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Als der Reporter die Corona-Toten anspricht, gerät Trump ins Straucheln

WELT-Logo WELT 04.08.2020
Donald Trump: „You can’t do that“ Quelle: REUTERS © REUTERS Donald Trump: „You can’t do that“ Quelle: REUTERS

In keinem Land der Welt gibt es so viele Corona-Infektionen und -Tote wie in den USA: Aktuellen Zahlen der Johns-Hopkins-Universität zufolge gibt es bislang mehr als 4,7 Millionen bestätigte Fälle, mehr als 155.000 Menschen starben an den Folgen von Covid-19 in den Vereinigten Staaten.

US-Präsident Donald Trump sieht sich daher immer stärker massiver Kritik ausgesetzt, was seine Corona-Politik angeht. Nun sprach er in einem Interview über sein Krisenmanagement – und geriet heftig ins Straucheln.

Das Gespräch führte Axios-Journalist Jonathan Swan. Das Interview war am 28. Juli aufgezeichnet und am 3. August auf HBO ausgestrahlt worden. Swan streicht seit Veröffentlichung des Videos auf Twitter viel Lob für seine Interviewführung ein.

Swan konfrontiert Trump mit den erneut steigenden täglichen Todeszahlen in den USA. Der Präsident kramt daraufhin Grafiken hervor und zeigt sie dem Journalisten. „Wir liegen niedriger als die Welt, niedriger als Europa – schauen Sie!“, sagt Trump. Was Swan denn auch tut – und dem Präsidenten widerspricht. „Oh, Sie betrachten die Todesfälle in Proportion zu den Fällen? Ich betrachte die Todesfälle in Proportion zur Bevölkerung – dabei stehen die USA sehr schlecht da. Viel schlechter als Südkorea, Deutschland und andere.“

Trump schaut den Journalisten nach dessen Erwiderung verdutzt an: „Sie können das nicht machen“, meint er („You can’t do that!“). Der Reporter müsse, so Trump, die Todesfälle in Proportion zur Gesamtzahl der bestätigten Infektionen betrachten.

Swan aber bleibt dabei: Man müsse die Todesfälle in Relation zur Bevölkerung betrachten. Beispielhaft nennt er Südkorea. Bei 51 Millionen Einwohnern gebe es dort 300 Tote zu beklagen. Trump hakt ein: „You don’t know that“ – „Sie wissen das nicht!“ Swan fragt perplex zurück: „Sie glauben, Südkorea fälscht seine Statistiken?“ Trump: „Darauf werde ich nicht eingehen. Wir haben sehr gute Beziehungen zu diesem Land – aber Sie wissen es nicht“, beharrt er.

Es ist das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass ein TV-Interview des US-Präsidenten breit diskutiert und der Reporter mit Lob überschüttet wird. Mitte Juli hatte Journalist Chris Wallace bei Fox News – für den konservativen Nachrichtensender ungewohnt kritisch – mit Trump gesprochen.

Bei Wallace hatte der Präsident unter anderem die Aussage getätigt, er könnte bei einer knappen Niederlage nach der Wahl im November das Weiße Haus nicht räumen.

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