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Opioid-Krise: US-Pharmariesen zahlen Milliarden

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Es ist weit mehr als ein Medikamentenskandal: In der Opioid-Krise in den USA haben bereits 500.000 Menschen ihr Leben verloren. Die juristische Aufarbeitung führt nun zu einem weiteren Vergleich.

Ein Opioid-Abhängiger erhält das Medikament Naloxon als Gegenmittel gegen eine mögliche Überdosierung © John Minchillo/AP/dpa/picture alliance Ein Opioid-Abhängiger erhält das Medikament Naloxon als Gegenmittel gegen eine mögliche Überdosierung

Es geht um süchtig machende Schmerzmittel, um die Verschleierung genau dieser Suchtgefahren und um ein rücksichtsloses und aggressives Marketing, das zu einer massenhaften Verschreibung der gefährlichen Schmerzmittel führte. 26 Milliarden Dollar sind der Pharmakonzern Johnson & Johnson sowie drei Arzneimittelgroßhändler bereit zu zahlen, um einen seit Jahren dauernden Rechtsstreit beizulegen. Aus Profitgier sollen die vier Konzerne zu der grassierenden Medikamentenabhängigkeit und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen haben.

Der Pharmariese Johnson & Johnson ist tief in die Opioid-Krise verstrickt © Getty Images/AFP/M. Ralston Der Pharmariese Johnson & Johnson ist tief in die Opioid-Krise verstrickt

Im Zuge der Opioid-Krise sind in den USA zwischen 1999 und 2019 etwa 500.000 Menschen durch Überdosen von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln und illegalen Drogen ums Leben gekommen. Mehr als 3300 Klagen liegen deswegen vor.

Die Kläger beschuldigen Johnson & Johnson, die Vorteile von Opioiden überbewertet und die Risiken heruntergespielt zu haben. Den Pharmahändlern McKesson, Cardinal Health und AmerisourceBergen werden mangelnde Kontrollen vorgeworfen, die zur massenhaften Verbreitung der Schmerzmittel über illegale Kanäle geführt haben sollen. Die vier Konzerne bestreiten jegliches Fehlverhalten.

"Historische" Vereinbarung

"Die zahlreichen Unternehmen, die Opioide hergestellt und in der ganzen Nation verteilt haben, taten dies ohne Rücksicht auf Leben oder sogar auf die nationale Krise, die sie mitbefeuert haben", sagte Letitia James, Generalstaatsanwältin des Bundesstaats New York, bei der Vorstellung des nun erzielten milliardenschweren Vergleichs, den sie "historisch" nannte.

Der Gründer des US-Pharmaunternehmens Insys Therapeutics, John Kapoor, wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er in großem Maßstab Ärzte bestochen hatte, um süchtig machende Opioide zu verschreiben. © picture-alliance/AP Photo/C. Krupa Der Gründer des US-Pharmaunternehmens Insys Therapeutics, John Kapoor, wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er in großem Maßstab Ärzte bestochen hatte, um süchtig machende Opioide zu verschreiben.

Allerdings handelt es sich bislang nur um einen Entwurf, den viele US-Bundesstaaten, Städte und Landkreise erst noch endgültig verabschieden müssen. Zudem würde das Geld, von dem unter anderem Hilfsprogramme finanziert werden sollen, über einen langen Zeitraum von 18 Jahren gestreckt fließen.

Insgesamt sollen durch den großen Vergleich, über den seit über zwei Jahren verhandelt wurde, alle Klagen und diverse Verfahren auf einen Schlag beigelegt werden. McKesson, AmerisourceBergen, Cardinal Health und Johnson & Johnson würden durch den Kompromiss weiterer Strafverfolgung entgehen.

rb/AR (AFP, AP, dpa, Reuters)

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