heißt es in der Mitteilung. Zuvor gab es ein Betretungsverbot für die Ortschaften Flamersheim, Palmersheim und Schweinheim.

Für die Orte ist noch bis zu den folgenden Zeiten der Zutritt verboten. Anwohnerinnen und Anwohner werden dringend gebeten, zunächst die Anlaufstellen in den jeweiligen Ortschaften aufzusuchen.

Palmersheim, Betretungsverbot bis 10 Uhr

Eine Anlaufstelle für Anwohnerinnen und Anwohner in Palmersheim ist am Dorfgemeinschaftshaus eingerichtet.

Flamersheim, Betretungsverbot bis 12 Uhr

Eine Anlaufstelle für Anwohnerinnen und Anwohner in Flamersheim ist an der Grundschule eingerichtet.

Schweinheim, Betretungsverbot bis 14.30 Uhr

Eine Anlaufstelle für Anwohnerinnen und Anwohner in Schweinheim ist am Pferdehof Brock eingerichtet.

Bei Aufräumarbeiten sollen verdorbene Lebensmittel in verschlossenen Tüten in Rest- und Biotonnen gesammelt werden, falls diese vorhanden sind. Es sollen weitere Container bereitgestellt werden, teilte die Stadt Euskirchen mit.

Die Ablagestelle im Charleviller-Platz in Euskirchen ist gesperrt. Stattdessen kann der Müll zu der Ladestelle Kommerner-Straße, ehemalige Belgische Kaserne, gebracht werden. Die Einfahrt ist gegenüber der Total Tankstelle. Mitarbeiter des Ordnungsamtes weisen dort den Weg.

Noch keine Freigabe an der Steinbachtalsperre für Euskirchen

9.51 Uhr: Euskirchens Landrat Markus Ramers rechnet nach einer Begehung der Steinbachtalsperre für heute mit einer positiven Entwicklung, der Kreis erteilt aber noch keine Freigabe für die Reevakuierung der Ortschaften Flamersheim, Palmersheim und Schweinheim. „Die Menschen sollen noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Das muss vernünftig und geordnet ablaufen“, sagte Ramers im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Stadt Euskirchen wird die Reevakuierung in Absprache mit der Bezirksregierung Köln nun schnellstmöglich vorbereiten.

Über die Warn-App NINA wurde am 9.48 Uhr für Euskirchen mitgeteilt, dass die Steinbachtalsperre sicher sei, aber weiterhin das Betretungsverbot bestehe. Anwohner dürfen noch nicht in die Ortschaften Flamersheim, Palmersheim und Schweinheim zurückkehren. Laut der Mitteilung soll im Laufe des Tages über eine Freigabe entschieden werden.

Im Rhein-Sieg-Kreis hat sich die Lage für die betroffenen Orte bereits entspannt: Für Swisttal und Rheinbach ist die Evakuierung aufgehoben.

Feuerwehr: Damm an Steinbachtalsperre hat Stand gehalten

8.13 Uhr: Der Damm an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen hat den Wassermassen bis zum Montagmorgen standgehalten. Die Feuerwehr Euskirchen trat Gerüchten entgegen, der Damm sei gebrochen. Tatsächlich seien bei einem Kontrollflug eines Hubschraubers der Bundespolizei keine Risse festgestellt worden.

„Es wird weiterhin Wasser abgepumpt und abgelassen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Ob der Wasserstand bereits jenseits der kritischen Marke sei, solle eine abschließende Expertenbewertung am Montagmorgen ergeben.

Aus der wegen des verheerenden Hochwassers bedrohten Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Erst wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei, bestehe keine akute Dammbruchgefahr mehr, hatte die Bezirksregierung Köln mitgeteilt. Die Euskirchener Ortschaften Flamersheim, Palmersheim, und Schweinheim wurden evakuiert, auch Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz sind bereits evakuiert worden.

Weiterhin viele Verspätungen im Bahnverkehr rund um die Eifel

7.39 Uhr: Bahnpendler und Reisende müssen sich am Montag weiter auf Verzögerungen und Zugausfälle in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz einstellen. Auf sechs Regionallinien in der Eifel sei der Zugbetrieb aufgrund der Unwetterschäden ganz eingestellt, teilte die Deutsche Bahn am Montag in Düsseldorf mit. Betroffen seien die Linien RE 12, RE 22, RB 24, RB 30, RB 39 und S 23/RB 23. Vielerorts sei wegen der Schäden auch kein Schienenersatzverkehr möglich.

Ersatzverkehr mit Bussen sei zwischen Hürth-Kalscheuren und Euskirchen, zwischen Bonn Hauptbahnhof und Euskirchen sowie zwischen Gerolstein und Trier Hauptbahnhof eingerichtet worden. Auch in der Gegend um Hagen und Köln gab es am Montagmorgen Verspätungen und Teilausfälle der S-Bahnen und Regionalzüge.

Experten bewerten Lage an Steinbachtalsperre für Rückkehr der Anwohner

7.17 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands wollen Experten am Montagmorgen entscheiden, wann die Menschen in den evakuierten Gebieten um die von einem Bruch bedrohte Steinbachtalsperre bei Euskirchen in ihre Häuser zurückkehren können.

„Morgen früh um 8 Uhr erfolgt eine abschließende Beurteilung der Experten, wann der sichere Zustand der Talsperre erreicht wird und eine Rückkehr in die evakuierten Gebiete wieder möglich ist“, teilte der Kreis Euskirchen am Sonntagabend in einem Facebook-Post mit. Das Abpumpen laufe nach Plan, die Situation an der Talsperre sei „unverändert stabil, aber weiterhin nicht unkritisch“, hieß es.

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Erst wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei, bestehe keine akute Dammbruchgefahr mehr, hatte die Bezirksregierung Köln mitgeteilt. Eine Entscheidung über die Rückkehr der Anwohner sollte zunächst schon am Sonntag getroffen werden. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden.

Die Feuerwehr Euskirchen dementierte derweil Gerüchte, nach denen die Sperre gebrochen sei. Die Feuerwehr schrieb am Sonntag bei Twitter, es habe Hunderte Notrufe gegeben und betonte: „Der Damm ist nicht gebrochen!“

Sonntag, 18. Juli

Wo medizinische Versorgung aktuell funktioniert

18 Uhr: Genau wie andere Gebäude in den Hochwassergebieten sind auch Praxen und Apotheken beschädigt und teilweise zerstört worden. In vielen Notunterkünften hat sich eine medizinische Versorgungsstruktur gebildet. Der Rettungsdienst ist im vollem Umfang einsatzfähig. Der Kreis Euskirchen sucht den Kontakt zu den Verantwortlichen der Kassenärztlichen Vereinigung, um kurzfristig Lösungen für die besonders betroffenen Kommunen bereitzustellen. Hier sind Angebote zusammengetragen.

Kein Internet in der Verwaltung

17 Uhr: Weiterhin verfügt die Kreisverwaltung über keinen Internetanschluss und bleibt daher für Bürgerinnen und Bürger geschlossen. „Die Erreichbarkeiten sind weiterhin stark eingeschränkt“, sagt ein Sprecher. Die Stadt setze verfügbare Mitarbeiter im Rahmen der Krisenbewältigung ein.

Lage an der Talsperre entspannt sich

15.03 Uhr: Die Lage an der Steinbachtalsperre in Euskirchen entspannt sich immer mehr. „Eine generelle Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden“, sagt Marc Lohmeyer, Abschnittsleiter des Technischen Hilfswerkes. Das Wasser müsse noch weiter runter, teilte Daniel Schwarz von der Feuerwehr Euskirchen mit. Gegen 12.30 Uhr am Sonntag wurden Tauchpumpen per Schlauchboot tiefer ins Becken gesenkt. Der Pegelstand sinkt immer weiter. Für einen sicheren Zustand müssen laut Bezirksregierung zwei Drittel des Volumens abgelassen werden.

Die Bundeswehr hat ein Bergungs- und Aufklärungsfahrzeug entsendet, mit dem die Stabilität des etwa 80 bis 90 Meter langen und 15 Meter breiten Weges zwischen Damm und Talsperrenstraße geprüft wird. Der Weg ist durch die schweren Fahrzeuge von THW und Feuerwehr aufgeweicht. Soldaten des Panzerpionierbataillons 1 aus Holzminden werden dort auf einer Fläche von etwa 2000 Quadratmetern Platten verlegen, um die Zufahrt zu stabilisieren.

