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London will an Corona-Lockerungen trotz indischer Variante festhalten

dw.com-Logo dw.com 16.05.2021 dw.com

Noch lässt sich die britische Regierung von der stark ansteckenden Coronavirus-Variante B.1.617.2 nicht beirren. Da aber selbst ein Stadtteil Londons betroffen ist, wird sie auf der Hut bleiben.

Gesundheitsminister Matt Hancock: © Reuters/Handout Gesundheitsminister Matt Hancock:

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat die Öffnungspläne der Regierung in London trotz lokaler Ausbrüche der indischen Coronavirus-Variante im Land verteidigt. Sollte sich die höhere Übertragbarkeit der Mutante als gering herausstellen, werde es so gut wie keine Auswirkungen auf den Lockerungsfahrplan geben, sagte Hancock dem Nachrichtensender Sky News. "Wir wissen es einfach nicht, deswegen ist es angemessen, den Fahrplan weiter zu verfolgen, aber die Menschen müssen wachsam und vorsichtig sein", sagte der konservative Politiker weiter.

Von Montag an sollen im größten britischen Landesteil England wieder Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten möglich sein. Auch die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder Gäste empfangen - und das, obwohl lokal begrenzt ein starker Anstieg an Infektionen durch die indische Virus-Variante B.1.617.2 verzeichnet wurde.

Berlin machte Königreich zum Risikogebiet

Die Bundesregierung hatte das Vereinigte Königreich deswegen am Freitag wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Insgesamt hat Großbritannien aber derzeit mit einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von rund 24 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche vergleichsweise nur wenige Fälle.

Die indische Variante ist nach Ansicht britischer Experten womöglich um bis zu 50 Prozent ansteckender als die bislang in dem Land vorherrschende Virus-Variante B.1.1.7. Sollte sich das bewahrheiten, könnte der Fahrplan für weitere Öffnungsschritte ins Stocken geraten, warnte Premierminister Boris Johnson am Freitag. Eigentlich wollte Johnson am 21. Juni alle Corona-Maßnahmen in dem Land aufheben. Ob das nun tatsächlich geschehen soll, will die Regierung am 14. Juni entscheiden.

Corona-gemäßes Kundenaufkommen in der Markthalle der nordwestenglischen Stadt Bolton © Adam Vaughan/Zumapress/picture alliance Corona-gemäßes Kundenaufkommen in der Markthalle der nordwestenglischen Stadt Bolton

In besonders stark betroffenen Gebieten wie dem nordwestenglischen Bolton und dem Londoner Bezirk Hackney sollen Massentests helfen, die Ausbreitung einzudämmen. Zudem soll der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung für über 50-Jährige landesweit von zwölf auf acht Wochen verkürzt werden.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 83,1

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 8500 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.656 gelegen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen allerdings meist niedriger. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt laut RKI bundesweit nun bei 83,1 (Samstag: 87,3; Vorwoche: 118,6). Damit bleibt die Sieben-Tage-Inzidenz den dritten Tag in Folge unter hundert. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 71 neue Todesfälle verzeichnet, vor einer Woche waren es 127 gewesen.

sti/as (afp, dpa)

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