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Deutschland: Politische Polarisierung nimmt laut neuer Studie zu

DER SPIEGEL-Logo DER SPIEGEL 21.11.2021 Marc Röhlig

Demokratie braucht Debatten mit unterschiedlicher Haltung. Doch einer neuen Studie der Adenauer-Stiftung zufolge stehen immer mehr Deutsche einander unversöhnlich gegenüber – und verorten sich selbst dabei in der »Mitte«.

© Eibner Pressefoto / Fabian Steff / imago images/Eibner

Debatten übers Impfen, der Umgang mit Schutzsuchenden oder auch die Klimakrise: In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Themen, die kontrovers diskutiert werden. Nach Erkenntnissen einer neuen Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) wird jedoch die gemeinsame Diskussion immer häufiger durch die Ausgrenzung abgelöst. Die Ablehnung von Menschen mit ganz anderen politischen Meinungen als den eigenen nimmt in Deutschland entsprechend zu.

Die Analyse stützt sich vor allem auf zwei repräsentative Umfragen in den Jahren 2019 und 2020. Während in den ersten Jahren nach der Gründung der Grünen 1980 der Gegensatz zwischen Wählern von CDU und CSU und Anhängern der neuen Öko-Partei besonders groß war, waren demnach politisch motivierte Vorbehalte zuletzt vor allem zwischen Unterstützern der AfD und Anhängern der Grünen zu finden.


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Gesamtgesellschaftlich betrachtet ist der Unterschied, was die Akzeptanz für diese beiden Gruppen angeht, groß. Während bei einer Befragung im August und September vergangenen Jahres 62 Prozent der Deutschen angaben, mit AfD-Wählern nichts zu tun haben zu wollen, sagten dies über die Wähler der Grünen nur 13 Prozent. 9 Prozent der Befragten wünschten den Angaben zufolge keinen Kontakt zu CDU-Wählern. Jeder Fünfte gab an, er wolle mit Klimaaktivisten persönlich nichts zu tun haben. Noch mehr Menschen (22 Prozent) sagten das über SUV-Fahrer.

Verortung in der Mitte

Als Beispiele für Politikfelder, in denen die Meinungen zuletzt weiter auseinandergingen als früher, nennt die Studie Zuwanderung sowie Steuern, Sozialleistungen und Klimaschutz. Etwa in der Frage des Klimaschutzes in Konkurrenz zum Wirtschaftswachstum haben sich die Anhänger verschiedener Parteien auseinander bewegt. 2013 betrug der Abstand zwischen den beiden am weitesten voneinander entfernten Parteien – damals Union und Grüne – 2,2 Punkte. Ende 2019/Anfang 2020 lag der maximale Abstand zwischen den Parteien bei 3,8 Punkten auf der Skala, nun zwischen der AfD und den Grünen.

Eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten verortet sich politisch selbst in der Mitte. Am rechten Rand sehen sich gemäß der Studie der CDU-nahen Stiftung lediglich rund sechs Prozent der Deutschen. 13 Prozent der Wahlberechtigten ordnen sich dem ganz linken Spektrum zu.

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