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Iran-Konflikt: Iran stoppt britischen Öltanker im Persischen Golf

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 19.07.2019 , , ap , Reuters
Ein britischer Öltanker wurde von den iranischen Revolutionsgarden gestoppt. © dpa Ein britischer Öltanker wurde von den iranischen Revolutionsgarden gestoppt.

Die iranischen Revolutionsgarden vermelden die Festsetzung eines britischen Öltankers in der Straße von Hormus. Der Tanker habe internationale Vorschriften missachtet.

Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben nach eigenen Angaben einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker in der Straße von Hormus gestoppt. Der Tanker habe internationale Vorschriften nicht beachtet, hieß es auf dem Internetportal der Revolutionsgarden.

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Der Ölpreis stieg in Folge der Nachricht sprunghaft an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich binnen einer halben Stunde um 70 Cent auf 62,73 Dollar. Zuletzt sank der Preis wieder etwas ab.

Bei dem Schiff handelt es sich nach Angaben der Revolutionsgarden um die unter britischer Flagge fahrende „Stena Impero“. Das Schiff gehört der schwedischen Firma „Stena Bulk“. Das Unternehmen bestätigte den Zwischenfall und teilte mit, dass sich mehrere unbekannte kleinere Boote und ein Hubschrauber der „Stena Impero“ genähert hatten, als sich das Schiff in internationalen Gewässern befunden habe.

Das Unternehmen habe derzeit keinen Kontakt zur Besatzung des Schiffes. An Bord befinden sich nach Unternehmensangaben 23 Crew-Mitglieder. Es gebe keine Nachrichten über Verletzte. Man stehe in engem Kontakt zu den britischen Behörden.

Das Schiff fahre inzwischen nach Norden in Richtung Iran.

Wie Daten der Internetseite Marine Traffic zeigen, verließ die „Stena Impero“ gegen 17.30 Uhr MESZ ihren Kurs, als sie die Straße von Hormus passiert hatte. Das Schiff war vom Hafen Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus auf dem Weg in Richtung Al-Dschubail in Saudi-Arabien. Zuletzt zeigten die Daten, dass sich das Schiff in Richtung der iranischen Insel Keschm befand.

Im Persischen Golf nahmen zuletzt die Spannungen deutlich zu. In den vergangenen Wochen hatte es mehrere Sabotageakte an Öltankern gegeben. Die USA werfen dem Iran vor, hinter den Zwischenfällen zu stecken.

Unter dem Vorwurf illegaler Öllieferungen an Syrien liegt seit Anfang des Monats in Gibraltar ein Supertanker an der Kette. Die Öllieferung aus dem Iran soll gegen EU-Sanktionen gegen Syrien verstoßen.

Der Iran protestierte gegen die Beschlagnahme, bestellte mehrmals den britischen Botschafter ein und forderte, das Schiff sofort weiterfahren zu lassen. Am Dienstag drohte der oberste iranische Führer London mit Konsequenzen.

Der Supertanker wird mindestens bis Mitte August nicht wieder auslaufen dürfen. Der Oberste Gerichtshof des britischen Überseegebiets am Südzipfel Spaniens ordnete am Freitag eine Verlängerung der Festsetzung um weitere 30 Tage bis zum 20. August an, wie die Regierung von Gibraltar mitteilte. Außerdem sei für den 15. August eine neue Anhörung anberaumt worden.

Vor der Festsetzung des britischen Tankers hatten die Revolutionsgarden Videoaufnahmen einer ihrer Drohnen veröffentlicht, die belegen sollen, dass das US-Kriegsschiff USS Boxer am Donnerstag keine ihrer Drohnen zerstörte. Die Bilder stammten den Angaben zufolge vom Donnerstag und wurden am Freitag auf der Webseite der Elitetruppe und vom iranischen Staatsfernsehen gezeigt.

US-Präsident Donald Trump blieb bei seiner Darstellung, die USS Boxer habe eine iranische Drohne zerstört. „Kein Zweifel darüber. Wir haben sie abgeschossen“, sagte er am Freitag im Weißen Haus. Die iranische Drohne sei dem US-Kriegsschiff bis auf weniger als 1000 Meter gefährlich nahe gekommen, deswegen sei sie ausgeschaltet worden.

Die Revolutionsgarde erklärte, die Drohne habe ein drei Stunden langes Video von der Boxer und fünf weiteren Schiffen aufgenommen, als diese am Donnerstag in die Straße von Hormus eingefahren seien. Der stellvertretende iranische Außenminister Abbas Araghchi twitterte: „Wir haben keine Drohne in der Straße von Hormus oder sonst wo verloren.“

Der von Trump berichtete Zwischenfall reiht sich in eine Reihe von Vorfällen ein, die die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus beunruhigen. Im vergangenen Monat schoss der Iran eine amerikanische Aufklärungsdrohne ab, Trump stoppte eine bereits angelaufene militärische Vergeltungsaktion in letzter Minute.

Mehr: US-Präsident Trump behauptet, die US-Marine habe eine iranische Drohne abgeschossen. Doch der Iran widerspricht. Der Iran und die USA spielen mit dem Feuer.

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