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Medien: Fast täglich Attacken auf Asylbewerberheime

dw.com-Logo dw.com 06.11.2017

Oft berichtet nur die Lokalpresse darüber, wenn Flüchtlinge angegriffen werden. Doch neue Zahlen rütteln auf. Fast immer haben die Taten einen rechtsradikalen Hintergrund.

Ausgebrannte Flüchtlingsunterkunft in Pfedelbach im Hohenlohekreis (Archivbild) © picture-alliance/dpa/SDMG/S. Friebe Ausgebrannte Flüchtlingsunterkunft in Pfedelbach im Hohenlohekreis (Archivbild)

Trotz der rückläufigen Tendenz gibt es in Deutschland im Schnitt noch jeden Tag einen Übergriff auf ein Asylbewerberheim. In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden 211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Das geht aus der Statistik des Bundeskriminalamtes (BKA) hervor, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet. Seit Januar blieben die Zahlen weitgehend konstant und lagen pro Quartal bei rund 70.

Insgesamt seien in diesem Jahr bereits mehr Attacken gezählt worden als vor der Flüchtlingskrise 2014, als es im Gesamtjahr 199 waren. Allerdings ist der Trend gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig: In den ersten neun Monaten 2016 hatte es mit 866 Taten noch mehr als vier Mal so viele Attacken gegeben wie im Vergleichszeitraum in diesem Jahr.

Überfälle, Sprengstoffattentate, Brandstiftung

Der Höhepunkt lag im Jahr 2015. Nach dem Zuzug von fast einer Million Flüchtlingen waren damals in Deutschland fremdenfeindliche Anschläge und Überfälle auf Flüchtlingsunterkünfte drastisch gestiegen. Im Jahr 2015 wurden 1031 Anschläge gezählt, 2016 waren es knapp 1000. Darunter fallen etwa Überfälle, Sprengstoffanschläge und Brandstiftung.

Ab Jahresbeginn bis Ende Oktober 2017 registrierte das BKA laut dem Zeitungsbericht bundesweit 226 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Mindestens 213 davon hatten demnach einen rechtsradikalen Hintergrund. Bei den meisten Taten handelte es sich um Sachbeschädigung (74), Schmierereien und Propaganda (71) sowie Überfälle und Gewaltdelikte (32). Es waren aber auch zwölf Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen darunter.

jj/kle (kna, noz)

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