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Schicksal von vermisster Tramperin weiter offen

dpa-Logodpa 22.06.2018 dpa
Nahe der Autobahn bei Asparrena im Norden Spaniens sichern Polizisten am Fundort der Frauenleiche Spuren. © Bereitgestellt von dpa-infocom Nahe der Autobahn bei Asparrena im Norden Spaniens sichern Polizisten am Fundort der Frauenleiche Spuren.

Gut eine Woche nach dem Verschwinden der Studentin Sophia L. ist ihr Schicksal auch nach dem Fund einer Frauenleiche in Nordspanien ungewiss. Die Tote sei bislang nicht identifiziert, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Leipzig mit.

Von den spanischen Polizei- und Justizbehörden sei «ein eigenes Verfahren zur Untersuchung des Leichenfundes eröffnet, zu dem wir nicht befugt sind, Angaben zu machen», erklärten die Leipziger Ermittler.

Die Leiche, bei der es sich nach Vermutungen der spanischen Ermittler um die vermisste 28 Jahre alte Tramperin aus Leipzig handeln könnte, war am Donnerstag «in unmittelbarer Nähe» einer Autobahntankstelle der Gemeinde Asparrena in der baskischen Provinz Álava entdeckt worden.

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Der Körper habe sich bereits in einem fortgeschrittenen Zustand der Verwesung befunden, berichteten spanische Medien unter Berufung auf Ermittlerkreise. Der zuständige Untersuchungsrichter habe eine Art Nachrichtensperre zu den Ermittlungen verhängt, sagte ein Polizeisprecher im Baskenland.

Am Dienstag hatten die Behörden bekanntgegeben, dass ein Mann unter dringendem Tatverdacht eines Tötungsdelikts festgenommen worden sei. Berichten zufolge soll er aus Marokko stammen. Das bestätigen die Leipziger Ermittler weiterhin nicht. «Zu der in Spanien festgenommenen Person werden derzeit ebenfalls keine näheren Angaben gemacht. Die Staatsanwaltschaft Leipzig betreibt die Auslieferung des Verdächtigen», teilten sie mit. Bislang hätten die spanischen Behörden nicht mitgeteilt, ob der Antrag bewilligt ist.

Sophia L. war am 14. Juni verschwunden. Sie wurde zuletzt gesehen, als sie an einer Tankstelle an der Autobahn 9 nahe dem Leipziger Flughafen in einen Lastwagen gestiegen sein soll. Die Frau wollte nach Bayern trampen. Sie stammt aus Amberg in der Oberpfalz (Bayern).

Alle Ermittlungen in Spanien würden in enger Abstimmung mit den deutschen Behörden geführt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Angaben zu den bisherigen Erkenntnissen der spanischen Behörden könnten erst gemacht werden, wenn diese auf offiziellem Weg übermittelt worden seien und «somit gerichtsfest vorliegen». Wegen der vorgeschriebenen Übermittlungswege im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit könne dies mitunter einige Tage in Anspruch nehmen.

Familie und Freunde von Sophia L. sahen sich zuletzt rechten Hasskommentaren bis hin zu Morddrohungen ausgesetzt. Das sei unerträglich, erklärte der Bruder. In einem Brief an die Medien schrieb er: «Sophia würde unter keinen Umständen wollen, dass auf ihre Kosten rassistische Hetze betrieben wird, wie es teils schon geschehen ist.» Es sei unerträglich, wie das Verschwinden seiner Schwester von Rassisten instrumentalisiert werde, bevor überhaupt Klarheit herrsche, was passiert sei.

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