Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Kanzleramt: Ein Muslim als CDU-Kanzler? Unionsfraktionschef Brinkhaus kann sich das vorstellen

Handelsblatt-Logo Handelsblatt 06.03.2019 Rothenberg, Christian
Der Gütersloher ist seit September 2018 Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag. © dpa Der Gütersloher ist seit September 2018 Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag.

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer gilt als mögliche nächste Kanzlerkandidatin. Mittelfristig traut Fraktionschef Brinkhaus auch einem Muslim zu, für die Christdemokraten anzutreten.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus kann sich im Jahr 2030 einen Muslim als CDU-Kanzler vorstellen. Das erklärte der 50-Jährige im Interview mit der evangelischen Nachrichtenagentur Idea.

„Warum denn nicht?“, sagte Brinkhaus. Er nannte jedoch zwei Voraussetzungen. Die Person müsse ein guter Politiker sein und „unsere Werte und politischen Ansichten“ vertreten. „Für mich ist nicht entscheidend, welcher Religion ein Mensch angehört, sondern welche Werte er hat“, so Brinkhaus. Die CDU sei keine Religionsgemeinschaft, das unterscheide sie von der katholischen Kirche.

Brinkhaus sagte weiter: „In manchen Regionen gehört nur noch ein Bruchteil der Bevölkerung einer Kirche an.“ Deshalb seien Muslime, die die Werte des Grundgesetzes wie die Würde des Menschen, Eigenverantwortung und Solidarität teilen, „herzlich eingeladen in der CDU mitzumachen“.

Das interessiert MSN-Leser heute auch:

Politiscer Aschermittwoch: Das waren Markus Söders Kernthemen

Europawahlen: Barley für Zusammenhalt statt nationaler Egoismen

Die SPD-Politikerin und Staatssekretärin Sawsan Chebli lobte die Äußerungen von Brinkhaus. "Brauchen mehr Mut, solche Dinge auszusprechen. Keine Angst vor den Hatern. Danke dafür", twitterte sie. Mehrere Politiker der AfD reagierten empört.

Bereits im Dezember hatte Brinkhaus einen ähnlichen Vorstoß unternommen und die Offenheit seiner Partei gegenüber muslimischen Mitgliedern signalisiert. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärte er damals, dass man kein Christ sein müsse, um in der Partei aktiv zu sein. Auch Menschen anderen Glaubens oder Atheisten seien herzlich willkommen. „Dies müssen wir stärker nach außen zeigen“, sagte Brinkhaus.

In Deutschland lebten mittlerweile sehr viele Menschen, die ihre Wurzeln in anderen Ländern haben. Als letzte Volkspartei müsse die CDU für diese Menschen offen sein.

Die Nachfolge von Kanzlerin Angela Merkel hält Brinkhaus bereits für ausgemacht. Er rechne damit, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer die nächste Kandidatin der Union werde. „Spätestens auf dem Parteitag im Herbst 2020 werden wir dann festlegen, wer unser Kanzlerkandidat oder unsere Kanzlerkandidatin wird. So wie es heute aussieht, wird das dann als Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sein“, sagte er der „Neuen Westfälischen“.

Er verteidigte Kramp-Karrenbauer zuletzt auch gegen Kritik an ihren Witzen über Intersexualität auf einer Karnevalsveranstaltung. „Es ist Karneval“, sagte er. „Da muss man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.“

Brinkhaus war im September 2018 überraschend zum Unionsfraktionschef und zum Nachfolger von Volker Kauder gewählt worden.

Mehr auf MSN

NÄCHSTES
NÄCHSTES

| Anzeige
| Anzeige

Mehr von Handelsblatt

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon