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Neuer Schock-Bericht: In Berlin fehlen mindestens 96.000 Wohnungen

Berliner Kurier-Logo Berliner Kurier 01.03.2019 Ulrich Paul
Eine Baustelle in Berlin-Kreuzberg © Bernd von Jutrczenka/dpa (Archivbild) Eine Baustelle in Berlin-Kreuzberg

In Berlin gibt es nach Angaben des Vorstandschefs der Investitionsbank Berlin (IBB) Jürgen Allerkamp ein „Angebotsdefizit“ von rund 96.000 Wohnungen.

Unter Berücksichtigung einer für einen funktionierenden Wohnungsmarkt notwendigen Fluktuationsreserve von zwei Prozent, die beispielsweise für Umzüge und Modernisierungen notwendig ist, ergebe sich sogar „ein Defizit von rund 135.000 Wohnungen“, sagte Allerkamp am Freitag bei der Vorstellung des IBB-Wohnungsmarktberichts 2018.

Wenn weiter rund 16.000 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt werden, würde es über acht Jahre dauern, um diesen Wohnungsmangel zu kompensieren, sagte Allerkamp. Es sei aber durchaus möglich, mehr Wohnungen zu errichten. „Allein im Jahr 1997 war es gelungen, knapp 33.000 neue Wohnungen in Berlin fertigzustellen“, erinnerte Allerkamp.

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Jährlich 20.000 neue Wohnungen nötig

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) erklärt im Vorwort des Berichts, dass bis zum Jahr 2021 jährlich 20.000 Wohnungen errichtet werden müssen, um die zusätzliche Nachfrage und das seit 2013 – damals unter der rot-schwarzen Koalition - aufgelaufene Defizit auszugleichen.

Neben einem beschlossenen Maßnahmenpaket zur Beschleunigung des Neubaus sieht Lompscher ein Potenzial zur Entlastung des Marktes im Abbau des hohen Bauüberhangs. Unter Bauüberhang wird die Zahl der Wohnungen verstanden, deren Bau zwar genehmigt wurde, die aber noch nicht fertiggestellt wurden. 58.990 Wohnungen befanden sich laut dem Bericht Ende 2017 im Bauüberhang.

Spekulation nicht das Hauptproblem

Dieser ist laut IBB vor allem ein zeitliches Phänomen, das auf die Dauer der Fertigstellung einer Wohnung zurückzuführen ist. Diese Fertigstellungsdauer liege im Durchschnitt bei fast zwei Jahren. So wurden 90 Prozent der sich Ende 2017 im Bauüberhang befindlichen Wohnungen erst in den Jahren 2015 bis 2017 genehmigt. „Als sehr gering erwies sich der Anteil der sich langjährig im Bauüberhang befindlichen Wohnungen ohne Baubeginn“, sagte Allerkamp. „Es ist davon auszugehen, dass 95 Prozent der zum Bau genehmigten neuen Wohnungen auch realisiert werden.“ Eine mögliche Spekulation spiele demnach, wenn überhaupt, nur eine untergeordnete Rolle. 

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