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Protest gegen Polizeigewalt in Minneapolis: Autofahrer erfasst Demonstranten und tötet Frau

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 14.06.2021 Alexander Preker

Bei Protesten in Minneapolis gegen Polizeigewalt ist ein Mann seinem Wagen in die Gruppe gefahren. Er tötete dabei mindestens eine Demonstrantin und verletzte weitere.

© Matt Sepic / AP

Minneapolis kommt nicht zur Ruhe: Bei Protesten gegen Polizeigewalt in der US-Stadt ist ein Mann mit seinem Auto in eine Gruppe von Demonstranten gefahren und hat eine Frau getötet. Bei dem Vorfall in der Nacht zum Montag wurden zudem mehrere Menschen verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Demnach fuhr der Mann kurz vor Mitternacht in die Gruppe von Demonstranten, die gegen tödliche Polizeischüsse auf einen Schwarzen Anfang Juni protestierten. »Demonstranten zogen den Verdächtigen aus dem Fahrzeug und begannen laut Zeugenaussagen, den Fahrer zu schlagen«, hieß es. »Polizisten trafen ein und nahmen den Fahrer in Gewahrsam.« Auch er wurde in der Folge in einem Krankenhaus behandelt.

Konsum von Drogen oder Alkohol verantwortlich?

Die Demonstranten hatten wegen der tödlichen Polizeischüsse auf den Afroamerikaner Winston Boogie Smith am 3. Juni in Minneapolis demonstriert. Die Beamten hatten den Schwarzen erschossen, als sie ihn wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Waffenrecht festnehmen wollten. In der Stadt gibt es deshalb wieder häufiger Proteste gegen Polizeigewalt, zuletzt waren dabei Demonstranten mit der Polizei aneinandergeraten.

In der Stadt im Bundesstaat Minnesota war vor einem Jahr, am 25. Mai 2020, auch der Afroamerikaner George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz getötet worden. Der Fall löste damals landesweite Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt aus. Auf Videos ist dokumentiert, wie Polizisten den Unbewaffneten zu Boden drückten. Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin presste sein Knie gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, bis dieser starb – obwohl der 46-Jährige wiederholt klagte, er bekomme keine Luft. Chauvin wurde im April unter anderem des Mordes zweiten Grades – in Deutschland etwa schwerer Totschlag – schuldig gesprochen.

Die Hintergründe der jetzigen Kollision seien unklar, teilte die Polizei mit. Laut ersten Ermittlungen könnte aber der »Konsum von Drogen oder Alkohol durch den Fahrer ein Faktor« bei dem Vorfall gewesen sein.

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