Wie Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt im Gespräch mit dieser Zeitung mitteilt, werde es am Montag gegen 8 Uhr eine abschließende Lagebesprechung geben. Er ist zuversichtlich, dass danach die Freigabe für die Aufhebung der Evakuierung erfolgt. „Wenn alles planmäßig verläuft, ist dann der nötige Pegelstand in der Steinbachtalsperre erreicht“, so Reichelt. Von den Hochwasserfluten am schlimmsten betroffen im Stadtgebiet Euskirchen sei vor allen Dingen Schweinheim, aber auch Euenheim, Wißkirchen und die Euskirchener Kernstadt seien schwer in Mitleidenschaft gezogen worden.

In Schweinheim laufen laut Feuerwehr momentan Erkundungen, ob man überhaupt in den Ort fahren kann und wenn ja, wie weit. Daniel Schwarz vermutet, dass dies nur unter Einsatz von schwerem Gerät der Fall sein wird. Spezialisten uns Osnabrück und Hannover sind mit Pumpen im Einsatz.

Die in Sicherheit gebrachten Bürger aus Schweinheim, Palmersheim und Flamersheim machen sich momentan große Sorgen über Plünderungen. Bürgermeister Sacha Reichelt berichtete, dass die Bundespolizei die Zufahrten in die Ortschaften gesperrt hat und Einsatzkräfte patrouillieren. 

Kreis Euskirchen weiterhin teilweise ohne Strom

14.35 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe in Nordrhein-Westfalen haben Teile des Kreisgebiets Euskirchen weiterhin keinen Strom. „Durch die enormen Schäden und das vielerorts immer noch stehende Wasser ist die Inbetriebnahme von Umspannanlagen und Ortsnetzstationen schwierig“, teilte der Kreis am Sonntag mit.

Einige Stationen hätten wieder ihren Betrieb aufnehmen können, andere müssten zunächst noch gereinigt und getrocknet werden. In einigen Fällen wurden Stationen mithilfe von bestimmten Aggregaten oder Umschaltungen ans Netz angeschlossen. Insgesamt bleibe die Lage angespannt.

Die Situation in den Krankenhausen und Dialysezentren sei derweil stabil. „In vielen Notunterkünften hat sich eine medizinische Versorgungsstruktur gebildet. Der Rettungsdienst ist in vollem Umfang einsatzfähig“, teilte der Kreis weiter mit. Der Kreis Euskirchen gehört zu den besonders stark vom Hochwasser betroffenen Regionen Nordrhein-Westfalens.

Bad Münstereifel bietet Kinderbetreuung in der Mimi Renno-Halle

14.21 Uhr: Die Stadt Bad Münstereifel bietet eine Kinderbetreuung am heutigen Sonntag in der Mimi Renno Halle, Im Goldenen Tal 8, an. Das Angebot, so die Stadt über ihre Facebookseite, richtet sich an Kinder ab drei Jahren, deren Eltern betroffen oder Helfer sind.

Außerdem gibt es in der Halle Toiletten und Duschmöglichkeiten, Essen und Trinken sowie Schlafmöglichkeiten mit Decken und Kissen, Kleider, Wickel- und Stillmöglichkeiten. Ebenfalls eine Kinderbetreuung bietet heute die Teestube Sötenich in Kall-Sötenich im Kinder- und Jugendtreff, An der Hardt 6, während der Aufräumarbeiten an.

Die Stadtverwaltung von Bad Münstereifel bittet ihre Anwohner zudem, mit dem vorhandenen Trinkwasser sparsam umzugehen und Reinigungsarbeiten damit möglichst zu vermeiden. In Teilen des Stadtgebiets herrsche immer noch ein Versorgungsproblem mit Trinkwasser, so die Stadt auf ihrer Facebookseite.

Lager mit Lebensmittel- und Kleiderspenden gut gefüllt

13.16 Uhr: Die Hilfsbereitschaft angesichts der Not der Anwohner in den Hochwasser-Gebieten ist groß. Die Lager mit Lebensmittel- und Kleiderspenden seien gut gefüllt, berichteten am Sonntag die Kreise Euskirchen und Rhein-Erft in Nordrhein-Westfalen. Beide Kreise haben Konten für Hochwasser-Hilfen eingerichtet und bitten um Geldspenden. Sachspenden gebe es derzeit genug. „Die Räume sind begrenzt, momentan reicht das, was da ist“, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises. Auch der Kreis Euskirchen erklärte, die kommunalen Anlaufstellen seien ausreichend versorgt. Der Bedarf sei gedeckt. „Es besteht vielerorts das Problem, dass zusätzliche Spenden nicht verwaltet und gelagert werden können.“

Die Hotlines des Kreises Euskirchen zum Hochwasser: Personenauskunftsstelle 02251/151111, Bürgerhotline: 02251/15888, Hilfsangebote: 02251/15910.

Wasser fließt aus Talsperre langsamer ab als erwartet

12.55 Uhr: An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen fließt das Wasser langsamer ab als erwartet. Deshalb sollen Experten am Sonntag die noch immer angespannte Lage am Staudamm neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln auf Twitter mitteilte. Die ursprünglich geplante Prognose, am Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr Entwarnung geben zu können, kann den Angaben zufolge deshalb nicht gehalten werden.

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Der Wasserstand sinke aber langsamer als erwartet, hieß es am Samstagabend. Entwarnung könne erst gegeben werden, wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei. Bis dahin bestehe weiter akute Dammbruchgefahr, wie die Bezirksregierung am Samstag warnte. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden.

Technische Störung – Polizei Euskirchen telefonisch nicht erreichbar

12.51 Uhr: Aufgrund einer technischen Störung ist die Polizei Eurkirchen telefonisch derzeit nicht zu erreichen. Über ihre Facebook-Seite teilt die Polizei mit, dass in dringenden Fällen die 110 gewählt werden kann oder eine E-Mail an poststelle.euskirchen@polizei.nrw.de geschrieben werden kann. Anzeigen können rund um die Uhr auch online aufgegeben werden unter http://service.polizei.nrw.de/anzeige.

Zahl der Vermissten sinkt – Keine weiteren Todesopfer im Kreis 

11.52 Uhr: Die Zahl der Toten, die bei dem Unwetter im Kreis Euskirchen ums Leben gekommen sind, liegt laut der Polizei Köln weiterhin bei 26 Opfern. Die Zahl der Vermissten sinkt derweil immer weiter. Das liege vor allem daran, dass das Kommunikationsnetz immer weiter wiederaufgebaut wird und die Beamten die Menschen dadurch erreichen können, so die Polizei Köln.

Feuerwehrmann stirbt im Einsatz in Nettersheim

9.05 Uhr: In Nettersheim sei ein Feuerwehrangehöriger bei einem Rettungseinsatz ums Leben gekommen. Das teilte der Verband der Feuerwehren am Samstag mit. Die näheren Umstände sind noch nicht bekannt. 

Spendenlager in Kall sind auch am Sonntag geöffnet

9 Uhr: Auch am Sonntag sind die Spendenlager in Kall geöffnet. Die Ausgabestelle am Gemeinde-Bauhof, Daimlerstraße 6, öffnet um 9 Uhr, die am Möbelhaus Brucker, Hüttenstraße 306, um 10 Uhr.

Tonnenweise Hilfsgüter stehen dort nach Angaben von Bürgermeister Hermann-Josef Esser zur Verfügung: Wasser und Lebensmittel, Hygiene- und Körperpflegeartikel, Kleidung und Bettwäsche, Kinderwagen und und und. Die geplante Trennung in ein Lager für Lebensmittel und eines für andere Dinge ist laut Esser noch nicht umgesetzt, so dass an beiden Stellen alles erhältlich ist.

Die Hilfsbereitschaft für die von der Katastrophe Betroffenen ist auch in Kall riesig. Wie Essser berichtet, haben sich um Mitternacht rund 30 Helfer am Brucker-Lager eingefunden, um zwei 40-Tonner auszuladen, die gerade aus Koblenz eingetroffen waren. Daher öffne diese Ausgabestelle auch ein wenig später – die Waren müssen zunächst noch vorsortiert werden. Auch heute erwarten die Kaller eine große Lieferung: Laut Esser rollt ein 40-Tonner mit Wasser-Nachschub an.

