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Angebliche Tumulte in Freibädern: AfD Wandsbek hetzt mit Videos gegen Migranten

Hamburger Morgenpost-Logo Hamburger Morgenpost 06.07.2019 mopo
Auch die AfD Wandsbek postete das Schwimmbad-Video. © dpa Auch die AfD Wandsbek postete das Schwimmbad-Video.

Beteiligt sich die AfD Wandsbek hier an Meinungsmache gegen Ausländer? Ein  Video aus einem Schwimmbad sorgt derzeit für heftigen Wirbel im Netz. Darin zu sehen ist ein Bademeister, der von einer Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund verfolgt wird. Doch die Bilder  wurde gezielt aus dem Kontext gerissen. 

Ein überfülltes Schwimmbad und mittendrin ein hilfloser Bademeister, der von einer großen Gruppe von Badegästen – zum Teil mit Migrationshintergrund – bedrängt wird. Der Mann kann sich augenscheinlich nicht durchsetzen, wird dann zum Ende hin auch noch von der Menschenmenge verfolgt.

Dieses 40 Sekunden lange Video teilte die AfD Wandsbek auf ihrer Facebook-Seite mit der Unterschrift: „Die letzte ,Kartoffel', die Sie in diesem Video sehen, ist übrigens der Bademeister, der versucht, den Mob aus den üblichen Verdächtigen auf die Sicherheitsregeln hinzuweisen. Er wird geschubst und geschlagen und anschließend vom Mob verfolgt.“ Ursprünglich war das Video auf einer anderen Seite gepostet worden. 

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Mit „üblichen Verdächtigen“ meint die AfD offenbar wieder einmal Ausländer beziehungsweise Flüchtlinge. 

Video entstand vor der Flüchtlingswelle und ist aus dem Kontext gerissen 

Auch der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bezirksfraktion Wandsbek, Marc Buttler, teilte das Video auf seiner Facebook-Seite und sagte dazu auf MOPO-Nachfrage: „Das ist mal wieder typisch AfD – mit Unwahrheiten Meinungsmache machen.“

Auch die private Initiative „Mimikama“, die über Fake News im Internet aufklärt, meint auf ihrer Homepage, das Video sei zum einen alt, zum anderen müsse es im Gesamtkontext gesehen werden. So soll es bereits Pfingsten 2014 im Berliner Columbiabad entstanden sein, also noch ein Jahr vor der großen Flüchtlingswelle in Deutschland. In der Anlage in Neukölln sei es außerdem in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen und Gewalt gekommen.

„Mimikama“ meint, das Video könne nicht direkt mit der Flüchtlingswelle in Verbindung gebracht werden, „da Neukölln ein Stadtteil ist, in dem mehrere Gesellschaftssysteme aufeinander prallen.“

Mit Schwimmbad-Video gegen Ausländer gehetzt

Hinzu kommt: Die AfD-Bundestagsfraktion nutzte bereits in der Vergangenheit ein anderes Video mit aufgeheizten Szenen aus überfüllten Freibädern, um auf Facebook und Twitter gezielt Stimmung gegen Menschen mit Migrationshintergrund zu machen. Es sollte offenbar Eindruck erweckt werden, Gäste mit ausländischen Wurzeln würden in deutschen Schwimmbädern vornehmlich für Gewalt sorgen. 

Dabei stammt das Video der AfD-Bundestagsfraktion aus Israel, wie das Newsportal „Watson“ zunächst berichtete. Verkauft wurde es mit entsprechenden Unterschriften aber immer als ein deutsches Schwimmbad. 

Mittlerweile hat die AfD-Bundestagsfraktion ihre Posts gelöscht. 

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