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Demonstrationen am Tag der Einheit: Über 1000 Rechtsextremisten am Hauptbahnhof versammelt

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 03.10.2018 Jörn Hasselmann
bild 3 jörn: Rechtsextreme Demonstranten vor dem Hauptbahnhof. © Foto: Jörn Hasselmann Rechtsextreme Demonstranten vor dem Hauptbahnhof.

Am Tag der Deutschen Einheit sind in Berlin zwei rechtsextremistische Demonstrationen angemeldet - Proteste dagegen. Szenekenner erwarten hohen Zulauf.

Die Demonstration der rechtsextremen Organisation "Wir für Deutschland" (WfD) am Hauptbahnhof hat begonnen. Nach Polizeiangaben haben sich bereits über 1000 Teilnehmer versammelt. Der Aufzug soll gegen 15:20 Uhr starten.

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Unter dem Motto "Tag der Nation" hat WfD seit Monaten mobilisiert und kurzfristig noch einen zweiten Aufmarsch von Mitte nach Friedrichshain bei der Polizei angemeldet. Mehrere hundert Beamte sind heute im Einsatz. Nach Polizeiangaben trafen bereits gegen 12 Uhr die ersten WfD-Anhänger am Hauptbahnhof ein.

Linke und bürgerliche Gruppen haben zu zahlreichen Gegenveranstaltungen aufgerufen. Die "Anwohnerinitiative für Zivilcourage - Gegen Rechts" hält zum Beispiel eine Kundgebung am Pappelplatz in Mitte. Autonome Gruppen dürften wieder versuchen, den rechten Aufmarsch durch Blockaden zu stören oder ganz zu stoppen. In der Vergangenheit hatte die Polizei deshalb die Route der rechten Gruppen komplett mit Gittern gesichert, um deren Demonstrationsrecht durchzusetzen und beide Lager auseinanderzuhalten.

Hooligans, Reichsbürger und Identitäre

Die Rechten wollen vom Europaplatz über Invaliden-, Acker-, Tor-, Novalis-, Tieck-, Chaussee- und Invalidenstraße zurück zum Europaplatz am Hauptbahnhof gehen. Szenekenner erwarten, dass es Teilnehmer wie bei den vergangenen "Merkel muss weg"-Demos sind. Die mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MBR) erwartet Personen aus Kameradschaften, der NPD, der Partei „Der III. Weg“, der Identitären Bewegung, Reichsbürger, Hooligans, Mitglieder der „Patriotischen Plattform“ der AfD, und "Anhänger rechter Splittergruppen und islam- sowie flüchtlingsfeindlicher Initiativen". Auch der Bundesorganisationsleiter der NPD, Sebastian Schmidtke, hat zur Teilnahme aufgerufen.

Unklar blieb bislang, ob die für den Abend geplante Demonstration vom Alexanderplatz zur Warschauer Straße tatsächlich stattfindet. Angemeldet sind 250 Teilnehmer unter dem Motto "Schwarz Rot Gold ist unsere Fahne". Möglich ist, dass diese Demo nur als Ersatz angemeldet wurde, falls die Hauptveranstaltung am Nachmittag von linken Gruppen gestoppt wird.

Möglicherweise wird ein Teil der Rechtsextremisten auch noch am Abend demonstrieren wollen, wenn nämlich die Hauptdemo ein großer Erfolg mit mehreren tausend Teilnehmern werden sollte. Die zweite Demo soll um 18 Uhr am Alexanderplatz beginnen und über die Otto-Braun-Straße, Karl-Marx-Allee und Warschauer Straße zur Warschauer Brücke führen - also durch einen linken Kiez.

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