  • Samstag, 17. Juli

Bilanz: Lage an Steinbachtalsperre angespannt, aber nicht kritisch

22.34 Uhr: „Die Lage ist angespannt, aber nicht kritisch!“ Mit diesen Worten versucht Abschnittsleiter Marc Lohmeyer vom Technischen Hilfswerk (THW) Euskirchen die Bürger unterhalb der massiv in Mitleidenschaft gezogenen Staumauer der Steinbachtalsperre zu beruhigen. „Wir schaffen es momentan, minütlich rund 450.000 Liter kontrolliert abzupumpen und somit das zuvor prall gefüllte Staubecken zu entleeren.“

Gerät Steinbachtalsperre © Rocco Bartsch Gerät Steinbachtalsperre

Am Samstag haben unterschiedliche Meldungen für Verwirrung gesorgt, teils kursierten Falschmeldungen, die die Menschen zusätzlich ängstigten. Mittags hatte die Bezirksregierung vermeldet, dass weiterhin akute Überflutungsgefahr durch Versagen des Absperrdamms droht.

Große Teile des Damms seien durch Überströmung weggebrochen, durch den hohen Wasserstand laste ein enorm hoher Druck auf dem Damm. „Der Damm ist dadurch äußerst instabil und droht zu brechen“, so die Bezirksregierung.

Vorsorgliche Evakuierungen

Vorsorglich wurden weitere Evakuierungen vorgenommen. In Odendorf, Ludendorf, Essig, Miel sowie Oberdrees und Niederdrees mussten die Bewohner ihre Häuser verlassen. Zunächst, so die Bezirksregierung, sei die Evakuierung bis Montag geplant. Auf Facebook hatte die Feuerwehr Euskirchen der Darstellung der Darstellung der Bezirksregierung widersprochen und kommuniziert, dass die Lage angespannt, sei, sich aber zunehmend Entspannung einstelle.

Rheinbachtalsperre 3 Rocco © Rocco Bartsch Rheinbachtalsperre 3 Rocco

Marc Lohmeyer ist seit Donnerstagmorgen fast ununterbrochen vor Ort und koordiniert derzeit etwa 30 Einsatzkräfte des THW, die aus fünf Ortsverbänden zusammengezogen worden sind und die Stellung an der Talsperre unterhalb von Kirchheim halten. Das Team vor Ort wird unterstützt von zwei Löschzügen der Feuerwehr.

Einer davon kommt aus Essen und hat eine spezielle HFS-Ablasspumpe dabei. Zudem sind der Krisenstab der Stadt Euskirchen, Kräfte der Bundespolizei sowie des Betreibers samt Ingenieuren vor Ort. Gemeinsam kämpfen sie seit fast 60 Stunden darum, die Talsperre zu halten.

Schaulustige am Damm – Zutritt auch für Einsatzkräfte verboten

Einen Radius von etwa 300 Metern haben sie am Samstag als kritischen Bereich eingestuft. Neugierige Passanten werden zurückgewiesen und aus dem Nahbereich der Talsperre geschickt. Der Staumauerbereich ist selbst für die Einsatzkräfte absolutes Tabu. Es sei schlicht zu gefährlich, was das Wasser in den vergangenen Tagen dort hinterlassen hat.

Hoffnung gibt den Einsatzkräften laut Lohmeyer derzeit das Wetter: Es ist trocken. Das hat dazu geführt, dass der Stabilisierungshügel hinter der Staumauer mittlerweile leicht abgetrocknet ist.

Schweres Gerät steht zwar weiterhin bereit, aber momentan ist dessen Einsatz nicht vorgesehen. Stattdessen ist derzeit ein spezielles Lasergerät, mit dem angebrachte Referenzpunkte an der Staumauer ausgelesen werden, das wichtigste Werkzeug des THW. Damit können die Experten punktgenau feststellen, ob es kritische Bewegungen gibt.

Rheinbachtalsperre 1 Rocco © Rocco Bartsch Rheinbachtalsperre 1 Rocco

Neben dem freigelegten Grundablass laufen vier Großpumpen und einige Tauchpumpen im Dauerbetrieb und pumpen das Wasser gezielt in das Tal. Dadurch ist es gelungen, den Pegel des Stausees im Vergleich zum Höchststand vom Donnerstag bis Samstagnachmittag um etwa drei Meter abzusenken. Doch Prognosen will der Euskirchener Marc Lohmeyer noch keine abgeben. „Wir tun unser Bestes und sorgen weiterhin für die Entlastung der Staumauer. Aber wann wir gänzlich Entwarnung geben können entscheidet einzig und allein der Krisenstab“, so der 32-Jährige.

Notstandslage wird am Sonntag neu bewertet

Für den Sonntagnachmittag hatte die Bezirksregierung eine endgültige Entwarnung ins Auge gefasst. Doch dies wird voraussichtlich nicht gelingen, wie Sprecherin Vanessa Nolte gegen 20.15 Uhr mitteilte: Die dafür erforderliche Zweidrittel-Entleerung werde bis dahin wohl nicht erreicht, da der Wasserstand langsamer sinke als erwartet.

Am Sonntag wird die Lage in enger Abstimmung mit Kreis und Stadt Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Betreiber der Talsperre neu bewertet. Eine Evakuierung zusätzlicher Ortschaften ist laut Nolte „nach aktueller Gefährdungseinschätzung jedoch nicht erforderlich“.  

Stadt Mechernich ruft Betretungsverbot aus

22.26 Uhr: Ein absolutes Betretungsverbot hat die Stadt Mechernich am Samstagmittag für das Bergschadensgebiet ausgesprochen. Das betroffene Gebiet liegt zwischen Mechernich und den Ortschaften Strempt, Bergheim, Lorbach, Kallmuth und Kalenberg. Durch das Unwetter bestehe aktuell eine erhöhte Einsturzgefahr von Stollen durch Unterspülungen, so Beigeordneter Thomas Hambach. Er betonte, dass keine Ortslagen gefährdet seien.

Betroffen ist jedoch jedoch ein Wohnblock der Straße An den Birken. Dort wohnen 35 Menschen. Der Boden hinter den Häusern ist völlig aufgeweicht und sehr löchrig, sodass das Gebiet selbst für die erfahrenen Einsatzkräfte nur schwer zugänglich. Viele Löcher und Bodenkrater, deren Tiefe und genaue Breite noch unklar ist, tun sich wenige Meter auf. Die Stadt hat daher als erste Maßnahme die sofortige Räumung eines Wohnblocks an. Hier stehen nun Untersuchungen an, ob das Haus weiter stabil steht.

Evakuiertes Haus Mechernich © Rocco Bartsch Evakuiertes Haus Mechernich

„Wir sind noch völlig am Anfang unserer Untersuchungen“, sagt Constantin Hochgürtel vom Mechernicher Ordnungsamt auf die Frage, welche Auswirkungen die starken Regenfälle auf das Bergschadensgebiet haben.

Vertreter der Stadt Mechernich, der Bundeswehr, der Feuerwehr und des Bergamts, das bei der Bezirksregierung in Arnsberg ansässig ist, verschafften sich am Samstagabend einen gemeinsamen Überblick. Doch belastbare Erkenntnisse gewannen sie aufgrund der schwierigen Bedingungen noch nicht.

Noch am Abend wurden durch die Löschgruppe Kommern die direkten Zuwege mit Bauzäunen abgesichert und mit Absperrband auf die Sperrung hingewiesen. In den kommenden Tagen sollen weitere Untersuchungen samt eines Drohneneinsatzes folgen, um die Schwere der Schäden festzustellen.

Constantin Hochgürtel bittet die Bevölkerung eindringlich, sich nicht auf Abenteuertour zu gehen. „Das Betreten des Bergschadensgebiet ist lebensgefährlich“, so Teamleiter des Ordnungsamts: Noch wisse niemand, welchen Radius das beschädigte Gebiet hat

Pegelstand der Steinbachtalsperre sinkt langsamer als erwartet

20.17 Uhr: Der Pegelstand der Steinbachtalsperre sinkt offenbar langsamer als erwartet. Eine endgültige Entwarnung könne vermutlich nicht, wie ursprünglich prognostiziert, morgen Nachmittag erfolgen. Das gab die Bezirksregierung Köln auf Anfrage dieser Zeitung bekannt. Seit gestern Abend könne das Wasser in der Talsperre durch den Grundablass und den Einsatz von Pumpen abgelassen werden, wodurch der Druck auf den Damm kontinuierlich reduziert werde.

