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Bundestagswahl: Umfrage-Debakel für Union: Grüne ziehen davon – Baerbock in Kanzlerfrage vor Laschet und Scholz

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 21.04.2021 Renner, Marc
Liegt mit ihrer Partei jetzt vor der Union. © dpa Liegt mit ihrer Partei jetzt vor der Union.

CDU und CSU haben in der jüngsten Forsa-Umfrage einen dramatischen Einbruch erlitten. Die Grünen hingegen legen mächtig zu – und eine Regierung ohne die Union wäre demnach möglich.

Die Unionsparteien sind für ihren Machtkampf um die Kanzlerfrage massiv von den Wählern abgestraft worden: Sie verloren in der jüngsten wöchentlichen Umfrage des Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL und ntv satte sieben Prozentpunkte an Zustimmung. Weil die Grünen zugleich fünf Punkte hinzugewannen, zogen sie deutlich an CDU und CSU vorbei auf Platz eins.

Die Union stürzte in der Trendbarometer-Umfrage im Vergleich zur vergangenen Woche geradezu dramatisch von 28 auf 21 Prozent ab, teilte Forsa am Dienstag mit. Die Grünen schossen demnach um fünf Punkte nach oben und verdrängten mit 28 Prozent die Union vom Spitzenplatz der umfragestärksten Partei.

Auch das Meinungsforschungsinstitut Insa bestätigte diesen Trend, wenn auch die Gewinne und Verluste geringer ausfielen. Die Grünen gewannen einen Prozentpunkt und kamen auf 22 Prozent. Die Union hingegen verlor einen Punkt und lag bei 27 Prozent.

Die SPD konnte laut Forsa vom Einbruch der Union nicht profitieren – im Gegenteil: Sie rutschte um zwei Punkte auf 13 Prozent. Die FDP gewann zwei und kommt auf zwölf Prozent. Somit wäre eine Regierung ohne Beteiligung der Union möglich: Die sogenannte Ampel käme demnach auf eine klare Mehrheit von 53 Prozent.

Die Linke kletterte um einen Punkt auf sieben Prozent. Lediglich bei der AfD (elf Prozent) änderte sich nichts.

Die Umfrage fand in der Woche vom 13. bis 20 April statt, also zum Teil noch bevor Annalena Baerbock und Armin Laschet als Kanzlerkandidaten von Grünen und Union ausgerufen wurden. Während das bei den Grünen sehr harmonisch und ohne öffentlichen Machtkampf geschah, hatten sich in der Union die beiden Widersacher Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) bis zur letzten Sekunde einen harten Machtkampf geliefert, der erst am Dienstagmorgen endgültig zu Gunsten des CDU-Chef entschieden wurde.

Mit 63 Prozent sind fast zwei Drittel der Bundesbürger überzeugt, dass sich die Wahlchancen der Union durch die Nominierung Armin Laschets verschlechtert haben. Nur neun Prozent glauben, dass die Werte für die Union mit Laschet besser werden.

Kanzlerfrage: Baerbock hängt Laschet und Scholz ab

Drei Viertel der Bürger (74 Prozent) glaubt auch nicht daran, dass sich die schlechten Umfragewerte für Laschet und die Union bis zum Wahltag im September deutlich verbessern werden. Nur 17 Prozent sehen das optimistischer.

Bei den Grünen zeigt sich ein anderes Bild: 35 Prozent aller Befragten sind überzeugt, dass sich durch die Nominierung von Annalena Baerbock die Chancen der Grünen für die Bundestagswahl verbessert haben. 13 Prozent der Bundesbürger sind gegenteiliger Meinung.

Befragt wurden 3.505 Personen, davon 1.502 erst am Dienstag. Die statistische Fehlertoleranz betrage plus/minus 2,5 Prozentpunkte.

Bei der Erhebung wurden die Antworten der gut 1.500 am Dienstag Befragten verglichen mit einer Befragung vom Dienstag bis Freitag der vergangenen Woche. In dem früheren Zeitraum, in dem der Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union zwischen Laschet und Söder bereits tobte, hatten sich die Werte laut RTL und Forsa nur wenig verändert.

„Die CDU/CSU hatte also, anders als vielfach vermutet, durch den Wettbewerb zwischen Laschet und Markus Söder um die Kanzlerkandidatur keine Sympathien verloren. Bis die Entscheidung darüber fiel“, hieß es zur Erklärung in der Mitteilung von Forsa und RTL. Die Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen liege derzeit bei 25 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 betrug der Anteil der Nichtwähler 23,8 Prozent.

Könnten die Bundesbürger ihre Kanzlerin oder ihren Kanzler direkt wählen, würde Baerbock Forsa zufolge derzeit mehr als doppelt so viele Stimmen bekommen wie Laschet und der SPD-Kandidat Olaf Scholz zusammen. Baerbock käme demnach auf 32 Prozent (plus sechs Punkte gegenüber der Vorwoche) – für Laschet (minus vier) und Scholz (minus zwei) würden sich jeweils 15 Prozent entscheiden.

Mit Agenturmaterial.

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