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Katars Energieminister wirft Habeck und Faeser Respektlosigkeit vor

WELT-Logo WELT 30.11.2022
Laut Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi ist mit Deutschland ein Abkommen über Flüssiggaslieferungen nach Deutschland geschlossen worden. Die Lieferung soll 2026 beginnen. Quelle: WELT © WELT Laut Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi ist mit Deutschland ein Abkommen über Flüssiggaslieferungen nach Deutschland geschlossen worden. Die Lieferung soll 2026 beginnen. Quelle: WELT

Kurz nach Bekanntgabe des Gasdeals mit Deutschland hat Katars Energieminister Saad Scharida al-Kaabi Äußerungen des deutschen Wirtschaftsministers Robert Habeck kritisiert. Zu der Aussage Habecks, die WM-Austragung in Katar sei nur „durch Korruption“ zu erklären, sagte er „Bild“: „Wenn man jemanden der Korruption beschuldigt, muss man Beweise vorzeigen. Man ist juristisch haftbar, wenn man sagt, dass jemand korrupt ist.“ Habeck solle „mehr Respekt vor Katar und der katarischen Bevölkerung haben“.

Ähnlich fragwürdig fand al-Kaabi auch Nancy Faesers Auftritt mit der „One Love“-Binde. „Wenn ich als Regierungsvertreter ein anderes Land besuche und weiß, dass das Land von einer speziellen Geste angegriffen ist, dann würde ich das respektieren“. Er hätte sich nicht wie Faeser aufgeführt.

Auf die Frage, ob der Habeck in Katar bei seinem Treffen im Sommer auch die Menschenrechte angesprochen hat, antwortete Al-Kaabi: „Als er hier in Katar war, war das einzige, worüber er gesprochen hat, ob wir mehr Gas liefern können.“ Auf Anfrage der „Bild“ widersprach eine Habeck-Sprecherin jedoch diesen Aussagen. Minister Habeck habe in Katar „auch die Frage von Menschenrechten und gesellschaftlichen Werten thematisiert“, sagte sie.

Kritik an der Diskriminierung von Homosexuellen in Katar wies der Energieminister von sich. „Als Muslime glauben wir daran, dass LGBTQ nicht akzeptabel ist in unserer Religion.“ Das islamische Gesetz akzeptiere dies nicht. „Der Westen sagt, dass wir als Kataris uns verändern müssen. Dass wir unsere Religion, unseren Glauben ändern müssen und das tun, was sie für richtig halten: LGBTQ komplett akzeptieren. Wo ist mein Menschenrecht, das zu wählen, was ich für meine Religion, mein Land, meine Kinder und meine Familie will?“ Der Westen wolle Katar „diktieren, was er will“. In Katar werde sich nichts ändern.

Über den Islam sagte Al-Kaabi: „Es gibt eine Milliarde Muslime auf der ganzen Welt“, so der Energieminister. Man könne eine Milliarde Menschen nicht ändern: „Wir sind stolz auf unsere Religion.“

Katar habe „seit Jahren versucht, Gas nach Deutschland zu bringen“, sagte er. Wegen des „Grünen-Drucks“ habe Deutschland in den vergangenen Jahren „kein LNG und kein Gas“ gewollt. Nun habe Bundesregierung wegen des Ukraine-Kriegs „eine 180-Grad-Wende hingelegt“.

Katar will von 2026 an Flüssigerdgas (LNG) nach Deutschland liefern. Die geplante Menge könnte etwa drei Prozent des deutschen Jahresbedarfs decken. Der Energieriese Qatar Energy unterzeichnete dazu am Dienstag zwei Abkommen mit dem US-Unternehmen Conoco Phillips, das das Gas nach Brunsbüttel liefern soll. Dort wird ein Flüssiggasterminal gebaut. Deutschland will mit LNG aus aller Welt ausbleibendes Erdgas aus Russland ersetzen. Die Lieferungen aus Katar sollen bis zu zwei Millionen Tonnen im Jahr umfassen und über mindestens 15 Jahre gehen.

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