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Lauterbach fordert Kontrollen in Privatwohnungen

WELT-Logo WELT 28.10.2020

SPD-Politiker Karl Lauterbach schlägt vor, Kontaktbeschränkungen auch in privaten Räumen zu kontrollieren. Die Unverletzbarkeit der Wohnung dürfe der öffentlichen Gesundheit nicht länger im Wege stehen, eine „nationale Notlage“ läge vor.

Karl Lauterbach (SPD). Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild © dpa-infocom GmbH Karl Lauterbach (SPD). Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach will angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen Treffen in privaten Räumen, etwa der eigenen Wohnung, kontrollieren lassen. „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“, sagte Lauterbach der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

„Wenn private Feiern in Wohnungen und Häusern die öffentliche Gesundheit und damit die Sicherheit gefährden, müssen die Behörden einschreiten können.“ Lauterbach griff in dem Zusammenhang NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) an, der sich dagegen ausgesprochen hatte. „Laschet irrt, wenn er solche Superspreading-Events weiterhin tolerieren will“, sagte Lauterbach.

Lauterbach fordert einen Wellenbrecher-Shutdown, um die Ausbreitung des Coronavirus zu durchbrechen. Nach seiner Einschätzung erfüllt der Entwurf der Beschlussvorlage für die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch diese Ansprüche. „Das Konzept, mit dem Merkel in die Verhandlung geht, würde die Funktion eines Wellenbrecher-Shutdowns voll erfüllen“, schrieb Lauterbach auf Twitter. „Ein Brechen des exponentiellen Wachstums wäre fast sicher.“

Der Mediziner erläuterte, warum in einem Wellenbrecher- oder Teil-Lockdown auch Restaurants und Bars geschlossen werden sollten, wie es die Bundesregierung anstrebt.

„Wenn die Gastronomie herausgenommen wird, klappt das Konzept nicht“, so Lauterbach. In der Gastronomie fänden die meisten Kontakte außerhalb der Familie statt, verschiedene Altersgruppen träfen aufeinander. Zudem sei eine Übertragung von Aerosolen in Innenräumen nicht zu vermeiden.

Deutschland steht aufgrund der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen vor einem teilweisen Lockdown. Mit am schwersten träfe das erneut die Gastronomie. Das sagen Gastronomen und Gäste in Köln. Quelle: WELT © WELT Deutschland steht aufgrund der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen vor einem teilweisen Lockdown. Mit am schwersten träfe das erneut die Gastronomie. Das sagen Gastronomen und Gäste in Köln. Quelle: WELT

Ansteckungen in der Gastronomie sind laut RKI nicht belegt

Zwar weise das Robert Koch-Institut (RKI) darauf hin, dass Ansteckungen in der Gastronomie nicht belegt seien, so Lauterbach. Allerdings sei die Datenlage aus der Nachverfolgung dazu unvollständig. Im Situationsbericht vom Dienstag weist das RKI die Hauptinfektionsquellen aus. Mit Abstand am häufigsten steckten sich nachweislich Infizierte im eigenen Haushalt an. Es folgen Ansteckungen in Alten- und Pflegeheimen sowie am Arbeitsplatz. Die Gastronomie spielt nur eine untergeordnete Rolle bei der Verbreitung des Virus. Tatsächlich ist die Ansteckung in dreiviertel aller Fälle allerdings nicht bekannt.

Für Lauterbach ist das ein Grund, für das Gastgewerbe keine Ausnahmen in einem Teil-Lockdown zuzulassen. „Das Personal in der Küche, die Anreise zum Lokal, das Essen im Lokal. Das Treffen von Kontakten außerhalb (der) Familie. All dies ist zu viel, will man in nur wenigen Wochen einen Wellenbrecher-Shutdown erfolgreich machen“, schreibt Lauterbach. Wenn man die Schulen offen halten wollte, müsse man die Gastronomie schließen.

Die Ministerpräsidenten der Länder schalten sich am Mittag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Videokonferenz zusammen, um über weitere Beschränkungen in der Corona-Pandemie zu beraten.

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