Die erforderliche zweidrittel Entleerung kann jedoch vermutlich nicht wie ursprünglich prognostiziert morgen Nachmittag erreicht werden, da der Wasserstand langsamer sinkt als erwartet. Wann die erforderliche zweidrittel Entleerung erreicht werde, solle sich anhand der weiteren Wasserstandsentwicklung zeigen, heißt es in der Erklärung.

Am morgigen Sonntag werde die Lage in enger Abstimmung mit dem Kreis Euskirchen, der Stadt Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Betreiber der Talsperre noch einmal neu bewertet. Damit bleibe die Lage bleibt zwar weiterhin angespannt, eine Evakuierung zusätzlicher Ortschaften sei nach aktueller Gefährdungseinschätzung jedoch nicht erforderlich.

Desinformation: Krankenhaus Mechernich ist nicht gefährdet

18.00 Uhr: In und um Mechernich ist das Gerücht im Umlauf, dass man ganz Mechernich nicht betreten dürfe. Auch das Kreiskrankenhaus nicht. Dem tritt Kreiskrankenhaus-Geschäftsführer Manfred Herrmann vehement entgegen: „Wir sind da! Wir sind für jeden jederzeit erreichbar!“

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Insgesamt sei Lage in der Klinik „angespannt, aber nicht überspannt“, sagt Herrmann: Von einer Krise in der Versorgung der Patienten könne keine Rede sein. Inzwischen kommen laut Herrmann verstärkt Menschen ins Krankenhaus, die mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen haben, beispielsweise drei Tage nicht geschlafen haben, vollkommen erschöpft sind und mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.

Er betont: „Wer sich schlecht fühlt, kommt bitte ins Krankenhaus.“ Jedoch schränkt er ein, dass das nicht für „Kinkerlitzchen“gelte: Wer seit drei Wochen ein Ziehen im Knie habe, sei damit nicht gemeint und solle daheim bleiben.

Am Samstagmittag hatte die Stadt für das Bergschadensgebiet ein absolutes Betretungsverbot ausgesprochen. Dieses Areal liegt zwischen Mechernich und den Ortschaften Strempt, Bergheim, Lorbach, Kallmuth und Kalenberg. Durch das Unwetter bestehe aktuell eine erhöhte Einsturzgefahr von Stollen durch Unterspülungen, so Thomas Hambach,  Beigeordneter der Stadt. Schon da hatte Hambach ausdrücklich betont, dass keine Ortslagen gefährdet seien.

Gaffer behindern Rettungsarbeiten

16.33 Uhr: Zahlreiche Katastrophentouristen haben sich auf den Weg in den Kreis Euskirchen gemacht. Sie sind nicht etwa da, um den von der Flutkatastrophe Betroffenen zu helfen, sondern nur, um zu gucken, zu fotografieren und zu filmen.

In Kall, wo – Stand Samstagmittag – drei Tote zu beklagen sind, behindern sie den Verkehr, sodass auf den ohnehin nicht leicht zu passierenden Straßen die Rettungskräfte nicht vorankommen. Bürgermeister Hermann-Josef Esser ist erbost: „Geschätzt in jedem dritten Auto sind Leute, die nur glotzen!“ Er zieht rechtliche Schritte in Erwägung: „Ich behalte mir vor, Strafanzeige zu stellen, wenn ich Leute sehe, die sich nur am Leid anderer ergötzen.“

Unter anderem in der Stadt Schleiden sind seit Freitag Kräfte der Bundespolizei eingesetzt, um vor allem in Gemünd den Verkehr aus dem Ort zu halten, der dort nichts verloren hat.

Kall: Große Hilfsbereitschaft

16.26 Uhr: In der Gemeinde Kall ist die Hilfsbereitschaft der Menschen groß. Helfende Hände sind dort sehr willkommen. Nicht nur die nachbarschaftliche Hilfe funktioniert laut Bürgermeister Hermann-Josef Esser sehr gut, sondern auch die überörtliche. Feuerwehrleute, unter anderem aus Gütersloh, helfen den Menschen. Auch Privatleute, unter anderem aus Baden-Württemberg, sind gekommen, um anzupacken.

Sachspenden wurden in großem Umfang abgegeben. Die von der Katastrophe Betroffenen können Nicht-Lebensmittel in einer vom Möbelhaus Brucker zur Verfügung gestellten Halle an der Hüttenstraße 306 abholen, Lebensmittel im ehemaligen Betrieb Scory an der Trierer Straße 15.

Bürgermeister Esser bittet darum, derzeit keine Sachspenden ins Brucker-Lager zu bringen. Dennoch sollten die Menschen ihre Spenden "festhalten", da er, so Esser, davon ausgeht, dass in der kommenden Woche eine zweite "Unterstützungs-Welle" erforderlich sein dürfte. Lebensmittelspenden können in Kall beim Gemeindebauhof an der Daimlerstraße 6 abgegeben werden.

Suche nach Vermissten läuft – 26 Tote

16.25 Uhr: Nach Angaben der Kölner Polizei sind aus dem Kreis Euskirchen 26 Tote bekannt. Die Polizei hat in enger Zusammenarbeit mit dem Krisenstab des Kreis Euskirchen das weitere Vorgehen bei der Suche nach Vermissten in den durch die Fluten verwüsteten Gebieten vorbereitet. Von Beginn an erschweren unterspülte und weggerissene Straßen, instabile und weiterhin einsturzgefährdete Gebäude die Rettung und Suche der Vermissten massiv, wie die Polizei mitteilt. Dadurch sei der Krisenstab gezwungen zu bewerten, wo die Gefahrenlage eine intensivere Suche mit verstärkten Kräften und speziellem technischen Gerät zulasse.

Aktuell sind Einsatzhundertschaften in Euskirchen und Schleiden im Einsatz und werden bei Bedarf von Spezialeinheiten, wie zum Beispiel Einsatztauchern und Höheninterventionsteams unterstützt. Mehreren Dutzend Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen gelten aktuell weiterhin als vermisst.

Evakuierungen wegen Steinbachtalsperre

15.30 Uhr: Wie die Kölner Bezirksregierung auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte, sind bereits weitere Teile von Swisttal (Odendorf, Ludendorf, Essig, Miel sowie Heimerzheim) und Rheinbach (Oberdrees und Niederdrees) evakuiert worden, da der Damm der Steinbachtalsperre droht zu brechen. Die Evakuierung ist zunächst bis zum Montag, 19. Juli, vorgesehen.

Eine Entwarnung kann laut der Bezirksregierung erst bei einer zweidrittel Entleerung gegeben werden. Dies könnte nach vorsichtiger Schätzung erst morgen Nachmittag gegen 15.00 Uhr erreicht sein.

Zufahrt vom Kreis Euskirchen nach Köln möglich

15.00 Uhr: Nach Auskunft der Polizei Köln besteht wieder die Möglichkeit, vom Kreis Euskirchen über die Autobahn nach Köln zu kommen. Das Bliesheimer Kreuz ist Richtung Brühl wieder frei. Auch die vorsorgliche Sperrung im Autobahnabschnitt zwischen Mechernich und Wißkirchen besteht nicht mehr. Wer also die Möglichkeit hat, zur Autobahn 1 zu gelangen, kann über die Autobahn 553 Köln ansteuern und erreicht so auch Nahversorger.

In den vergangenen Tagen war es durch Straßensperrungen im nördlichen Teil des Kreis Euskirchen kaum möglich, das Gebiet über die Erft zu überqueren. Dies ist im Bereich Weilerswist nun wieder bei Lommersum und Vernich möglich. Gleichzeitig ist die Umgehungsstraße in Weilerswist (L163) frei. In Euskirchen konnte man am Freitag noch den „Kruusche Boom“ passieren, also die Kölner Straße in Richtung Weilerswist. Auch in Stotzheim besteht eine Möglichkeit, die Erft zu überqueren.

Verbot von Drohnenflügen

15.00 Uhr: Die Euskirchener Polizei hat Neugierige davor gewarnt, in die Hochwassergebiete zu kommen. Zudem sollten Privatleute keine Drohnen über Einsatzgebieten von Polizei und Rettungsdienst fliegen lassen. "Sie behindern dadurch die Drohnen der Rettungskräfte!", schrieb die Polizei auf Twitter. Zudem sei der Drohneneinsatz unzulässig und stelle eine Ordnungswidrigkeit dar.

