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Erdogan kündigt eigene Ermittlungen zu Utrecht an

WELT-Logo WELT 19.03.2019
Recep Tayyip Erdogan © Getty Recep Tayyip Erdogan

Der Hauptverdächtige von Utrecht ist türkischer Staatsbürger. Er soll drei Menschen getötet haben, das Motiv ist unklar. Nun hat die türkische Regierung Stellung bezogen – auch Präsident Erdogan meldet sich zu Wort.

Die türkische Regierung reagiert mit scharfen Worten auf den Angriff von Utrecht mit drei Toten. In einer in der Nacht auf Dienstag versandten Stellungnahme des Außenministeriums hieß es, die Türkei verdamme die Tat, egal, wer sie begangen habe oder welche Motivation dahinter stecke: "Angesichts dieses Angriffs stehen wir in voller Solidarität mit der niederländischen Bevölkerung und der Regierung."

Die niederländische Polizei hatte nach einer mehrstündigen Fahndung am frühen Montagabend den Hauptverdächtigen, den aus der Türkei stammenden Gökmen T. (37), festgenommen. Später am Abend inhaftierten Sicherheitskräfte zwei weitere Verdächtige.

In einem TV-Interview kündigte Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Ermittlung des türkischen Geheimdienstes MIT an. "Unsere Geheimdienste untersuchen das alles, unser Geheimdienstchef hat mir gesagt, dass gerade alle Details gesammelt werden." Es gehe dabei auch um die Frage, ob ein terroristischer Akt vorliege.

Der mutmaßliche Täter soll in der Großstadt südlich von Amsterdam am Montagmorgen in einer Straßenbahn drei Menschen erschossen haben. Fünf weitere Fahrgäste wurden verletzt, drei von ihnen schwer.

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Er schoss auf Menschen, die helfen wollten

Die Polizei hält einen Terrorakt, aber auch eine Beziehungstat für möglich. Türkische regierungsnahe Medien hatten am Montagabend unter Berufung auf Verwandte des Mannes berichtet, er haben "wegen einer Familienangelegenheit" geschossen.

Die Tat ereignete sich in einem ruhigen Wohnviertel am Stadtrand, in dem viele Migranten leben. Als andere Fahrgäste dem ersten Opfer zur Hilfe eilen wollten, habe der Täter auch auf sie geschossen. Auch vor der Tram lag eine Leiche. Der Bürgermeister hatte zunächst von drei Toten und neun Verletzten gesprochen. Die Polizei revidierte die Zahl der Verletzten am Abend auf fünf.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Festgenommene ein längeres Strafregister. Laut dem Lokalsender RTV Utrecht war er schon im Jahr 2013 in eine Schießerei verwickelt. Vor zwei Wochen habe er wegen des Vorwurfs, eine Frau 2017 vergewaltigt zu haben, vor Gericht gestanden, heißt es in niederländischen Medien.

Zeugen gaben unterschiedliche Hinweise zur Tat. Ein Augenzeuge sagte im NOS Radio, nach seinem Eindruck habe es der Täter gezielt auf eine Frau abgesehen gehabt. Offen war auch, inwieweit ein zweiter Verdächtiger an der Tat beteiligt war. Er war am Montag – kurz vor T. – wegen Verdachts auf Totschlag mit einem terroristischen Motiv festgenommen worden.

Nähere Details zum Zusammenhang hatten die Ermittler nicht bekanntgegeben. Auch zum dritten Verdächtigen gab es vorerst keine Details.

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