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Lange Mängelliste zum BER: "Flughafen-Chef ist ein notorischer Lügner"

Tagesspiegel-Logo Tagesspiegel 12.04.2019 Ulrich Zawatka-Gerlach

Sebastian Czaja bei einem Tagesspiegel-Event im Jahr 2016 © Foto: Doris Spiekermann-Klaas Sebastian Czaja bei einem Tagesspiegel-Event im Jahr 2016

Der TÜV hält den BER-Terminplan für stark gefährdet. FDP-Politiker Czaja greift den BER-Chef scharf an. Die CDU spricht von einem "schwarzen Tag".

Es ist der Tag nach den neuen BER-Schreckensmeldungen. Angesichts der jüngsten Entwicklungen, die an der Eröffnung des Flughafens BER im Oktober 2020 zweifeln lassen, soll der Auftrag des parlamentarischen Untersuchungsausschusses zum Hauptstadt-Airport erweitert werden.

CDU und FDP, von denen die Initiative ausgeht, erhoffen sich davon, auch die aktuellen Probleme bei der Fertigstellung von BER erforschen zu können. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja nannte den Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup „einen notorischen Lügner“. Es käme immer nur so viel ans Tageslicht „wie wir im Ausschuss Fragen stellen“.

Der TÜV-Bericht, den der Tagesspiegel veröffentlichte und der die pünktliche Eröffnung von BER massiv infrage stellt, ist aus Sicht Czajas „ein klares Signal, dass im nächsten Jahr nicht eröffnet wird“.

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Auch der CDU-Abgeordnete Christian Gräff sprach von einem „schwarzen Tag für den Luftverkehrs-Standort Deutschland“. Es stehe ernsthaft die Frage im Raum, ob BER nicht „eine Investitionsruine wird“. Er sei sehr skeptisch, so Gräff, dass der Standort Berlin-Schönefeld noch zu retten sei.

Die Erweiterung des Untersuchungsauftrages könnte, wenn es nach CDU und FDP geht, am 9. Mai vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden. In jedem Fall muss der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Ex-Aufsichtsratsvorsitzende am 7. Juni vor dem Ausschuss aussagen. Müller stehe „in der Kontinuität der Verantwortung, die er und andere sozialdemokratische Politiker für den BER tragen“, so Czaja. Zumal er sich in seiner Zeit als Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft „massiv in das operative Geschäft eingemischt hat“.

Der SPD-Flughafenexperte Jörg Stroedter sagte dem Tagesspiegel, dass er keine Einwände gegen eine zügige Erweiterung des Untersuchungsauftrages habe. Dies sei auch ein Minderheitsrecht der Opposition und natürlich sei es so, „dass der Flughafenbau massiv unter Druck steht“. Am 5. Juni sind Vertreter von Bosch, der Kabelfirma ROM und des TÜV im Beteiligungsausschuss des Landesparlaments eingeladen. Der TÜV habe, so der Ausschussvorsitzende Stroedter, eine Aussagegenehmigung der Flughafengesellschaft für die Sitzung erhalten.

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- TÜV hält BER-Terminplan für stark gefährdet: Ein internes Dokument offenbart ein bislang unbekanntes Mängelausmaß am BER. Es ist ein hoher personeller Aufwand und eine Vielzahl von Rückbauten notwendig. Hier die Tagesspiegel-Recherchen von Flughafen-Experte Thorsten Metzner.

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