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„Mutationen gefallen mir gar nicht“: Experten wegen neuer Variante BA.2.75 in Sorge

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 04.07.2022 Peter Stroß
Die Omikron-Variante BA.2.75 wurde bislang in sieben Ländern nachgewiesen. © dpa Die Omikron-Variante BA.2.75 wurde bislang in sieben Ländern nachgewiesen.

Hohe Inzidenzen, Chaos bei der Neuregelung des Bürgertest und volle Notaufnahmen: Corona bestimmt wider Erwarten auch im Sommer 2022 die Schlagzeilen. Nun macht Experten eine neue Omikron-Variante zusätzlich Sorgen. BA.2.75 wurde inzwischen in sieben Ländern nachgewiesen – Deutschland ist eines davon. Fachleute äußern sich besorgt über die neue Omikronvariante, die Anfang Juni zuerst in Indien entdeckt wurde. 

„Es lohnt sich, BA.2.75 genau im Auge zu behalten – viele Spike-Mutationen, wahrscheinlich Variante der zweiten Generation, scheinbar schnelles Wachstum und weite geografische Verbreitung...“, twittert der Londoner Top-Virologe Tom Peacock.

Der britische Forscher vom Imperial Collage London hatte damals als einer der Ersten bei Omikron angesichts der ungewöhnlichen Anzahl der Spike-Mutationen mahnend den Finger gehoben und warnt nun vor BA.2.75. Doch er ist längst nicht der Einzige.

Molekularbiologe Ulrich Elling sorgt sich wegen Omikronvariante BA.2.75

„Noch bevor wir mit der BA.5-Welle durch sind, müssen wir uns vielleicht schon auf die nächste vorbereiten“, twittert der Molekularbiologe Ulrich Elling, der sich auf die Sequenzierung von Corona-Proben spezialisiert hat. „Ist BA.2.75 eine Variante, die uns Sorgen machen sollte? Die beobachteten Mutationen gefallen mir gar nicht“, so der Wiener Forscher.


Video: Omikron-Variante BA.4 & BA.5: Virologe gibt Entwarnung (glomex)

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Anders als BA.2 weise BA.2.75 gleich acht Mutationen am Spike-Protein auf – bei BA.5 seien es im Vergleich zu BA.2 lediglich drei Veränderungen an dieser Stelle, so Elling. „Die insgesamt elf Mutationen von BA.2.75 könnten also eine neue Infektionswelle auslösen, weil eine Infektion mit BA.5 kaum dagegen schützen dürfte.“

Untersuchungsergebnisse zu BA.2.75: Zwei Mutationen könnten gefährlich sein

Laut der US-Forschungseinrichtung „Bloom Lab“, die ihre Untersuchungsergebnisse zum Virus ebenfalls auf Twitter teilte, könnten vor allem die BA.2.75-Mutationen G446S und R493Q gefährlich werden. So dürfte G446S die Immunflucht der Variante deutlich erhöhen, während es R493Q dem Virus noch einfacher mache, an menschliche Zellen zu binden.

Belegbare Daten gibt es derweil aus Indien, wo sich BA.2.75 schnell verbreitete. Laut Datenexperten sei die Omikronvariante schnell auf einen Anteil von 18 Prozent aller sequenzierten Proben gestiegen.

Die vorherrschende Variante bleibt dort allerdings BA.5, jüngst trieb auch BA.2 die Fallzahlen in die Höhe.  

WHO und RKI bislang noch ohne Stellungnahmen zu Omikronvariante BA2.75

Neben Deutschland und Indien wurde BA.2.75 bislang in Großbritannien, den USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Japan nachgewiesen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Robert Koch-Institut (RKI) haben sich bislang nicht zu BA2.75 geäußert. Die britische Gesundheitsbehörde stuft die Variante bislang noch nicht als besorgniserregend ein.

In Deutschland ist momentan Omikron BA.5 vorherrschend. Der Anteil der Omikron-Sublinie liegt hierzulande inzwischen bei 66 Prozent, wie das RKI im jüngsten Corona-Lagebericht (Stand: 30. Juni 2022) mitteilte.

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