JVA in Euskirchen geräumt

14.00 Uhr: Die Justizvollzugsanstalt Euskirchen ist nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur weitgehend geräumt worden. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei gestört, sagte ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion NRW am Samstag. Ein Teil der Gefangenen sei deshalb in andere Anstalten verlegt worden, für andere gebe es Vollzugslockerungen wie Langzeitausgänge. Einige Häftlinge seien auch in Euskirchen geblieben.

Mechernich: Betretungsverbot des Bergschadensgebiets

13.30 Uhr: "Absolutes Betretungsverbot" herrscht nach Angaben der Stadt Mechernich im Bergschadensgebiet. Das betroffene Gebiet liegt zwischen Mechernich und den Ortschaften Strempt, Bergheim, Lorbach, Kallmuth und Kalenberg. Durch das Unwetter bestehe aktuell eine erhöhte Einsturzgefahr von Stollen durch Unterspülungen, so Thomas Hambach, Erster Beigeordneter der Stadt. Er betonte, dass keine Ortslagen gefährdet seien.

Akute Dammbruchgefahr – Weitere Evakuierungen geplant

13.00 Uhr: Es droht weiterhin akute Überflutungsgefahr unterhalb der Steinbachtalsperre durch Versagen des Absperrdammes, wie die Bezirksregierung Köln mitteilt. Große Teile des Dammes seien durch Überströmung weggebrochen. Parallel laste durch den hohen Wasserstand ein enorm hoher Druck auf dem Damm. „Der Damm ist dadurch äußerst instabil und droht zu brechen“, so die Bezirksregierung.

Aktuell könnten über Grundablass, Pumpen und eine Bypassleitung ca. 5,9 m³/s aus der Talsperre abgegeben werden. Eine Entwarnung kann laut Experteneinschätzung allerdings erst bei einer zweidrittel Entleerung gegeben werden. Dies könnte nach vorsichtiger Schätzung morgen Nachmittag gegen 15.00 Uhr erreicht sein. Bis dahin besteht daher weiterhin akute Dammbruchgefahr. Vorsorglich sind weitere Evakuierungen im Bereich der Steinbachtalsperre geplant.

Aufräumarbeiten dauern an

12.00 Uhr: Auch im südlichen Teil des Kreises, der von den Wassermengen besonders schwer getroffen worden ist, dauern die Aufräumarbeiten an. Die Gefühlslage der Menschen im Schleidener Tal ist an diesen Tagen schwer greifbar. „Wir befürchten, dass wir bei den Aufräumarbeiten noch mehr Leichen finden“, so Bürgermeister Ingo Pfennings aus Schleiden.

Appell: Keine touristischen Ausflüge in die Nordeifel

11.30 Uhr: Nach dem Unwetter mit seinen katastrophalen Folgen für die Region rät die Nordeifel Tourismus GmbH derzeit von touristischen Reisen in die Nordeifel dringend ab. "Vielerorts wurden im Gelände Rad- und Wanderwege sowie weitere touristische Infrastruktur zerstört. Auf vielen Wegen besteht erhebliches Gefahrenpotenzial", heißt es in einer Mitteilung. Störungen bei den Aufräumarbeiten und dem Aufbau der öffentlichen Infrastruktur sollten unbedingt vermieden werden. 

Gemeinde Weilerswist sucht Helfer

11.00 Uhr: Die Pegelstände von Erft und Swist gehen nach Angaben der Bürgermeisterin Anna-Katharina Horst in der Gemeinde Weilerswist weiter zurück. Die Aufräumarbeiten nach der Flut-Katastrophe dauern an. Am Sportzentrum werden Güter gesammelt, die durch das Hochwasser nicht mehr brauchbar sind. "Sollten Sie Hilfe beim Auspumpen Ihres Kellers benötigen, wenden Sie sich direkt an die Feuerwehrgerätehäuser in Ihrem Ortsteil", so die Bürgermeisterin.

Kleider-, Sach- und Lebensmittelspenden können am Samstag noch am Schützenplatz abgeholt werden. Ab Sonntag, 18. Juli, werden die Kleider, Sach- und Lebensmittelspenden im Forum der Gesamtschule (Nebeneingang) ausgegeben. Einige Supermärkte, Geschäfte und Tankstellen in der Gemeinde haben wieder geöffnet. 

Neuer Inhalt © Heike Nickel Neuer Inhalt

Es werden noch Helfer gesucht: In der Gesamtschule Weilerswist (Martin-Luther-Str. 26) zur Betreuung von Hochwasseropfern und in den Senioren- und Pflegeeinrichtungen zur Betreuung von Patienten (z.B. AWO Altenzentrum Weilerswist Rosenhügel 21, Stella Vitalis Kölner Str. 54-56). Darüber hinaus werden Stromerzeuger/-aggregate benötigt, die zum Feuerwehrgerätehaus Weilerswist (Bonner Str. 33) gebracht werden sollen. 

  • Freitag, 16. Juli

Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich

22 Uhr:  Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt, wie es in einer Mitteilung von Freitagabend hieß. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken. Es werde aktuell davon ausgegangen, dass im Laufe des Sonntags eine Rückkehr in die evakuierten Ortschaften möglich ist, heißt es in einer

Mitteilung vom Freitagabend. Voraussetzung sei eine gleichbleibende Wetterlage.

steinbachtalsperre_Damm_1 © Feuerwehr Sankt Augustin steinbachtalsperre_Damm_1

19 Uhr: 4500 Menschen mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen

26 Todesopfer sind – Stand Freitagnachmittag – im Kreis Euskirchen zu beklagen. Doch die Einschätzung von Landrat Markus Ramers ist bedrückend: Da die Aufräumarbeiten gerade erst anlaufen, befürchtet er, dass sich diese Zahl noch erhöhen wird. Wie viele Menschen bei der Hochwasserkatastrophe verletzt wurden, ist genauso unklar wie die Zahl der Vermissten. Durch die fehlenden Telekommunikationsmöglichkeiten in weiten Teilen des Kreises ist es beispielsweise für Angehörige oft schwierig, ihre Familie zu erreichen.

4500 Menschen sind laut Ramers von den Evakuierungen betroffen. Sie sind bei Angehörigen oder Freunden untergekommen oder einer der Notunterkünfte, die in Schulen und Bürgerhäusern eingerichtet worden sind.

Die Befürchtungen, dass der Damm der Steinbachtalsperre bricht, sind nicht eingetreten. Dennoch bezeichnet der Kreis die Lage als stabil, aber weiterhin nicht unkritisch. Wie lange die Situation anhalte, sei derzeit nicht abzuschätzen.

Drohne findet keine kritischen Risse in Steinbachtalsperre

17.00 Uhr: Bei der Überprüfung der Steinbachtalsperre mit einer Drohne seien keine kritischen Risse gefunden worden, die Lage ist nach Auskunft des Kreises Euskirchen stabil, „aber nicht unkritisch.“ Nach wie vor sei das Grundabflussrohr der Talsperre verstopft. Um Druck aus der Anlage zu nehmen, werde weiterhin das Wasser mit Hochleistungspumpen aus der Talsperre geholt.

Mehrere Orte unterhalb der Steinbachtalsperre waren in den vergangenen Tagen wegen der Gefahr eines Durchbrechens der Staumauer evakuiert worden. Der Kreis Euskirchen appelliert an die Bewohner, noch nicht in die Häuser zurückzukehren. Die Gefahr sei noch nicht gebannt.

Große Teile von Euskirchen weiter ohne Strom – Westnetz arbeitet an Wiederversorgung

16.06 Uhr: Nach den Wassermassen sind viele Ortschaften noch immer ohne Strom. Wie der Energieversorger Westnetz jetzt mitteilte, sind die beiden Umspannanlagen in Mechernich-Gehn wieder in Betrieb. Die Anlage in Weilerswist-Vernich sei laut Angaben des Unternehmens wieder begehbar und wird ebenfalls auf Wiederinbetriebnahme der Stromversorgung geprüft.

