Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Seilbahnunglück in Italien: Mitarbeiter geben offenbar zu, Bremsen manipuliert zu haben

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 26.05.2021 Annette Langer

14 Menschen starben bei einem Seilbahnunglück in Italien. Jetzt wurden drei Männer festgenommen - sie sollen zugegeben haben, die Bremsen an der Bahn bewusst nicht aktiviert zu haben.

© MIGUEL MEDINA / AFP

Nach dem tödlichen Seilbahnunglück in Norditalien haben die drei festgenommenen Männer offenbar eingestanden, manipuliert zu haben. So berichtet es die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Sie beruft sich auf eine entsprechende Angabe eines leitenden Carabiniere aus Verbania, Alberto Cicognani. Demnach hätten die drei Männer bestätigt, dass die Bremsen an der Seilbahn bewusst nicht aktiviert worden waren.

Nach dem Gondelunglück in Norditalien mit 14 Toten waren drei Männer festgenommen worden. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter des Seilbahnbetreibers Ferrovie del Mottarone. Unter den Verdächtigen ist auch ein Manager.

Ermittler hätten festgestellt, dass ein Sicherheitsbremssystem »manipuliert« worden sei, um Verspätungen des Seilbahnbetriebs zu vermeiden, zitierte Ansa die ermittelnde Staatsanwältin Olimpia Bossi. Laut einem Bericht der »Stampa« wurden die Männer in der Nacht ins Untersuchungsgefängnis in Verbania gebracht.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag das Video einer Überwachungskamera beschlagnahmt, das den Unfall zeigt. Darauf sei zu sehen, wie sich die Gondel am Sonntag kurz vor der Bergstation am Monte Mottarone westlich des Lago Maggiore befunden habe, als plötzlich ein Seil riss und die Kabine talwärts abstürzte.


Video: Mehrere Tote bei Seilbahnunglück in Italien (Buzzbee)

Video wiedergeben

Mehrere der 15 Passagiere wurden aus der Gondel geschleudert. Diese blieb am Ende völlig zerstört an einem Baum hängen. Nur ein kleiner Junge, der seine Familie bei dem Unglück verlor, überlebte. Die Seilbahn verbindet den Ort Stresa mit dem rund 1500 Meter hohen Monte Mottarone.

Erst seit Samstag dürfen Seilbahnen in ganz Italien im Zuge von Lockerungen der Corona-Beschränkungen überhaupt wieder Ausflügler transportieren.

Mehrere Jahre stillgelegt

Die Gondel war auf dem Weg zwischen dem kleinen Ort Stresa am Westufer des beliebten Sees und dem Monte Mottarone, dessen Gipfelkreuz auf 1491 Metern liegt.

Einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge riss das Kabel der Seilbahn etwa 300 Meter vor der Bergstation, woraufhin die Gondel mit den Fahrgästen abstürzte.

Der Datenbank Lift-World.info zufolge war die Seilbahn von 2014 bis 2016 stillgelegt worden, seither aber wieder in Betrieb. Aufgrund der Coronapandemie war sie nun aber erneut über längere Zeit stillgelegt. Erst am 24. April wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von DER SPIEGEL

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon