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Reisende halten Sicherheitsabstand nicht ein

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 23.04.2020 RP ONLINE

 Das Foto eines Augenzeugen zeigt die Situation am Düsseldorfer Flughafen am 22. April 2020. © Patrick Dudek Das Foto eines Augenzeugen zeigt die Situation am Düsseldorfer Flughafen am 22. April 2020.

Düsseldorf. An den Schaltern von Turkish Airlines am Düsseldorfer Flughafen sind am Mittwoch viele Reisende abgeflogen – offenbar wurden dabei Sicherheitsabstände ignoriert. Die Gewerkschaft Verdi kritisiert, dass zu wenig Sicherheitspersonal im Einsatz war.

Am Düsseldorfer Flughafen hat es am Mittwoch lange Warteschlangen an den Schaltern der Fluggesellschaft Turkish Airlines gegeben. Videoaufnahmen von Augenzeugen zeigen, wie Reisende dicht gedrängt neben- und hintereinander stehen – ohne dabei den nötigen Sicherheitsabstand einzuhalten. Auf den Bildern ist auch zu sehen, dass nur ein Teil von ihnen Schutzmasken trägt.

Bei den Reisenden soll es sich vor allem um türkische Staatsbürger handeln, die wegen des Fastenmonats Ramadan in ihre Heimat fliegen. Wegen der Corona-Epidemie ist es ihnen in Deutschland untersagt, die religiösen Feiertage in einer großen Gemeinschaft zu verbringen. Die türkische Regierung hatte vor einigen Tagen angekündigt, trotz der Corona-Krise und Stopps internationaler Flüge rund 25.000 Menschen zum Ramadan heimzuholen.

Schätzungen zufolge soll es sich um insgesamt 600 Passagiere gehandelt haben, verteilt auf zwei Maschinen nach Istanbul; eine mittags, eine am Nachmittag. „Wir hatten die Situation im Terminal fortwährend im Blick und haben im Sinne des Infektionsschutzes der Reisenden umgehende Maßnahmen eingeleitet“, sagte ein Sprecher des Flughafens. „Zum einen haben wir die Fluggesellschaft und deren Handlingspartner heute Vormittag angewiesen, eine Situation am Check-in herzustellen, die den behördlichen Vorgaben entspricht. Zum anderen unterstützte unser Terminalservice vor Ort“, so der Sprecher weiter. Weiter hätte man über Lautsprecherdurchsagen die Reisenden aufgefordert, die entsprechenden Abstände einzunehmen. „Allerdings können wir dies als Flughafenbetreiber nicht anweisen beziehungsweise durchsetzen“, so der Sprecher.

Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Organisation am Flughafen. „Das ist sehr chaotisch abgelaufen. Das Sicherheitspersonal ist nicht darauf vorbereitet gewesen. Wir sorgen uns um den Schutz und die Gesundheit der Kräfte an den Fluggastkontrollen“, sagte Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. „Das Sicherheitsunternehmen hatte am Mittwoch nur 48 Kräfte im Einsatz wegen Kurzarbeit. Das ist natürlich für so einen Andrang zu wenig gewesen“, so Tarim.

Für den Flieger am Nachmittag hat der Flughafen veranlasst, dass die Check-In-Schalter tiefer ins Terminal verlegt werden, um eine räumliche Entzerrung zur Bordkartenkontrolle zu erreichen. „Außerdem haben wir verfügt, dass nur jeder dritte Schalter genutzt werden darf, um auch hier eine Entzerrung der Passagierströme herbeizuführen“, so der Sprecher.

Nach Angaben der Landespolizei befanden sich viele Familien unter den Reisenden, für die das Abstandsgebot in der bekannten Form nicht gilt. „Wir werden kurzfristig das Gespräch mit der Fluggesellschaft und deren Handlingspartner suchen und darauf drängen, dass sich eine Situation wie heute nicht wiederholen darf“, so der Sprecher des Flughafens. Alle Entwicklungen zur Corona-Krise im Liveblog. 

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