Große Teile von Euskirchen, Weilerswist und Mechernich seien aber weiterhin noch „spannungslos“, wie Westnetz mitteilt. „Auch wenn einzelne Umspannanlagen wieder am Netz sind, kann die Stromversorgung der Bürgerinnen und Bürger noch nicht überall funktionieren, weil die nachgelagerten Ortsnetzstationen größtenteils unter Wasser stehen und nicht zugänglich sind. Dort wo es technisch möglich ist, arbeiten wir an der Wiederversorgung“, sagt Christopher Jonas von Westnetz. 

DRK betreut rund 950 Evakuierte im Kreis – 200 Freiwillige packen mit an

14.47 Uhr: Laut Rolf Klöcker, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, werden vom DRK im Kreis zur Stunde 950 Evakuierte in den verschiedenen Stadtteilen von Euskirchen, Weilerswist und Mechernich betreut und mit Essen. Trinken und Schlafplätzen versorgt. Die Evakuierung laufe aber noch weiter.

Vor die größte Herausforderung stellt das DRK gerade die eingeschränkte Kommunikation mit den einzelnen Kommunen und der Kreisverwaltung. Sich einen Überblick zu verschaffen, sei immer noch schwer und gerade das größte Ziel. Mit 400 Menschen sind in Weilerswist zur Stunde in der Gesamtschule die meisten Menschen evakuiert.

Vor Ort funktioniere die Hilfe gut. Über 200 Freiwillige seien im Einsatz. Sie arbeiteten nach einem Schichtsystem, das auch ihnen selbst Pausen ermögliche zum Essen und Schlafen. Die Helfer versorgten aber nicht nur die Evakuierten und Betroffenen, sondern auch die Einsatzkräfte, zum Beispiel der Feuerwehr.

Auf die Frage, ob man sich seitens des DRK auf solch eine Situation vorbereiten könne, sagte Klöcker: „Auf eine Katastrophe mit solchen Ausmaß sicherlich nicht.“ Es habe in der Vergangenheit Übungen gegeben, wie man sich organisiere, wenn die Steinbachtalsperre bricht.  

40 Personen im Raum Euskirchen vermisst – Kreis will Hotline einrichten

12.42 Uhr: Wie die Kölner Polizei informiert werden im Raum Euskirchen derzeit 40 Menschen vermisst und es sind 24 Todesopfer zu beklagen. Noch immer seien nicht alle Leichen geborgen.

Entgegen anders lautender Gerüchte in den sozialen Medien, gibt es aktuell noch keine Vermissten-Hotline des Kreises. Auch eine vermeintliche Telefonnummer zur der Hotline ist im Umlauf.

„Achtung Fake-News. Bitte verbreitet keine Gerüchte oder ungesicherte Informationen. Befolgt nur offizielle Mitteilungen der Behörden wie des Kreises Euskirchen, der Bezirksregierung Köln und der Städte und Gemeinden des Kreises Euskirchen. Es ist eine Hotline für Vermisste und Helfer in Planung. So eine Hotline gibt es aktuell nicht!!! Bitte teilt diese Nummer nicht", schreibt der Kreis dazu auf seiner Facebook-Seite.

Impfzentrum ist nach Unwetter wieder geöffnet

12.31 Uhr: Am Donnerstag blieb das Impfzentrum aufgrund der Unwetter-Situation im Kreis geschlossen. Nun ist es wieder geöffnet, alle Termine können wie gewohnt stattfinden. „Bitte stellt euch auf Wartezeiten ein, da durch die Ereignisse des Unwetters nicht das komplette Personal einsatzfähig ist“, schreibt der Kreis auf seiner Facebookseite am Freitagmorgen. 

Alle, die am Donnerstag einen Termin hatten, können sich demnach am heutigen Freitag, am Samstag oder am Montag impfen lassen.

Lage an Steinbachtalsperre bleibt kritisch – Feuerwehr pumpt Überlaufrohr frei

12:02 Uhr: Die Lage an der Steinbachtalsperre ist laut Kreis stabil aber nicht unkritisch. Der Pegel konnte über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um 2 cm gesenkt werden. Danach konnte der Pegelstand gehalten werden. Der Grundablass ist weiterhin nicht in Funktion. Zusätzlich wird ein Überlaufrohr freigepumpt und anschließend mechanisch aufgedreht, um weiteres Wasser abzulassen.

Die Pumpen und das freigepumpte Rohr haben voraussichtlich eine Leistung von 90.000 bis 95.000 Liter pro Minute aufweisen. Die Evakuierung ist vollständig. Wie Lange die Situation anhält, lässt sich zur Zeit nicht sagen.

Kreis Euskirchen spricht Abkochgebot für Trinkwasser aus

11.25 Uhr: Der Kreis Euskirchen teilt mit, dass zurzeit nicht sicher auszuschließen sei, dass es durch Rohrbrüche und Starkregen zu einem Eintrag von Oberflächenwasser und somit Keimen in das Trinkwassernetz gekommen ist.

Auch wenn es bisher bislang nur einzelne konkrete Hinweise auf solche Zwischenfälle gebe, rate man dringend dazu, Wasser nicht direkt aus dem Wasserhahn zu trinken oder zur Zubereitung ungekochter Speisen zu verwenden.  Dies gelte insbesondere für Kall, Gemünd, Oberhausen und Marmagen.

Auch die von Kaffeemaschinen entwickelte Temperatur sei  nicht ausreichend, um im Falle einer Keimbelastung sicher abtötend zu wirken.

Außerdem ruft der Kreis dazu auf, Wasser zu sparen und den Verbrauch auf ein nötigstes zu reduzieren, um Überlastungen in der Wasserversorgung zu vermeiden.

  • Donnerstag, 15. Juli

Wasserstand an der Steinbachtalsperre sinkt

23.39 Uhr: An der von einem Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen sinkt der Wasserstand. Dies teilte Markus Böhm vom Krisenstab am Donnerstagabend mit. Zum einen sei der Zufluss zurückgegangen, sagte der Geschäftsführer des Energiedienstleisters e-regio. Zum anderen pumpe das Technische Hilfswerk Wasser aus der Talsperre nah an der Grenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Am Freitagmorgen soll es eine neue Begutachtung des Dammes geben. Weil der Ablass der Talsperre infolge des Unwetters verstopft ist, kann das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden.

Alltag im Kreis Euskirchen lahmgelegt

21.32 Uhr: Das Unwetter hat den Kreis Euskirchen überrollt. Besonders schlimm hat es den südlichen Teil des Kreises getroffen. Wir geben einen Überblick.

Notruf 112 momentan nicht erreichbar

20.36 Uhr: Der Kreis Euskirchen fordert auf seiner Facebook-Seite die Menschen aus dem Kreis Euskirchen dazu auf Keller zu meiden, sich in obere Gebäudebereiche zu retten und sich von elektrischen Geräten fern zu halten. Es sei wieder mit Stromausfällen im gesamten Kreisgebiet zu rechnen. Momentan liegen mehrere Starkstromleitungen frei.

Zudem sei die Notrufnummer 112 ist nicht erreichbar und werde auf den Polizeinotruf 110 umgeleitet. In den Ortschaften werden zentrale Anlaufstellen eingerichtet.

Wassermassen zerstören jahrelange Arbeit

20.08 Uhr: Die Höhe der Sachschäden in den drei Eifelgemeinden Nettersheim, Dahlem und Blankenheim durch das Hochwasser ist noch nicht abzuschätzen. Wir geben einen ersten Überblick über die Lage vor Ort.

Stromversorgung unterbrochen – Zahl der Todesopfer steigt auf 15

16:54 Uhr: Steinbachtalsperre instabil

Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als „sehr instabil“ eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD). Von der Evakuierung seien 4500 Einwohner betroffen. Gerüchte, wonach die Talsperre bereits gebrochen sei, hatte der benachbarte Kreis Ahrweiler zuvor dementiert. Der Kreis Euskirchen scheint mit bislang 15 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen am stärksten von dem Unwetter betroffen. 

16:24 Uhr: Euskirchener Fußgängerzone verwüstet

Neuer Inhalt © AFP Neuer Inhalt

Ein erschreckendes Bild zeichnete sich am Donnerstagvormittag auch in der Euskirchener Innenstadt ab, in die man mit dem Auto zum Teil gar nicht kam. Reihenweise wurden von dem Hochwasser in der Nacht ganze Straßenzüge überflutet. Hunderte Anwohner standen in Gummistiefeln und Flipflops vor ihren Hauseingängen und versuchten, mit eigenen Pumpen und Eimern das Wasser aus den Kellern zu schaffen.

