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Protz-Karren: Wie ein Steak von Franck Ribéry: Hamburgs Polizei kämpft gegen goldene Autos

stern-Logo stern 12.04.2019 Annette Berger

In deutschen Großstädten hat die Polizei mit Autoposern alle Hände voll zu tun. Aber nicht immer ist Raserei das Problem. In Hamburg geht es derzeit um Protz-Karren mit Goldüberzug.

Ein Lamborghini mit goldfarbener Folie - ein solches Auto hatte jüngst auch die Hamburger Polizei am Haken. © Picture Alliance/Ray Tang/ZUM Ein Lamborghini mit goldfarbener Folie - ein solches Auto hatte jüngst auch die Hamburger Polizei am Haken.

In deutschen Großstädten hat die Polizei mit Autoposern alle Hände voll zu tun. Aber nicht immer ist Raserei das Problem. In Hamburg geht es derzeit um Protz-Karren mit Goldüberzug.

Die Polizei in Hamburg hat derzeit mit einem eher kuriosen Phänomen zu kämpfen: Gleich zwei Autos zogen die Beamten in den vergangenen Tagen aus dem Verkehr. Diesmal ging es aber nicht um rücksichtsloses Fahren oder illegale Autorennen, die in vielen Städten in Deutschland derzeit ein Thema sind. Der Mangel hier war ein anderer: Die Autos waren mit Goldfolie überklebt – und die reflektiert so stark, dass sie aus Sicht der Ordnungshüter eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellt.

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Gold scheint derzeit schwer in zu sein – erst im Januar erhitzte ein Restaurant-Besuch von Fußballer Franck Ribéry die Gemüter, bei dem der FC-Bayern-Star ein mit Blattgold überzogenes Steak für 1200 Euro verspeiste. Das Material und die Farbe gelten als absolutes Statussymbol.

Auto in Gold - das mag auch der Saudi-Prinz

Bei den Autos, die Hamburgs Polizei auf Trab halten, geht es allerdings nicht um echtes Gold, und die Masche, Autos mit goldfarbener Folie zu bekleben, ist auch nicht ganz neu. So posierte in London gern ein saudischer Prinz in seinen Karossen mit Speziallackierung, in Dubai stehen solche Autos schonmal vor Hotels rum, was dann auf Youtube bewundert werden kann, und auch in Berlin erregten goldfarbene Protz-Karren schon Aufsehen. Dass sich in Hamburg aber gleich zwei Vorfälle mit solchen Bling-Bling-Autos innerhalb kurzer Zeit ereignen, ist ungewöhnlich.

Konkret geht es um zwei Wagen – einen Lamborghini Aventador S Roadster (740 PS) und einen Porsche Panamera Turbo (540 PS).  Den Porsche zogen die Beamten vor etwas mehr als einer Woche aus dem Verkehr. Der 31-jährige Fahrer soll keinen Führerschein haben, schreibt die Lokalzeitung "Mopo", die goldfarbene Folierung bewerteten die Beamten als verkehrsgefährdend. Am vergangenen Samstag hatte dann der Fahrer des Lamborghini (Neupreis: 373.000 Euro) seinen großen Auftritt. Am Jungfernstieg – einem beliebten Treffpunkt für Autoposer – ging er der Polizei ins Netz. Diese befand, dass die Folie stark reflektierte – was andere Verkehrsteilnehmer wegen der Blendwirkung gefährde. Das Auto wurde sichergestellt, damit es sich ein Gutachter ansehen könnte. Den Presseberichten zufolge hatte der Fahrer seinen Wagen erst im März bekleben lassen. Kostenpunkt: etwa 4000 bis 5000 Euro.

Lamborghini soll neu überklebt werden

Nun aber musste die Folie wieder runter - der Fahrer bekam eine entsprechende Auflage von der Polizei und zog die glitzernde Folie dann auch tatsächlich ab, wie die "Mopo" weiter berichtet. Geschlagen gibt er sich nicht: Er wolle sein Auto neu folieren lassen, weiß das Lokalblatt – in einem Farbton, der nicht blendet.

Der Porsche-Fahrer war den Berichten zufolge weniger einsichtig – er sei einfach weitergefahren, obwohl er ein Auto nur unter der Auflage von der Polizei zurückbekommen hatte, die Goldfolie zu entfernen. Nachdem der Wagen zur Fahndung ausgeschrieben und schließlich ein paar Tage später sichergestellt wurde, kassierten die Beamten die Zulassungsbescheinigung ein und montierten die Kennzeichen ab. Der Fahrer muss sein Auto nun in eine Werkstatt schleppen lassen. Und da heißt es dann: Runter mit der Folie.

Quellen: "Mopo", "TZ"

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