Sie verwenden eine veraltete Browserversion. Bitte verwenden Sie eine unterstütze Versiondamit Sie MSN optimal nutzen können.

Laschet nimmt Gütersloher Bürger vor Sippenhaft in Schutz

RP ONLINE-Logo RP ONLINE 23.06.2020 RP ONLINE

Düsseldorf. Die Verwaltungen von Urlaubsorten sorgen sich vor eingeschleppten Corona-Viren. Ob Reisebeschränkungen für Menschen aus Corona-Hotspots helfen? Söder verteidigt ein Urlaubsverbot. Laschet hält dagegen.

 Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Lasche mit Mund-Nasenschutzmaske bei einer Pressekonferenz in Gütersloh. © David Inderlied Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Lasche mit Mund-Nasenschutzmaske bei einer Pressekonferenz in Gütersloh.

Vor Beginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen hat Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) davor gewarnt, Urlauber aus dem Kreis Gütersloh zu benachteiligen. „Die Botschaft an alle, die jetzt auf Gütersloh schauen: Es sind außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie so gut wie keine Fälle bisher bekannt“, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in den ARD „tagesthemen“ mit Blick auf andere Bundesländer. „Ich warne nur davor, jetzt die Bewohner dieses Kreises zu stigmatisieren.“

Am Dienstag zeichnete sich ab, dass der Ausbruch in Nordrhein-Westfalen Auswirkungen auf die Urlaubsplanung vieler Menschen haben dürfte. Auf Usedom wurden am Montag 14 Menschen aus Corona-Hotspots aufgefordert, vorzeitig abzureisen. Auch in Bayern und Schleswig-Holstein gelten künftig Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots. Zumindest in Bayern ist eine Einreise mit einem negativen Testergebnis laut Laschet weiter möglich. „Wir tun alles, dass sie dieses Attest bekommen.“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sieht in den Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten im Freistaat eine unbedingt notwendige Sicherheitsmaßnahme. Es gehe um die Sicherheit für alle Beteiligten - für die Menschen in Bayern, die Urlauber von überall her und auch für die Menschen aus den betroffenen Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, sagte Söder am Dienstagabend in der ARD und im Bayerischen Fernsehen. „Wir möchten nicht, dass der Urlaub in Bayern für viele Leute unsicher wird.“ Die Maßnahmen hatte der Gütersloher Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) am Dienstagabend kritisiert.

In Bayern dürfen Beherbergungsbetriebe künftig keine Menschen mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Ausnahmen soll es nur für Menschen geben, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen könnten. Das hatte das Kabinett am Dienstag beschlossen. Im Kreis Gütersloh in NRW war nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Tönnies-Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück die sogenannte 7-Tages-Inzidenz auf einen Wert von weit über 200 gestiegen.

Direkte Kritik am Corona-Krisenmanagement der NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übte Söder nicht. Auf die Frage, ob die strikten Beschränkungen für die beiden betroffenen Landkreise zu spät verhängt worden sei, sagte er: „Das kann ich von hier aus nicht beurteilen. Ich glaube, dass die Entscheidung jetzt aber richtig ist.“ Er müsse Laschet keinen Rat geben, dieser wisse genau, was er zu tun habe. Söder sagte lediglich, man habe sich schon ein „bisschen gewundert“, warum die Menschen in den Corona-Hotspots nicht von Anfang an für eine Woche oder zehn Tage unter sich bleiben mussten.

Nachdem Hunderte Beschäftigte in einer Schlachtfabrik in Rheda-Wiedenbrück (Kreis Gütersloh) positiv auf das Coronavirus getestet wurden, haben die Behörden am Dienstag den Alltag in der Region erheblich eingeschränkt. Betroffen sind mehr als 640.000 Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf.

Mehr von RP ONLINE

Diese Maßnahmen gelten jetzt im Kreis Gütersloh

Menschen stehen Schlange für den Corona-Test

Lockdown wird auch für Gütersloher Nachbarkreis Warendorf verhängt

| Anzeige
| Anzeige

RP ONLINE

| Anzeige
image beaconimage beaconimage beacon