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Entwicklungshilfeminister: Eine Reise, zwei Pannen – Minister Müller kommt per Linienflug aus Afrika zurück

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 11.01.2019 Riedel, Donata
Der Entwicklungshilfeminister ist verärgert. © dpa Der Entwicklungshilfeminister ist verärgert.

Wegen zwei Pannen am Regierungsjet kehrt der Entwicklungshilfeminister mit einem Linienflugzeug zurück nach Deutschland – und ist darüber gar nicht begeistert.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist bei seiner aktuellen Afrika-Reise vom Pech verfolgt: Sein Regierungsflugzeug, eine Global 5000, hatte am Freitag eine zweite Panne. Müller und seine Delegation müssen nunmehr aus Sambia mit einem Linienflug nach Deutschland zurückkommen.

Ein Sprecher der Flugbereitschaft der Bundeswehr sagte auf Handelsblatt-Anfrage, die zweite Panne auf derselben Reise sei „wirklich sehr bedauerlich“. Für Müller, der auf der Reise in Malawi und Sambia deutsche Unterstützung auch auf dem Gebiet der Entwicklung von technischem Know-how anbietet, ist der Ablauf der Ereignisse äußerst peinlich.

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Der Flug nach Malawi verlief noch glatt. Doch dann konnte die Global 5000 nicht starten, weil ein Druckventil defekt war. Dies hätte zum Ausfall eines Triebwerks führen können. Nach Sambia flog Müller deshalb mit einem Dutzend Begleiter per Linie weiter. Nachdem die Crew das Ventil nicht reparieren konnte, flog ein Reparaturteam nach Malawi, tauschte das Ventil aus, checkte die Maschine durch und ließ sie nach Sambia starten, um Müller dort abzuholen.

Beim Landeanflug im sambischen Dola jedoch trat die nächste Panne auf: „Heiße Luft“ würde in die Kabine austreten, sagte der Luftbereitschafts-Sprecher. Und da Sicherheit vorgehe, könne der Minister mit seiner Delegation nun nicht mit dieser Maschine starten. Er werde nun mit einem „kommerziellen Flugzeug“ nach Deutschland zurückfliegen. Den eigentlich geplanten Besuch in Namibia hatte er da ohnehin schon gestrichen.

Die Reparaturcrew war nicht mit nach Sambia geflogen, weil alle in der eher kleinen Maschine für den Rückflug nach Deutschland keinen Platz gefunden hätten. Es gebe eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass ein neues Reparaturteam nun nach Sambia wird fliegen müssen – außer, die Crew bekommt den Defekt wider Erwarten doch noch behoben.

Wahrscheinlich, so der Sprecher der Luftbereitschaft, brauche man für den neuen Defekt ohnehin andere Reparateure. „Die Defekte hängen technisch nicht zusammen“, sagte er.

Müller hatte schon nach seiner ersten Panne gesagt, die wiederholten technischen Probleme mit den Flugzeugen der Bundesregierung schadeten dem Ansehen Deutschlands in der Welt. „Die Pannen haben eine enorm negative Symbolwirkung für das High-Tech-Land Deutschland“, sagte er in Sambia. Für den Minister mag es ein Trost sein, dass die Defekte weder ihn noch seine Mitreisenden in Gefahr brachten.

Anders war es beim Pannenflug von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum G20-Gipfel nach Buenos Aires. Beim Airbus A340 „Konrad Adenauer“ fiel die gesamte Bordkommunikation aus, den Piloten stand nur ein Satellitentelefon zur Verfügung. Sie landeten Airbus vollgetankt in Köln. Wegen des hohen Gewichts überhitzten die Bremsen. Die Feuerwehr musste sie kühlen, bevor Merkel und die Delegation aussteigen konnten.

Das Verteidigungsministerium hatte anlässlich der prominentesten Panne Ende November noch argumentiert, die Ausfallzeiten der Maschinen seien statistisch betrachtet niedrig. Damals mussten Merkel und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) nach Köln umkehren und per Linie über Madrid zum G20-Gipfel fliegen.

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