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Maskenaffäre: Andrea Tandler überraschend in Untersuchungshaft

SZ.de-Logo SZ.de vor 3 Tagen Von Klaus Ott
Andrea Tandler bei einer Sitzung des Masken-Untersuchungsausschusses im Bayerischen Landtag. © Peter Kneffel/dpa Andrea Tandler bei einer Sitzung des Masken-Untersuchungsausschusses im Bayerischen Landtag.

Die Tochter des einstigen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler hatte mit einem Partner bei Maskendeals 48 Millionen Euro Provision kassiert. Anlass für die U-Haft sind Steuerermittlungen.

Andrea Tandler überraschend in Untersuchungshaft

Für die CSU und ihren Chef Markus Söder waren die Maskenaffären, die der Partei zwischenzeitlich schwer geschadet hatten, eigentlich schon längst ausgestanden. Doch jetzt rückt ein Paukenschlag der Münchner Justiz diese Affären plötzlich wieder in den Blickpunkt. Andrea Tandler, Tochter des einstigen CSU-Generalsekretärs und Ex-Ministers Gerold Tandler, kam am Dienstag überraschend in Untersuchungshaft; zusammen mit einem Geschäftspartner.

Die Staatsanwaltschaft München I bestätigte am Dienstagabend auf Anfrage indirekt die Verhaftung der Tandler-Tochter und ihres Partners, ohne allerdings den Namen Andrea Tandler zu nennen. Die Staatsanwaltschaft erklärte, die "Beschuldigten T. und N." seien am späten Vormittag festgenommen und am frühen Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt worden. Die von der Staatsanwaltschaft beantragten und vom Amtsgericht München erlassenen Haftbefehle seien "in Vollzug gesetzt" worden, die Beschuldigten blieben also derzeit in Haft. Es gehe um steuerrechtliche Vorwürfe. Zuerst hatte die Welt darüber berichtet.

Mit T. ist Andrea Tandler gemeint. Die Tandler-Tochter hatte zusammen mit ihrem Partner N. im Jahr 2020 für die Schweizer Firma Emix den Verkauf von Corona-Schutzmasken an mehrere Ministerien in Deutschland vermittelt. Das lief größtenteils über CSU-Kanäle. Die beiden hatten dafür Provisionen in Höhe von 48 Millionen Euro kassiert, was zu großer Empörung bis hinein in die CSU führte. Als die Staatsanwaltschaft München I davon erfuhr, begannen Ermittlungen erst wegen Geldwäscheverdacht und dann auch wegen mutmaßlicher Steuerdelikte. Beim Verdacht der Geldwäsche kam die Ermittlungsbehörde allerdings nicht weiter.

Übrig bleibt der Verdacht von Delikten bei der Gewerbe- und bei der Schenkungssteuer. Die Tandler-Tochter und ihr Partner sollen mehrere Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben. Andrea Tandler und ihr Partner haben von Anfang an allen Vorwürfen widersprochen. Warum es bei den Ermittlungen, die bereits seit 2021 laufen, jetzt zu der Verhaftung kam, war am Dienstagabend nicht in Erfahrung zu bringen. Für eine U-Haft kommen eine Flucht- oder eine Verdunkelungsgefahr in Betracht. Ob die Verdachtsmomente und die Haftgründe Bestand haben, bleibt abzuwarten. Für die beiden Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Der Anwalt von Andrea Tandler war am Dienstagabend telefonisch nicht erreichbar.

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