15:54 Uhr: Die Situation rund um die Steinbachtalsperre bleibt extrem angespannt. Wie der Kreis Euskirchen vermeldet, müssen die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim aufgrund ihrer Risikosituation im Bereich der Steinbachtalsperre evakuiert werden. 

Steinbachtalsperre damm flut_002 © dpa Steinbachtalsperre damm flut_002
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15:30 Uhr: Bad Münstereifel gleicht einem Trümmerfeld

Viele Geschäftsleute in Bad Münstereifel stehen nach dem heftigen Unwetter am Mittwoch (14. Juli) vor einem wirtschaftlichen Totalschaden. Die Stadt steht unter Schock.

15:01 Uhr: 15 Hilfsanträge aus verschiedenen Städten und Kreisen in NRW sind bei der Bundeswehr eingegangen, um überflutete Regionen zu evakuieren. Ein Hilfsantrag kam laut einem Sprecher der Bundeswehr aus dem Kreis Euskirchen. Bislang ist die Bundeswehr in NRW in Hagen im Einsatz.

14.53 Uhr: Die Zahl der Todesopfer im Kreis Euskirchen hat sich weiter erhöht. Wie die Kölner Polizei, die aufgrund der Hochwasserlage die Einsatzkoordination auch für Euskirchen übernommen hat, informiert, sei die Zahl auf 15 gestiegen. 

Noch seien nicht alle gesichteten Leichen geborgen. Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen werde die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen.

13.35 Uhr: In den sozialen Medien kursieren Gerüchte, dass die Oleftalsperre bei Hellenthal gebrochen sei. Dies ist laut Polizei eine Falschmeldung. Die Polizei Euskirchen hat auf Twitter darauf reagiert: „Entgegen sämtlicher #Falschmeldungen: Die #Oleftalsperre ist #nicht #gebrochen! Bitte bleiben Sie #ruhig", heißt es da.

12.49 Uhr: Der Stromversorger e-regio teilt auf seiner Internetseite mit, dass im Südkreis derzeit großflächig der Strom ausgefallen ist. Betroffen seien Blankenheim, Dahlem, Heimbach, Hellenthal, Kall, Nettersheim, Schleiden sowie Teile von Mechernich und Bad Münstereifel.

In mehreren Orten sei die Lage sehr kritisch. „Es finden Menschenrettungen statt“, hieß es weiter. Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten. Im Kreisgebiet sei die Kommunikation weitgehend ausgefallen. Auch der Feuerwehr-Notruf 112 und die Kreisverwaltung seien nicht zu erreichen. Wegen der Verbindungsprobleme könne der Kreis derzeit nur unregelmäßig informieren.

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Durch die Überflutungen besteht in Teilen des Kreises Euskirchen akute Lebensgefahr. Bis zum Abend wurden die Rettungskräfte zu mehr als 600 Einsätzen gerufen. Der Kreis Euskirchen ruft die Menschen dazu auf, Keller zu meiden und sich in höhere Stockwerke zu begeben.

Die Lage wurde zur Großeinsatzlage hochgestuft. Damit übernimmt der Kreis Euskirchen die Einsatzleitung. Landrat Markus Ramers hat in der Kreisverwaltung einen Führungsstab eingerichtet.

Sehr kritische Lagen in Schleiden, Gemünd, Oberhausen

Die Kreisverwaltung Euskirchen hat am Mittwochmorgen mitgeteilt, dass derzeit acht Todesfälle im Zusammenhang mit dem schweren Unwetter bekannt sind. Die Lage in Schleiden, Gemünd, Oberhausen sei sehr kritisch. Einsatzkräfte müssen Menschen retten. Teilweise besteht kein Zugang. Die Menschen werden Richtung Mechernich evakuiert.

Schleidens Bürgermeister Ingo Pfennings hat sich in einem Facebook-Video an die Bevölkerung gewandt. Pfennigs warnte davor das Haus zu verlassen und appellierte, falls dies doch nötig ein, sich vom Wasser fernzuhalten. Die Strömung sei sehr stark und reißend, zudem könne man sich möglicherweise an Metallteilen und spitzen Gegenständen im Wasser verletzen.

Für Menschen, die sich zu Hause nicht mehr sicher fühlen, haben umliegende Orte in den Dorfgemeinschaftshäusern Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen. Wer sich selbst nicht dorthin begeben kann oder Hilfe benötigt, solle sich am besten an die Feuerwehrkräfte im Einsatz wenden oder zum Rathaus kommen, bat der Bürgermeister. Auch in Schleiden ist die Stromversorgung derzeit zusammengebrochen.

Euskirchen Innenstadt Flut_006 © Sarah Herpertz Euskirchen Innenstadt Flut_006

Oleftalsperre hat noch Kapazitäten

Gerüchte in den sozialen Medien, dass die Oleftalsperre drohe überzulaufen, dementiert Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg: Diese Nachricht sei definitiv falsch. Eifel-Rur-Verbandssprecher Marcus Seiler erklärt, dass eine kritische Lage erst bei 18 Millionen Kubikmeter eintreffe. Derzeit ist die Talsperre mit 14,5 Millionen Kubikmetern gefüllt.

Die Kommunikation im Kreis Euskirchen ist nach dem Unwetter  weitgehend ausgefallen, wie der Kreis in einem Beitrag auf Facebook mitteilt. In vielen Teilen des Kreises stünden Internet und Telefonverbindungen nur eingeschränkt zur Verfügung, heißt es. Das betrifft auch die Kreisverwaltung.

Auch die 112 ist nicht erreichbar. Es wird daran gearbeitet in allen Ortschaften des Kreises zentrale Anlaufstellen zu errichten. Die Verwaltung bittet darum, es dort zu versuchen oder unter der 110.

Zerstörungen in der Innenstadt von Gemünd

Die Wassermassen haben in Gemünd teile der Innenstadt verwüstet.

Kall_Zuell_Autos_unter_wasser

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© Reiner Züll

Trinkwasserversorgung zusammengebrochen

In Kommern und Satzvey ist die Trinkwasserversorgung unterbrochen. Ggf. könnten weitere Gebiete betroffen sein, teilte der Kreis mit.

Auch Flamersheim wird weiterhin evakuiert. Es wird Wasser aus der Steinbachtalsperre abgepumpt.

In Weilerswist sowie in weiten Teilen des Kreises besteht Hochwassergefahr.

A 61 gesperrt

Die Autobahn 61 wurde zwischen Bliesheim und Meckenheim vollgesperrt, da die Steinbachtalsperre zu brechen droht. 

Zuvor war die A61 bereits gesperrt worden, weil die Autobahn von Wasser überflutet worden sei. Zur Beobachtung des Dammes seien das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei vor Ort. Der Verkehr wird auf die A565 umgeleitet.

Feuerwehr in Weilerswist braucht Boote

Am frühen Donnerstagmorgen wurde Alarm in Weilerswist ausgelöst. Hier droht ein Überlaufbecken der Erft in Horchheim die Wassermassen nicht mehr fassen zu können. Die Bewohnerinnen und Bewohner in Vernich im Süden von Weilerswist werden aufgefordert, Keller zu meiden, sich in obere Stockwerke zu begeben und sich von elektrischen Geräten fernzuhalten.

Gefahr der Überflutung besteht laut Feuerwehr Weilerswist für die gesamte Gemeinde. Die Einsatzkräfte benötigen dringend Hochwasserboote und rufen die Bewohner zur Hilfe auf. Wer ein Boot zur Verfügung stellen kann, soll mit Boot, Paddel, Schwimmwesten und Zubehör zum Gerätehaus Weilerswist in der Bonnerstraße 33 kommen.

Dramatische Worte vom Euskirchener Landrat Ramers

Landrat Ramers wandte sich in der Nacht zu Donnerstag über die Facebook-Seite des Kreises Euskirchen an die Bewohner. Er spricht von einem der „schlimmsten Tage“ in der Geschichte des Kreises. Es seien nach wie vor Hunderte Einsatzkräfte unterwegs, um gegen die Wassermassen zu kämpfen. Es habe bereits zwei Todesfälle gegeben und „unzählbare“ Sachschäden.

Die Lage am Damm der Steinbachtalsperre habe sich etwas entspannt, da der Pegelstand leicht gesunken sei und das Wasser nicht mehr über die Krone laufe. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein. Die A61 wurde vorsorglich bei Bliesheim gesperrt.

