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Internetgiganten und Staaten sagen Online-Terror den Kampf an

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 15.05.2019 RP ONLINE

Paris . Im Kampf gegen Terrorvideos im Netz haben Internetgiganten wie Amazon, Facebook oder Google und 17 Staaten ein internationales Bündnis geschmiedet. Facebook will die Regeln für das Livestreaming verschärfen.

 Emmanuel Macron (M), Präsident von Frankreich, empfängt Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, vor dem Elysee-Palast zum «Christchurch-Gipfel». © Francois Mori Emmanuel Macron (M), Präsident von Frankreich, empfängt Jacinda Ardern, Premierministerin von Neuseeland, vor dem Elysee-Palast zum «Christchurch-Gipfel».

Der Facebook-Livestream des Terroranschlags von Christchurch bringt die neuseeländische Ministerpräsidentin an einen Tisch mit Frankreichs Staatspräsident. Jacinda Ardern und Emmanuel Macron kamen am Mittwoch in Paris mit anderen Staatenlenkern und Unternehmen wie Facebook, Twitter, Google und Microsoft zusammen. Sie sollten darüber beraten, wie das Verbreiten von Videos verhindert werden kann, die Gewalt oder Hass zeigen. Anlass des „Christchurch-Gipfels“ ist der Anschlag auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Mitte März, der live auf Facebook verbreitet worden war.

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Vor Beginn des Treffens gab das soziale Netzwerk bekannt, seine Regeln für die Livestreaming-Funktion zu verschärfen. Danach soll jedwede Handlung von Nutzern, die gegen die Richtlinien von Facebook verstößt, zur sofortigen vorläufigen Sperre der Nutzer führen. Schwerwiegendste Verstöße sollen in einer dauerhaften Sperre münden. Als Beispiel für einen Regelverstoß gilt etwa, die Mitteilung einer Terrorgruppe ohne Kontext zu teilen.

Vor Beginn des Treffens lobte Ardern Facebooks Versprechen, manche Nutzer von Facebook Live zu sperren und 7,5 Millionen Dollar in Forschung zu investieren, um einen Schritt vor solchen Usern zu bleiben, die versuchen, Gewaltvideos zu verschleiern. „Es gibt noch einiges an Arbeit, aber ich bin froh, dass Facebook heute zusätzliche Schritte unternommen hat“, sagte Ardern. „Ich freue mich auf eine langfristige Zusammenarbeit, um die sozialen Medien sicherer zu machen.“

Mit Blick auf die 7,5 Millionen Dollar erklärte Facebook, das Geld solle in neue Technologien zur Bild- und Videoanalyse gesteckt werden, um technisch manipulierte Inhalte aufzuspüren, die über diese Manipulation das automatische System des Netzwerks umgehen können. Dieses Problem hatte Facebook bei dem Anschlag in Christchurch gehabt.

In der Vergangenheit nahm das Unternehmen kritische Inhalte lediglich vom Netz, sofern sie von anderen Nutzern gemeldet wurden. Die Verschärfungen sollen nach und nach auch auf anderen Ebenen von Facebook greifen, beginnend damit, dass User am Erstellen von Facebook-Werbeanzeigen gehindert werden sollen.

Ministerpräsidentin Ardern zufolge ist das Treffen in Paris lediglich der „Startpunkt“ für Veränderungen von Richtlinien für Regierungen und Internetkonzerne. Neben Gastgeber Macron sind auch die Staatenlenker von Großbritannien, Kanada, Irland, Senegal, Indonesien, Jordanien sowie Vertreter der Europäischen Union anwesend.

Befürwortern der Redefreiheit und Kritikern aus der Technologiebranche hielt Ardern entgegen, es gehe bei dem Ansatz nicht darum, die Geschäftsgeheimnisse der Firmen offenzulegen. „Aber wir müssen wissen, welche Auswirkungen ihre Algorithmen auf unsere Gesellschaften haben könnten.“ Es sei wichtig, die „codierte Sprache“ der Extremisten anzugehen, mit der diese das Aufspüren ihrer Inhalte vermieden.

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