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Malaysia: Ritt auf gigantischem Hai sorgt für Entsetzen

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 05.12.2022 Jan Gebauer
Touristen beobachten einen Walhai (Archivbild) © Getty Images Touristen beobachten einen Walhai (Archivbild)

Der Vorfall ereignete sich laut der malaysischen Tageszeitung „The Star“ Ende November nahe der Insel Pulau Sibuan, die zu Malaysia gehört. Bei dem Mann soll es sich um einen Touristenführer handeln. Seine genaue Identität konnte laut „The Star“ bislang nicht ermittelt werden. Das Video hatte insbesondere in sozialen Netzwerken Empörung ausgelöst.

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„SPDA hat jedes Tauchzentrum daran erinnert, nur qualifizierte Touristenführer einzustellen“, sagte Suzimin Edris, Präsident der Taucher-Organisation „Semporna Professional Diver Association“, in einer Erklärung am 26. November. „Einmal mehr fordert die SPDA die Tourismusakteure in Semporna auf, ihre Mitarbeiter angemessen zu schulen und zu sensibilisieren.“

Semporna ist die nächstgrößte Stadt, die im Bundesstaat Sabah liegt. Leider käme es immer wieder zu solchen Kontakten mit den gemächlich und langsam im Wasser bewegenden Fischen. Es sei außerdem wichtig, dass Bootsbetreiber keine Anker in Gebieten mit empfindlichen Korallenriffen auswerfen.

Laut „Newsweek“ werden Taucher international daraufhin geschult, unter keinen Umständen Meeresbewohner anzufassen oder gar auf ihnen zu „reiten“. Walhaie, die größte Haiart und gleichzeitig die größte Fischart der Gegenwart, können über 15 Meter lang und 34 Tonnen schwer werden. Ihre Haut ist bis zu 15 Zentimeter dick. Auch das Alter der gigantischen Fische ist bemerkenswert. Sie können bis zu 100 Jahre alt werden.

Gigantische Walhaie: Für den Menschen meist ungefährlich

Für den Menschen sind die gigantischen Tiere meist harmlos: Im Gegensatz zum wesentlich kleineren Weißen Hai ernähren sich Walhaie nur von mikroskopisch kleinem Plankton. Dennoch sollte man ihnen nicht zu nahe kommen, da ruckartige Bewegungen der Fische schwere Verletzungen verursachen können.

„Jede Interaktion mit Meeresbewohnern in freier Wildbahn kann sowohl für Menschen als auch für Tiere potenziell schädlich sein und zur Übertragung von Krankheiten führen, die eine ernsthafte Gesundheitsbedrohung für Wildtiere und Taucher darstellen können“, sagte Wendy Higgins, Direktorin für internationale Medien bei Humane Society International, gegenüber „Newsweek“.

„Stark gefährdete Walhaie“: Empfindliche Meeresbewohner brauchen Abstand zum Menschen

Ganz besonders empfindlich sei die Schleimschicht auf der Haut der Walhaie, die durch die Berührungen beschädigt werden könnte. Hinzu käme der hohe Stress, dem die Fische ausgesetzt würden, wenn plötzlich Menschen in Booten mit dementsprechenden Geräuschen auf die Tiere einwirken würden. Das gilt insbesondere, wenn die riesigen Fische gerade fressen oder ruhen. Walhaie tauchen bis zu 1.000 Meter in die Tiefe – das Auftauchen an die Oberfläche zum Aufwärmen ist eine wichtige Regenerationsphase für die sensiblen Tiere.

Bei dem Walhai im Video handelt es sich um ein Jungtier – die ganz besonders empfindlich seien. „Die Ruhezeit ist entscheidend für sie, genauso wie wir zwischen intensiven Übungen Pausen brauchen. Wenn Menschen dieses Verhalten stören, reagieren die Haie gestresst und tauchen zu früh ab“, sagte Daire Carroll, Ökologie- und Human-Impact-Forscher an der Universität Göteborg in Schweden zu „Newsweek“. „Der beste Weg, Walhaie in freier Wildbahn zu sehen, ist daher aus sicherer und respektvoller Entfernung“, ergänzt Higgins.

Abschlachten von Hai und Rochen im Jahr 2018

Es ist nicht das erste Mal, dass Meeresbewohner, insbesondere Haie, in den Tauchparadiesen des malaysischen Bundesstaates Sabah bedroht sind. 2018 gingen beispielsweise Bilder in den sozialen Netzwerken viral, die seltene Mantarochen, Teufelsrochen und einen Hai zeigten, die auf der Insel Pulau Mabul geschlachtet wurden.

Walhaie gelten als „stark gefährdet“ und stehen auf der „Roten Liste“ gefährdeter Tierarten. (jag)

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