Die Talsperre drohte am Mittwoch aufgrund des stundenlangen Starkregens überzulaufen, das Wasser lief bereits über die Dammkrone der Staumauer. Der Euskirchener Ortsteil Schweinheim und Teile Flamersheims werden evakuiert. Die Personen werden im Thomas-Esser-Berufskolleg untergebracht.  Es sind Boote im Einsatz, außerdem wurden Hubschrauber angefordert.

gemünd9 © Ramona Hammes gemünd9

Auch im Nachbarkreis laufen Evakuierungen. Betroffen sind die Rheinbacher Ortsteile Oberdrees und Niederdrees sowie Swisttal-Odendorf, Ludendorf, Essig und Miel. Der Strom ist teilweise ausgefallen. Im Stadtgebiet Mechernich sind insbesondere die Orte im Veybachtal und die Ortslage Kommern von Überschwemmungen bedroht.

Gefahrenstoffe auf der Erft in Höhe Iversheim (Stadt Bad Münstereifel). Es besteht akute Gesundheitsgefährdung. Den Behältern nicht nähern!

Bad Münstereifel dpa 2 © dpa Bad Münstereifel dpa 2

Auch in Nettersheim müssen eingeschlossene Anwohner per Boot befreit werden, der Kernort ist von der Außenwelt abgeschnitten.  Die Feuerwehren vor Ort suchen per sozialer Medien nach Besitzern von Schlauchbooten, zudem warten die Einsatzkräfte auf Motorboote. 

In Bad Münstereifel ist der Strom ausgefallen, Parkplätze und Friedhof stehen unter Wasser. Die Menschen in der Innenstadt werden gebeten, die oberen Stockwerke aufzusuchen. Im Ortsteil Schönau wälzen sich seit Stunden die Wassermassen durch den Ortskern.  

Bevölkerungswarnung auch für Hellenthal: Die Warnung gilt für die Ortschaften Wiesen bis Blumenthal, wie der Leiter des Ordnungsamts Herbert Renn mitteilte. Alle Anrainer werden gebeten, sich wegen der Wassermassen ein Stockwerk höher zu begeben. Eine Evakuierung sei derzeit nicht möglich. Weitere Infos folgen.

Wasser musste aus dem Kommerner Mühlensee gepumpt werden

Am Nachmittag hatten sich die Einsatzkräfte allerorten versucht, darauf vorzubereiten. „Noch können wir es steuern. Wenn der See noch voller wird, haben wir ein Problem“, sagt Einsatzleiter Andre Leisten. Es ist kurz vor 10 Uhr am Mühlensee in Kommern. „Wir werden nun Wasser aus dem See abpumpen, um Zeit zu gewinnen“, erklärt Leisten. Mithilfe der starken Pumpe des Hytrans Fire System (HFS), einer Komponente aus dem NRW-Katastrophenschutz, fließen etwa 40 Minuten später 2300 Liter pro Minute aus dem See kontrolliert in den Bleibach.

Bad Münstereifel dpa 1 © dpa Bad Münstereifel dpa 1

Um 9.35 Uhr ist das HFS-System, das bei den Feuerwehren in Mechernich und Euskirchen vorgehalten wird, alarmiert worden. 16 Feuerwehrleute verlegen etwa 600 Meter des imposanten F-Schlauchs – teilweise während der Fahrt – und waten mit der Pumpe in den Mühlensee. So soll ein Hochwasser wie am 21. Juli 2016 in Kommern vermieden werden.

Wasser im dm-Verteilzentrum

Mehr als 130 Einsätze beschäftigen schon bis Mittwochnachmittag die Feuerwehrwehren im Kreis. Die Einsatzstichworte: Hochwasser, vollgelaufene Keller. In Weilerswist dringt nach Angaben von Oliver Geschwind, Pressesprecher der Kreisfeuerwehr, Wasser ins dm-Verteilzentrum – Großeinsatz für die Weilerswister Feuerwehr.

Im Kommerner Mühlensee bringen Feuerwehrleute eine Schwimmpumpe in Stellung. Mit ihr soll massiv Wasser abgepumpt werden. © Steinicke Im Kommerner Mühlensee bringen Feuerwehrleute eine Schwimmpumpe in Stellung. Mit ihr soll massiv Wasser abgepumpt werden.

Bereits in der Nacht zum Mittwoch rückt die Euskirchener Feuerwehr nach Euenheim aus. Dort droht der Veybach unter anderem an der Herrenhausstraße übers Ufer zu treten. Unter der Leitung von Thomas Smarsly stapeln die Feuerwehrleute zahlreiche Sandsäcke. Während der Pegel des Bachs in den Morgenstunden ein wenig sinkt, gibt’s am Mittag wieder Alarm. Der Veybach drückt sich nur noch knapp unter der Brücke an der Euenheimer Straße im Bereich des Friedhofs durch.

Der Veybach droht in Euenheim über die Ufer zu treten. Die Feuerwehr hat Sandsäcke gestapelt. © Fotos: Tom Steinicke Der Veybach droht in Euenheim über die Ufer zu treten. Die Feuerwehr hat Sandsäcke gestapelt.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Feuerwehr auch in der Kreisstadt unterwegs. Mit dabei: Tobias de Koeijer, Fachberater Hochwasser beim THW Euskirchen. Mit Thomas Schmitz erkundet er die Liegenschaften entlang des Veybachs. Im Bereich der Isarstraße stapeln die Einsatzkräfte vorsorglich Sandsäcke vor die Eingangstüren.

In Schleiden-Oberhausen: 30 Helfer von THW und Feuerwehrleuten

Das haben in Kommern die Hausbewohner schon eigenständig getan. Zu gut sind in dem Ort die Erinnerungen an 2016, als in wenigen Stunden so viel Regen fiel, dass große Teile des Ortes unter Wasser standen.

In Kommern werden Fenster und Eingänge mit Sandsäcken gesichert. Im Juli 2016 richteten Wasserfluten im Ort enorme Schäden an. © Steinicke In Kommern werden Fenster und Eingänge mit Sandsäcken gesichert. Im Juli 2016 richteten Wasserfluten im Ort enorme Schäden an.

Auch am Rewe in Kall gibt es einen Einsatz für die Feuerwehr. In der ehemaligen Einfahrt zur alten Tiefgarage im Untergeschoß hat sich Wasser gesammelt. „Das Schott, das dort eingesetzt worden ist, hat auch dicht gehalten, aber wir haben das Wasser, das davor war, abgepumpt, um den Druck auf das Schott zu vermindern“, erläutert Einsatzleiter Frank Dreßen.

Schwerarbeit ist in der Unterkunft des THW in Schleiden-Oberhausen angesagt. Mit rund 30 Helfern von THW und dem Feuerwehrleuten der Stadt Schleiden und der Gemeinde Hellenthal werden dort mithilfe der Sandsackfüllmaschine im Akkord Sandsäcke befüllt und für den Abtransport in Gitterboxen gepackt. „Wir haben um 4 Uhr eine erste Ladung von 1400 Sandsäcken nach Stolberg gefahren“, berichtet der Ortsbeauftragte Daniel Schwarzer.

Mechernich forderte 1000 Sandsäcke an

Am Vormittag sei bereits eine zweite Ladung dorthin gebracht worden. Auch nach Kall und Hellenthal gehen Sandsäcke, von denen jeder rund 25 Kilo schwer ist. Die Stadt Mechernich hat ebenfalls 1000 Stück angefordert. „Es kommen jetzt noch Kameraden vom THW Hürtgenwald, um uns beim Transport zu unterstützen“, so Schwarzer.

Das Wasser wird vom Mühlensee in den Bleibach geleitet. © Steinicke Das Wasser wird vom Mühlensee in den Bleibach geleitet.

In Euskirchen befüllen die Mitarbeiter der Technischen Dienste der Stadt Euskirchen Tausende Sandsäcke. „Wir haben am Dienstabend bereits 600 Säcke fertig gemacht“, erklärt Betriebsleiter Ottmar Zwicker: „Ich gehe davon, dass wir am Ende des Tages 4500 Sandsäcke abgefüllt haben werden. Wir haben noch Kollegen, die die Bachläufe im Blick halten, damit sich dort kein Treibgut ansammelt. Und wir halten den Kanal im Blick.“ (mit cme/mab/dpa)

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