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„Faktenbefreit“: Luisa Neubauer kritisiert öffentlich-rechtliche Medien wegen Klimadebatten scharf

Kölner Stadt-Anzeiger-Logo Kölner Stadt-Anzeiger 25.11.2022 Peter Stroß
Luisa Neubauer, Klimaaktivistin der Fridays for Future Bewegung, zeigt sich angesichts der Ergebnisse der UN-Weltklimakonferenz und der Debatten in deutschen Talkshows schwer enttäuscht. © dpa Luisa Neubauer, Klimaaktivistin der Fridays for Future Bewegung, zeigt sich angesichts der Ergebnisse der UN-Weltklimakonferenz und der Debatten in deutschen Talkshows schwer enttäuscht.

Klimaaktivistin Luisa Neubauer verurteilte die Berichterstattung über die Klimakrise in den öffentlich-rechtlichen Medien scharf. Ihrer Einschätzung nach vernachlässige diese die Fakten und lasse die nötige Ernsthaftigkeit vermissen.

„Es ist 2022, der existenzielle Kollaps der Lebensgrundlagen ist in einzigartiger wissenschaftlicher Klarheit und Übereinstimmung beschrieben & belegt. Die Auswege auch“, beginnt Neubauer ihre Kritik auf Twitter. „Es gibt keinen Grund für faktenbefreites Klima-Kindergarten-Nachgrübeln im öffentlich-rechtlichen Fernsehen“, so Neubauer.

Luisa Neubauer kritisiert „irreführende Aussagen“ bei „Maischberger“

Verärgert zeigte sich Neubauer insbesondere ob der Debatte zur Klimakrise beim ARD-Talk „Maischberger“. Für die Aussagen von „Welt“-Chefreporterin Anna Schneider, die am Dienstag bei Sandra Maischberger zu Gast war, hat Neubauer kein Verständnis. Diese hatte dort dafür plädiert, die Klimakrise anzunehmen und sich dagegen zu rüsten, so Schneider.

„Ich denke mir: Ist es vielleicht die falsche Herangehensweise, den Klimawandel in erster Linie zu bekämpfen“, so die Chefreporterin. Man müsse schauen, ob eine „Anpassung an den Klimawandel“ nicht sinnvoller sei, so die „Welt“-Journalistin.

Neubauer teilte auf Twitter einen Ausschnitt der Aussagen und kommentierte diesen: „Nur um zu zeigen, wie Talkshows durch fehlende Einordnungen irreführender bzw. faktisch falscher Aussagen an der Klimakrise versagen, muss man doch nicht diesen Clip gequirlten Nonsense online stellen.“

Luisa Neubauer kritisiert Markus Lanz

Ihre Kritik wendet sich dabei offenbar vor allem gegen die Gastgeberin beziehungsweise die Redaktion von „Maischberger“, die es Neubauers Meinung nach versäumt hatte, die Wortmeldung Anna Schneiders ausreichend in den Kontext der Sendung zu stellen.

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer hatte bereits Anfang der Woche den medialen Umgang mit der Klimakrise bemängelt. „Die Klimarealität wird nach wie vor medial zur Disposition gestellt, und das führt zu völligen Entgleisungen wie zuletzt bei Markus Lanz“, sagte Neubauer im Podcast „Geyer & Niesmann“. 

Sie nahm damit Bezug auf eine Diskussion zwischen dem ZDF-Moderator und der Klimaaktivistin Carla Rochel aus der vergangenen Woche, bei der Lanz mit der Aussage irritiert hatte, dass sich Menschen an den Klimawandel „anpassen“ könnten.

Klimaaktivistin Neubauer bezeichnet Weltklimakonferenz als „Farce“

Die deutsche Klimaaktivistin hatte zuletzt bereits ein vernichtendes Urteil über die Ergebnisse der Weltklimakonferenz gefällt und diese als „Farce“ bezeichnet. „Die Entscheidung spielt die heutigen Opfer der Klimakrise gegen die morgigen Opfer der Klimakrise aus“, sagte Neubauer nach der Einigung auf der Konferenz am Wochenende in Scharm el Scheich.

Zwar sei der Durchbruch auf Ausgleichszahlungen für Klimaschäden „ein ganz dringender Erfolg“ für ein Mindestmaß an Gerechtigkeit. Gleichzeitig sei es zynisch, Ländern einerseits bei Schäden und Verlusten zu helfen „und auf der anderen Seite hier gemeinsam etwas zu entscheiden, was so unendlich viel mehr Schäden und Verluste verursachen wird“.

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Mit Aktivistinnen und Aktivisten aus aller Welt war die 26-Jährige nach Ägypten gereist und hatte während der zweiwöchigen Konferenz mit Demos und Aktionen auf dem UN-Gelände ehrgeizigere Beschlüsse gefordert – wurde letztlich aber enttäuscht. „Falls irgendwer gehofft hatte, dass das hier der Ort ist, wo die Klimakrise bewältigt wird, können wir verkünden, dass das nicht der Fall ist. Das ist hart“, sagte Neubauer. Neben der Politik sieht Neubauer offensichtlich auch die Debattenkultur in den öffentlich-rechtlichen Medien als Teil des Problems, wie ihr Twitter-Angriff nun deutlich macht.

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