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KZ-Gedenkstätte wirft AfD-Politiker Bagatellisierung vor

WELT-Logo WELT 08.08.2018

Der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner besucht das ehemalige KZ Buchenwald. Das Treffen mit der Stiftung der Gedenkstätte endet im Dissens: Diese wirft ihm eine Bagatellisierung völkischer und antisemitischer Äußerungen aus seiner Partei vor.

Nach dem Besuch des AfD-Politikers Stephan Brandner in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald haben sich beide Seiten unzufrieden über das gemeinsame Gespräch gezeigt. Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora warf dem Bundestagsabgeordneten vor, geschichtsrevisionistische Aussagen seiner Partei zu bestreiten.

Brandner habe völkische und antisemitische Äußerungen als kurzzeitige Entgleisungen weniger Einzelner bagatellisiert, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. "Auf dieser Grundlage konnte es zu keinem inhaltlichen Sachgespräch zur Arbeit der Stiftung kommen."

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Brandner sagte, er sei enttäuscht von dem Gespräch. "Ich wollte erfahren, wie die Stiftung arbeitet, die ja Steuermittel bekommt." Er habe die Stiftungsleitung auch gefragt, warum sie gegen die AfD agitiere und inwieweit sie sich von links abgrenze.

Stephan Brandner ist Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages © dpa/Bernd von Jutrczenka Stephan Brandner ist Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages

Die Gedenkstätte hatte auf Bitte Brandners einem Gespräch zugestimmt, um ihn unter anderem zu "antidemokratischen Positionen in seiner Partei und seiner eigenen Haltung dazu zu befragen", hieß es. Vor eineinhalb Jahren hatte die Stiftung dem Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke den Besuch einer Gedenkveranstaltung in dem ehemaligen KZ verweigert.

Höcke hatte zuvor in einer Rede in Dresden unter anderem mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."

Im Konzentrationslager Buchenwald starben während des Nationalsozialismus mehr als 56.000 Menschen – wenige Kilometer von Weimar entfernt. In Tötungsanlagen wurden mehr als 8000 sowjetische Kriegsgefangene erschossen.

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