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70 Prozent der Deutschen erwarten neuen Flüchtlingsansturm

WELT-Logo WELT 29.08.2021

Die Krise in Afghanistan wird nach Einschätzung der deutschen Bevölkerung eine neue Flüchtlingsbewegung in Richtung Europa auslösen. In einer aktuellen Umfrage plädierte fast jeder zweite Bürger dafür, die Menschen in der Region unterzubringen und finanziell zu unterstützen.

Nach dem Abzug der internationalen Truppen haben die Taliban die Macht in Afghanistan wieder übernommen – in einer Geschwindigkeit, die die ganze Welt schockiert. Wie konnte es dazu kommen? Eine Chronik. Quelle: WELT/ Nadine Mierdorf © WELT/ Nadine Mierdorf Nach dem Abzug der internationalen Truppen haben die Taliban die Macht in Afghanistan wieder übernommen – in einer Geschwindigkeit, die die ganze Welt schockiert. Wie konnte es dazu kommen? Eine Chronik. Quelle: WELT/ Nadine Mierdorf

Nach der Machtübernahme der Taliban erwartet eine Mehrheit der Deutschen, dass sehr viele Menschen aus Afghanistan fliehen werden. 70 Prozent der Bundesbürger befürchten deshalb für die EU einen weiteren Flüchtlingsansturm. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov exklusiv für WELT AM SONNTAG. 20 Prozent der Befragten teilen diese Einschätzung nicht, zehn Prozent machten keine Angaben.

WELT AM SONNTAG ließ außerdem fragen, wie mit einer möglichen Massenflucht aus Afghanistan umgegangen werden solle. 49 Prozent der Befragten raten dazu, die Flüchtlinge möglichst in den afghanischen Nachbarstaaten unterzubringen; dort sollten sie mit europäischer Hilfe finanziell unterstützt werden. 28 Prozent plädieren dafür, Afghanen in der EU aufzunehmen und dort auf die Mitgliedsstaaten zu verteilen. Zehn Prozent raten allgemein zu einem anderen Vorgehen, 13 Prozent machen keine Angaben.

Grenzübergang zwischen Pakistan unnd Afghanistan: Zehntausende sind auf der Flucht © dpa Grenzübergang zwischen Pakistan unnd Afghanistan: Zehntausende sind auf der Flucht

Eine düstere Bilanz ziehen die Deutschen mit Blick auf die 20 Jahre, in denen die Bundeswehr am Hindukusch stationiert war. 74 Prozent der Bundesbürger halten der WELT AM SONNTAG-Umfrage zufolge den Einsatz der deutschen Truppen für gescheitert, nur neun Prozent bewerten ihn als Erfolg, 17 Prozent sind ratlos oder machen keine Angaben.


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YouGov fragte ferner im Auftrag von WELT AM SONNTAG: „Welche Lehre(n) sollten Ihrer Meinung nach aus dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan gezogen werden?“

Aus einer Auswahl von acht Punkten waren mehreren Antworten zugelassen. Das Ergebnis: 30 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass sich die Bundeswehr künftig weltweit an humanitären Missionen beteiligen sollte. 13 Prozent meinen, die Truppe sollte sich in Zukunft nur noch in Europa an humanitären Missionen beteiligen.

11 Prozent sind auch für militärische Missionen der Bundeswehr weltweit. 12 Prozent sprechen sich für einen Beitrag deutscher Truppen an militärischen Einsätzen allein in Europa aus. 14 Prozent sind der Meinung, die Bundeswehr solle sich künftig ausschließlich der klassischen Landesverteidigung widmen. Acht Prozent raten zu einer anderen Lösung. 13 Prozent sind der Ansicht, man könne keine Lehre aus dem Afghanistan-Einsatz ziehen. Keine Angaben machen 17 Prozent.

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