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AfD legt nach Protesten in Chemnitz in Wählergunst zu - Wahlumfrage

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 02.09.2018
AP © AP AP

Inmitten der brisanten Vorfälle in Chemnitz gewinnt die AfD bei den deutschen Wählern an Zustimmung. Unterdessen verbucht auch die SPD ein Plus.

Die Bilder der Proteste in Chemnitz gingen um die ganze Welt. Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen in der sächsischen Stadt kam es zu teils gewalttätigen Ausschreitungen. Rechte Demonstranten, darunter zahlreiche Anhänger der Alternative für Deutschland, die gegen die Flüchtlingspolitik marschierten, trafen am Samstag auf Tausende Gegendemonstranten.

Inmitten dieser kontroversen Vorfälle, die auch weltweit für Aufsehen gesorgt haben, legte die AfD in dieser Woche in der Wählergunst zu. Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid für „Bild am Sonntag“ erhebt, gewann die Partei einen Prozentpunkt gegenüber der Vorwoche und steht bei 15 Prozent.

In Sachsen stehen 2019 Landtagswahlen an. Politik-Experten prognostizieren, dass die AfD bei den Wahlen große Gewinne verbuchen oder gar die regierenden Christdemokraten überholen könnte. Die CDU in Sachsen verliert momentan bereits an Rückhalt, während die AfD die zweitstärkste Kraft in dem Bundesland wäre.

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa verliert die CDU um Ministerpräsident Michael Kretschmer im Vergleich zur Insa-Umfrage von Anfang Juni 4 Prozentpunkte und liegt bei 28 Prozent.

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Unterdessen geben 25 Prozent der Befragten der AfD ihre Zustimmung. Ein Plus verzeichnet auch die SPD, die um einen Punkt auf 19 Prozent steigt. Die CDU/CSU bleibt wie in der Vorwoche bei 30 Prozent. Die FDP und die Linke stehen jeweils unverändert bei neun Prozent. Einen Punkt abgeben müssen die Grünen, die nun auf 14 Prozent kommen. Auf die sonstigen Parteien entfallen vier Prozent, ein Punkt weniger als noch in der Woche davor. Für den Sonntagstrend hat Emnid zwischen dem 23. und 29. August 2390 Personen befragt.

Unterdessen ist die Mehrheit der Bevölkerung überzeugt, dass der Osten Deutschlands ein größeres Problem mit Rechtsradikalismus hat als der Westen. Einer Emnid-Erhebung für die „Bild am Sonntag“ zufolge äußerten 66 Prozent der Befragten diese Auffassung, nur 21 Prozent sahen dies anders. Selbst in Ostdeutschland teilten 57 Prozent diesen Standpunkt, 39 Prozent verneinten, dass das Problem im Osten größer ist als im Westen.

Für 66 Prozent der Deutschen hat sich das Land der Umfrage zufolge seit Beginn der Flüchtlingskrise 2015 zum Negativen verändert. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, Deutschland habe sich zum Guten entwickelt. Vier von fünf Bürgern (82 Prozent) empfinden demnach das gesellschaftliche Klima als deutlich rauer im Vergleich zu den Vorjahren, 11 Prozent verneinen dies.

„Das Land hat sich ein Stück weit verändert“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) der „BamS“. „Die Toleranzgrenzen sinken, die Debatten werden hitziger. Die Ängste und Sorgen der Bevölkerung bei der Migrationsfrage haben zugenommen. Das Thema spaltet und polarisiert die Gesellschaft in unserem Land.“ Nur 27 Prozent der Bürger haben für Proteste gegen Ausländer Verständnis, 66 Prozent sind dagegen. Doch ganze 71 Prozent halten Proteste gegen Gewalttaten von Ausländern für richtig, nur 21 Prozent für falsch.

Mit Material von Reuters und dpa

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