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Madeleines mutmaßlicher Mörder: Christian B. stellt Antrag auf vorzeitige Haftentlassung

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 16.06.2020 Paul Gäbler

Der mutmaßliche Mörder der vermissten Madeleine McCann sitzt in Kiel wegen Drogenhandels ein. Nun stellt er einen Antrag auf Haftentlassung.

Christian B. gilt seit wenigen Wochen als Verdächtiger im Fall der 2007 in Portugal verschwundenen Madeleine McCann. Nun soll der 43-Jährige, der derzeit wegen Drogenhandels einsitzt, einen Antrag auf Haftentlassung gestellt haben. © Foto: dpa Christian B. gilt seit wenigen Wochen als Verdächtiger im Fall der 2007 in Portugal verschwundenen Madeleine McCann. Nun soll der 43-Jährige, der derzeit wegen Drogenhandels einsitzt, einen Antrag auf Haftentlassung gestellt haben.

Der mehrfach verurteilte Sexualstraftäter Christian B. gilt seit wenigen Wochen als Verdächtiger im Fall der 2007 in Portugal verschwundenen Madeleine McCann. Nun soll der 43-Jährige, der derzeit wegen Drogenhandels einsitzt, einen Antrag auf Haftentlassung gestellt haben. Das berichtet der „Spiegel“

Die Haftstrafe, die B. in Kiel absitzt, läuft regulär noch bis 2021. Nun gehe es darum, ob nach zwei Dritteln abgesessener Strafe der Rest zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Aber selbst wenn dem Antrag stattgegeben würde, gilt eine Freilassung B.s als unwahrscheinlich. Denn bereits ausgesprochen, aber noch nicht rechtskräftig, ist ein Urteil gegen ihn wegen Vergewaltigung einer 72-Jährigen Amerikanerin im Jahr 2005 in Portugal. B.s Anwalt hatte Revision eingereicht. Aktuell wird der Fall vor dem Bundesverfassungsgericht verhandelt.

Darüber hinaus wäre wohl nach den aktuellen Entwicklungen mit Anordnung von Untersuchungshaft während der Ermittlungen im Fall Maddie McCann zu rechnen, wegen erhöhter Fluchtgefahr. 

B. hatte sich in der Vergangenheit mehrfach dem Zugriff der Justizbehörden in Deutschland durch seine Aufenthalte in Portugal entzogen.

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Dem Mann wird zur Last gelegt, die damals dreijährige Madelein McCann in Portugal entführt und anschließend ermordet zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatten ergeben, dass B. zum Tatzeitpunkt in der Nähe des Tatorts mit seinem Handy einen Anruf tätigte. 

Auch wurden mehrere Chatprotokolle des Verdächtigen ausgewertet. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig, für diesen Fall zuständig, mahnte aber zur Vorsicht. Der aktuelle Stand der Ermittlungen reiche aktuell nicht für eine Verurteilung, nicht mal eine Anklage aus.

In den letzten Tagen hatten die Ermittler weitere Fälle gefunden, für die B. verantwortlich sein könnte. Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass Christian B. durch eine interne Ermittlungspanne der Kripo Braunschweig frühzeitig gewarnt worden war. Auch die portugiesische Polizei ging anfänglich nicht von einem Entführungsdelikt aus, sondern fokussierte sich stattdessen auf Madeleines Eltern.

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