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Wissing erwartet leicht steigende Pegelstände in deutschen Flüssen

DW-Logo DW 15.08.2022 dw.com

Nach Berechnungen des Bundesverkehrsministeriums werden sich die Wasserstände am Rhein in den nächsten vier Wochen auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Niedrigwasser am Mittelrhein bei Bingen © Ying Tang/NurPhoto/IMAGO Niedrigwasser am Mittelrhein bei Bingen

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) rechnet in den kommenden vier Wochen mit leicht steigenden Pegelständen in den ausgetrockneten deutschen Flüssen. "Trotz leichter Niederschläge wird die Niedrigwassersituation auch in den kommenden Wochen die Pegelstände prägen", sagte Wissing der "Rheinischen Post" (Montag). "Für die zweite Monatshälfte im August und die erste Septemberhälfte deutet die jüngste Sechs-Wochen-Vorhersage unserer Experten allerdings auf leichte Wasseranstiege und eine Stabilisierung der Wasserstände auf niedrigem Niveau hin", führte der FDP-Politiker aus.

"Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass wir uns langfristig aufgrund des Klimawandels immer wieder auf extreme Niedrigwasser-Situationen einstellen müssen", sagte Wissing. Es sei daher wichtig, dass Maßnahmen, "wie etwa die Engpassoptimierung am Mittelrhein", möglichst schnell umgesetzt würden.

Dabei geht es um die Vertiefung der Fahrrinne und andere bauliche Maßnahmen auf dem etwa 50 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Budenheim nordwestlich von Mainz und St. Goar im Mittelrheintal.

Auch in Köln ist der Wasserstand des Rheins aktuell sehr niedrig © Christoph Hardt/Panama Pictures/Imago images Auch in Köln ist der Wasserstand des Rheins aktuell sehr niedrig


Video: Niedrige Pegelstände am Rhein: Gütertransport gefährdet (glomex)

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Nadelöhr Mittelrheintal

Dort ist auch bei normalem Wasserstand die Fahrrinne weniger tief und enger als an anderen Teilstücken der wichtigsten Wasserstraße Deutschlands. Durch die Vertiefung der Fahrrinne und den Bau von Längs- und Querwerken soll künftig auch in Dürreperioden eine ausreichende Wassertiefe für die Schifffahrt gewährleistet werden.

Zurzeit belasten die extremen Niedrigstände im Rhein die Binnenschifffahrt und führen zu Lieferengpässen in der Industrie. Frachtschiffe auf dem Rhein können seit Wochen nicht mehr voll beladen werden. Das betrifft auch dringend benötigte Güter wie Kohle, Öl und andere Treibstoffe für Industrie und Kraftwerke.

Nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Rhein befahren den Flussabschnitt zwischen Budenheim bei Mainz und St. Goar jährlich rund 50.000 Güterschiffe, die etwa 60 Millionen Tonnen Ladung transportieren. Die Experten der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gehen davon aus, dass auf diesem Mittelrheinabschnitt die Gütermengen in den kommenden Jahren auf mehr als 75 Millionen Tonnen ansteigen.

tko/ hb (dpa, afp, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein)

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